Feijóo braucht PNV: 5 Sitze entscheiden den Kongress

PNV und Coalición Canaria verhandelten Feijóos Wahl gegen Kongress-Präsidium, Geld und Vox-Ausschluss – ein Plan, der an der Arithmetik scheitert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóo braucht PNV: 5 Sitze entscheiden den Kongress
PNV fordert Kongress-Präsidium für Feijóo-Wahl

Kann Feijóo mit Unterstützung des PNV Regierungschef werden? Auf dem Papier passte das Vorhaben: Die baskischen Nationalisten und Coalición Canaria verhandelten die Investitur gegen drei Bedingungen — das Präsidium des Abgeordnetenhauses, Geld für ihre Regionen und ein kategorisches Veto gegen Vox in der Regierung. Das berichteten elEconomista und andere Medien, was die Debatte auf den Kopf stellte. Der blinde Fleck wurde schnell sichtbar: Ohne die Stimmen von Vox hat die PP keine Mehrheit. Und Vox war nicht bereit, den roten Teppich auszurollen.

Was fordert der PNV als Gegenleistung für die Investitur?

Das Paket, das den Basken zugeschrieben wird, hat drei Säulen: das Präsidium des Abgeordnetenhauses, Finanzmittel für ihre Gemeinschaft und der Ausschluss von Vox aus dem Ministerrat. Befürworter betonen den Preis: Die Forderungen des PNV wären günstiger als die Mittel, die ERC und Bildu Sánchez abverlangt hatten, auch wenn keine konkreten Zahlen zur genauen Vergleichbarkeit veröffentlicht wurden.

Das Kleingedruckte überzeugt jedoch nicht alle. Manche prüfen die Berichte und finden keine Spur einer Verhandlung mit Coalición Canaria, während andere argumentieren, dass die Geschichte auf unbestätigten Details beruht. Es ist der klassische Fall: eine Minderheitsregierung, fragile Mehrheit und ein Partner, der schon vor der Unterschrift die Rechnung präsentiert.

Warum verhindert Vox, dass die Zahlen aufgehen?

Weil es zwei gegenseitige Vetos gibt und keiner nachgeben will. Vox wird den PNV nicht zum Präsidenten des Kongresses wählen, und der PNV wird weder mit Vox regieren noch eine Regierung tolerieren, in der Vox am Tisch sitzt. Ein wiederkehrender Kritikpunkt: Vox hat den PNV im Parlament bedroht, was jede Verhandlung zu einem Balanceakt macht.

Manchen erscheint die Aufteilung grotesk. Der PNV hat fünf Sitze, genug, um das Präsidium zu fordern, aber nicht, um eine Investitur zu entscheiden; oft wird verglichen, dass Vox etwa zehnmal so viele Wähler hat und sich weigern würde, einer Fünf-Sitze-Fraktion ins Präsidium zu verhelfen. Andere entgegnen, dass das Veto gegen Vox die einzige Möglichkeit sei, damit die PP ihre Rhetorik nicht bis ins Baskenland und Katalonien trägt, wo sie überall auf Ablehnung stößt. Eine Regierung, die von Vox abhängig wäre, obwohl die Partei in der Opposition sitzt, aber die Tür offen hält, ist das Szenario, das am häufigsten bei Diskussionen über Instabilität genannt wird.

Das reale Risiko für den PNV: Verlust der baskischen Regierung

Hier liegt das stärkste Argument gegen das Vorhaben. Der PNV regiert das Baskenland seit 2020 in Koalition mit der PSOE. Wenn er in Madrid das Präsidium der PP überlässt, gefährdet er seine eigene Regionalregierung, denn die PSOE hält den Schlüssel zur Koalition und hätte wenig Grund, sie nach einem solchen Manöver weiter zu tragen.

Auch der Zeitplan hilft nicht. Genannte Umfragen deuten darauf hin, dass Bildu auf Platz eins rückt und die PSOE sich dem PNV annähert, sodass ein Kurswechsel in Madrid teuer bei den baskischen Wahlen werden könnte. Allerdings hinkt die Übertragung: Bei Regionalwahlen haben die drei Provinzen gleiches Gewicht, und Álava hat dort nicht das geringere Gewicht wie bei Parlamentswahlen. Mit dieser Nuance ist der Wechsel der Wähler deutlich offener, als die Schlagzeile suggeriert.

Gibt es einen Misstrauensantrag mitten in der Legislaturperiode?

Dies ist das Szenario, das jene zeichnen, die den Pakt für unmöglich halten: keine stabile Regierung, sondern ein Countdown. Eine Regierung mit minimaler Mehrheit würde durchhalten, bis Sánchez versucht, sie mit einem Misstrauensantrag zu stürzen, und diese Bedrohung wäre vom ersten Tag Teil der Kalkulation. Die verbreitetste Hypothese ist die doppelte Abzocke: Der PNV würde jetzt Geld von Feijóo nehmen und es Sánchez 2025 erneut abknöpfen. Befürworter nennen es einen Meisterzug; Kritiker sehen darin die schlechteste Nachricht für das Land.

Warum wird über Neuwahlen gesprochen?

Weil niemand die Legislaturperiode als gesichert ansieht. In den Berechnungen tauchen Oktober und Dezember als mögliche Monate für neue Wahlen auf, und das Gefühl der Blockade nährt diesen Ausweg. Es gibt auch einen Grundpessimismus, der keine Farben kennt: Egal wer gewinnt, meinen manche, verliert der Bürger gleichermaßen. Der Unterschied zwischen einer kurzen Regierung und vorgezogenen Neuwahlen reduziert sich darauf, wer den Druck zuerst aushält.



Zum Abschluss der Debatte hatte Vox die Investitur nicht unterstützt, die PP forderte eine Nachzählung, und Feijóo zählte nur auf seine eigene Fraktion. Eine Regierung mit dem Kongress-Präsidium in Händen von fünf baskischen Abgeordneten, Vox draußen und einem Misstrauensantrag im Drehbuch ist keine Regierung: Es ist ein Countdown. Stabil klingt das nicht.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (248 Antworten).

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