Falschmeldungen: Die Liste, die die Staatsanwaltschaft auf 0,01% reduziert
Eine junge Frau erstattet Anzeige wegen sens Übergriffe durch einen Unbekannten in einer Diskothek in Málaga. Stunden später gesteht sie dem Richter, dass sie alles erfunden hat, um eine Untreue zu vertuschen. Sie akzeptiert zehn Monate Haft. Diese Szene wiederholt sich an Gerichten in ganz Spanien und zeichnet zusammen mit vielen anderen Fällen ein unbequemes Bild im Gegensatz zur offiziellen Darstellung. Denn der Einzelfall ist verständlich; die Liste nicht mehr.
Der Widerspruch liegt in den Zahlen. Auf der einen Seite steht die Angabe der Staatsanwaltschaft: Nur 0,01% der Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt seien falsch. Auf der anderen Seite steht eine Reihe konkreter Urteile — Málaga, A Coruña, Ourense, Gijón, Almansa, San Fermín —, die dieser Prozentsatz scheinbar nicht ohne Weiteres erklären kann.
Wie viele Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt sind falsch?
Die offizielle Statistik spricht von einem Fall unter zehntausend. Dies ist die Zahl, die genannt wird, wenn gefragt wird, wie viel Wahrheit hinter dem Verdacht steckt, dass erfundene Anzeigen als Waffe missbraucht werden. Mit diesem Prozentsatz wäre das Phänomen eine statistische Seltenheit, fast ein Zufall.
Andere argumentieren gegenteilig und weisen darauf hin, dass die meisten falschen Anzeigen nie zu einer Verurteilung führen. Sie werden eingestellt. Bestraft werden nur offensichtliche Fälle, in denen die Anzeigeerstatterin sich widerspricht, den Betrug zugibt oder die Lüge offensichtlich ist. Nach dieser Logik würde der Wert von 0,01% nicht das gesamte Phänomen messen, sondern nur die Spitze des Eisbergs.
Im Hintergrund schwelt ein bekannter Streit darüber, was genau als falsche Anzeige gilt, wer dies bestätigt und wie intensiv danach gesucht wird.
Von Málaga nach A Coruña: Die sich häufenden Fälle
Das Repertoire ist umfangreich. Eine deutsche Modell, die zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt wurde. Drei elfjährige Schülerinnen, die sens Missbrauch erfinden, um einen Lehrer ausweisen zu lassen. Eine Frau, die ihren Ex-Partner beschuldigt, ihr Klebstoff in die Zona íntima gespritzt zu haben, und schließlich wegen Vortäuschens einer Straftat angeklagt wird. Eine Frau aus Ourense, die zugibt, bei der Anzeige von 20 Vergewaltigungen gelogen zu haben. Eine Frau aus Gijón, die ihren Ehemann bis zu sechsmal anzeigt. Und sogar ein Fall einer 19-Jährigen, die Entführung und sens Nötigung vortäuschte, um den Diebstahl eines Handys zu verbergen.
Der Fall in A Coruña dient als Spiegelbild dessen, was auf dem Spiel steht. Ein junger Mann saß auf der Anklagebank, während die Staatsanwaltschaft 33 Jahre Gefängnis forderte. Die Anzeigeerstatterin zog ihre Aussage im Prozess zurück: Sie habe gelogen, weil sie ihn verlassen wollte. Das Gericht sprach ihn frei. Dreißig Jahre potenzielle Haftstrafe basierend auf einer falschen Zeugenaussage.
Und noch ein Fall für die Archive: Verurteilung wegen falscher Vergewaltigungsanzeigen gegen 15 unschuldige Männer. Fünfzehn.
Sorgerecht, Eifersucht und Geld: Der wiederkehrende Motivator
Ein gemeinsamer Nenner taucht in vielen Fällen auf: der Vorteil. Sorgerechtsstreitigkeiten, Sozialleistungen, das Behalten der Wohnung, Vertuschung von Untreue, Rache nach einer Kündigung. Dieses wirtschaftliche Muster wiederholt sich, und in mehreren Episoden erhielt die Anzeigeerstatterin Leistungen als Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, während ihre Anschuldigungen zusammenbrachen.
Die Logik hinter dem Phänomen ist einfach und kalt. Wenn der potenzielle Gewinn hoch und die praktischen Kosten niedrig sind, lädt dies zum Versuch ein. Diese Analyse gewinnt an Gewicht, wenn man die Maschinerie vergleicht, die gegen den Beschuldigten in Gang gesetzt wird — Festnahme, Handschellen, Zelle, Name im Aktenzeichen — mit der tatsächlichen Strafe für denjenigen, der die Geschichte erfunden hat.
Welche Strafe droht für erfundene Angriffe?
Wenn es zu Verurteilungen kommt, werden diese in Monaten bemessen. Zehn Monate für die falsche Vergewaltigung in Málaga. Elf Monate für jahrelange falsche Anschuldigungen gegen einen Chef. Geldstrafen von 2.080 Euro, von 1.800 Euro, Schadensersatz von 1.000 Euro für immaterielle Schäden. Summen, die für jemanden, der Tage in der Zelle oder Jahre mit einer elektronischen Fußfessel verbracht hat, fast wie ein Scherz klingen.
Der am häufigsten diskutierte Vorschlag sieht vor, die Strafe für falsche Anzeigen an die Strafe für das fälschlicherweise vorgeworfene Delikt anzupassen, zumindest in der oberen Hälfte. Heute riskiert jemand, der eine Vergewaltigung falsch beschuldigt, nur Monate; der fälschlich Beschuldigte hingegen verliert Jahre seines Lebens.
Das nicht existierende Register
Hier zeigt sich das entscheidende Problem: Es gibt kein offizielles, detailliertes Register für falsche Anzeigen. Der Richterrat (CGPJ) erfasst sie nicht als eigene Kategorie, was die Debatte einzelnen Zahlen, verstreuten Urteilen und Statistiken überlässt, die jede Seite nach Belieben interpretiert.
Ohne klare Buchführung wird jeder Fall zur Anekdote und jede Anekdote zur Munition. Das Ergebnis ist ein Patt, in dem niemand den anderen mit einer endgültigen Zahl zum Schweigen bringen kann.
Es bleibt die Zahl, die nicht passt. Auf der einen Seite eine einzige Verurteilung, die fünfzehn unschuldige Männer betrifft; auf der anderen Seite die offizielle Angabe von 0,01%. Beide Zahlen können nicht gleichzeitig die ganze Wahrheit sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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