Feijóo fordert Trump auf, Corina Machado als venezolanische Präsidentin anzuerkennen

Der PP-Chef verlangt von Donald Trump die Nominierung von Corina Machado zur Übergangspräsidentin in Venezuela. Er warnt vor halben Maßnahmen gegen Diktaturen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feijóo fordert Trump auf, Corina Machado in den venezolanischen Übergangsprozess einzubeziehen

Alberto Núñez Feijóo, der Vorsitzende der Partido Popular (PP), hat am 29. Dezember 2025 Donald Trump aufgefordert, Corina Machado als Präsidentin Venezuelas zu benennen. Seine Begründung: "Diktaturen werden nicht halbwegs gestürzt." Diese Erklärung zielt darauf ab, ein eigenes Profil gegenüber der Strategie des Weißen Hauses zu schärfen und hat die Debatte über die Machbarkeit eines mit dem Chavismo ausgehandelten Übergangs neu entfacht.

Feijóos Strategie: Geste oder Wahlkalkül?

Feijóo distanzierte sich von Trumps Kurs, der bisher Kontakte zu Delcy Rodríguez als mögliche Übergangsfigur pflegt. Laut PP würde der Ausschluss von Corina Machado – Nobelpreisträgerin für Frieden und Oppositionsführerin – die Diktatur "verewigen". Die tatsächliche Wirkung der Erklärung ist jedoch begrenzt: Trump kennt Feijóo kaum, und seine Priorität liegt in der Sicherstellung der venezolanischen Ölversorgung.

Innerhalb der Diskussion argumentiert eine Seite, dass eine direkte Einsetzung von Corina Machado sie "verbrennen" würde, da ihr die Unterstützung der vom Chavismo übernommenen Militärbefehlshaber fehlt. Eine Alternative wäre ein gradueller Übergang mit Delcy als Brückenfigur, ähnlich einem Plan, den laut Vozpópuli José Luis Rodríguez Zapatero zur Ablösung Maduros entworfen hatte und den die USA vor drei Monaten vereitelt haben sollen.

Wirtschaftliche Interessen hinter der Haltung der PP

Die Verteidigung von Corina Machado durch Feijóo ist nicht uneigennützig. Unter den Wählern der PP gibt es viele Venezolaner mit hoher Kaufkraft, die in Spanien investiert haben und enge Bindungen zur venezolanischen Opposition unterhalten. Für diese Gruppen würde ein Übergang ohne Corina den Verlust ihres zukünftigen Einflusses bedeuten. Andererseits pflegt die PSOE eigene Kontakte zum Chavismo, was die ständige Spannung zwischen den beiden Parteien in dieser Frage erklärt.

Übergang oder Protektorat: Die tiefere Debatte

Einige Analysen deuten darauf hin, dass Trump keine stabile Demokratie anstrebt, sondern ein US-Protektorat. Die Intervention in Venezuela wäre ein Testlauf für eine neue imperiale Politik, bei der Europa zur Kolonie degradiert würde. Andere erinnern daran, dass erfolgreiche Übergänge wie der spanische von innen heraus gestaltet wurden, und dass das Einsetzen einer Außenseiterin wie Corina ohne Kontrolle über Armee und Milizen in einen Bürgerkrieg führen würde.



Die unbeantwortete Frage: Kann ein Übergang vereinbart werden, ohne die bewaffneten Akteure einzubeziehen? Die USA haben die militärische Macht, aber nicht die interne Legitimität. Während sich PP und PSOE in ihren Wahlkalkülen verheddern, fließt das venezolanische Öl weiterhin nach China.

Verwandte Debatten im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver