Falle in Vallecas: Über 200.000 € gezahlt, jetzt gefangen

Ein Käufer zahlte über 200.000 € für eine Wohnung in Vallecas, das Gebäude wurde besetzt und er hat bereits 85.000 € einer Hypothek getilgt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Falle in Vallecas: Über 200.000 € gezahlt, jetzt gefangen
127.000 € Restschuld, ein besetztes Haus und kein Ausweg

Ramón kaufte eine Wohnung in Vallecas für mehr als 200.000 Euro. Vier Jahre später ist das Gebäude voller illegaler Besetzer (Okupas) und er hängt weiterhin an einem Kredit, von dem noch 127.000 Euro offen sind. Er hat bereits 85.000 Euro bezahlt. „Ich bin Gefangener in meinem eigenen Haus und lebenslang an eine Hypothek gekettet, die mich wie eine Strafe bindet“, fasst er zusammen. Andere Eigentümer berichteten im selben Diskussionsforum von ähnlichen Fällen.

Sein schriftlich niedergelegter Bericht ruht auf drei Säulen. Die erste ist finanzieller Natur: eine vor Jahren mit Fremdfinanzierung erworbene Immobilie. Die zweite betrifft die Nachbarschaft: Ein Objekt, das seiner Aussage nach seit geraumer Zeit ohne Regeln funktioniert. Die dritte ist persönlicher Art: Beamter, Hypothekenvertrag bei einer anderen Bank als der heutigen Gebäudeverwaltung und keine Absicht, die Zahlungen einzustellen. Diese Kombination – besonders die letzte – verschließt ihm fast alle Türen.

Vom insolventen Bauträger zum Gesetz des Dschungels

Das Objekt war nicht immer so. Es gehörte einem Bauträger, der 2014 Insolvenz anmeldete, dessen Portfolio schließlich bei Servihabitat landete, der Immobilien-Tochtergesellschaft der CaixaBank. Als sich die Eigentumsverhältnisse änderten, hörten die zahlenden Mieter auf zu zahlen und das Gebäude füllte sich mit Besetzern. „Servihabitat übernahm es und seitdem herrscht das Gesetz des Dschungels“, beschreibt Ramón.

Was er danach erzählt, ist sein Zeugnis, keine Statistik: Handelsgeschäfte, Schlägereien mit Messern, laute Musik, geschlossene Fenster im Sommer. Ähnliche Situationen wiederholen sich in den Berichten anderer Eigentümer, die angeben, ähnliche Szenen in Blöcken am Rande von Madrid zu erleben. Ihre gemeinsame Schlussfolgerung lautet: Wer gekauft hat und nicht wegziehen kann, sitzt zwischen seiner Hypothek und seinen Nachbarn fest.

Warum verkauft er die Wohnung nicht und geht?

Weil Verkauf ihn nicht unbedingt befreit. Wenn der Marktpreis die ausstehende Schuld nicht deckt, müsste er Geld aus eigener Tasche zulegen, die Wohnung abgeben und nichts behalten. Dies ist das Szenario, das eine spezifische Berechnung im Fallbeispiel am deutlichsten zusammenfasst: Eine Bewertung von 212.000 Euro gegenüber den ausstehenden 127.000 Euro. Auf dem Papier würde der Verkauf die Schulden tilgen.

Auf dem Papier. In der Praxis behauptet Ramón, dass er sich unter den aktuellen Bedingungen nicht vom Kredit lösen kann, seine Bank keinen Ausweg bietet und auch Servihabitat nicht kooperativ ist. Nichtzahlung, sagt er, sei keine Option: Als Beamter würden die Konsequenzen direkt sein Gehalt treffen. Hier bricht die Logik von Verkauf und geh.

Der Tausch mit Servihabitat: Der einzige mögliche Ausweg

Die Lösung, die er selbst vorschlägt, ist ein Tauschgeschäft. Er bittet Servihabitat um einen Austausch gegen eine andere Wohnung, die das Unternehmen in anderen Stadtteilen von Madrid besitzt, auch wenn er Zuzahlung leisten muss. Seine Darstellung zufolge lehnt CaixaBank sowohl den Ankauf seiner Hypothek als auch einen Tausch unter diesen Bedingungen ab. Gleichzeitig habe die Immobilienfirma laut seiner Version mehrere Besetzer legalisiert: Die Illegalität wird zum Vertrag, während der ursprüngliche Eigentümer weiterhin die Rate zahlt.

Es gibt eine weniger freundliche Lesart, die ebenfalls im Bild dieses Falls auftaucht: Das Problem ist nicht nur die Besetzung, sondern ein Rechtsrahmen, der sie für Eindringlinge tragbar und für Käufer ruinös macht. Zeiträume für Räumungen, Gerichtskosten, jahrelange Prozesse zur Wiedererlangung des Besitzes. In dieser Kette ist der verschuldete Eigentümer das schwächste Glied.

Vom konkreten Fall zum Generationenporträt

Um die Wohnung in Vallecas hat sich eine Diskussion entwickelt, die über den Einzelfall hinausgeht. Ein Teil der Analyse behandelt dies als Beispiel dafür, warum viele Menschen Angst vor dem Kauf haben: Wenn man zur Miete wohnt, kann man gehen; wenn man eine Hypothek hat, nicht. Ein anderer Strom führt dies auf die Wahlebene zurück und behauptet, dass der Rahmen, der solche Situationen ermöglicht, auf konkrete politische Entscheidungen zurückzuführen ist. Und einige bestehen darauf, dass das Problem die illegale Besetzung ist, unabhängig davon, wer sie durchführt.

Dies letzter Punkt streift am meisten die Grenze. Ein Teil der Analyse mündete in Verallgemeinerungen über eine Gruppe aufgrund ihrer Herkunft, ein Rahmen, den dieser Text nicht wiedergibt. Die nachweisbare Tatsache ist eine andere: Ein Gebäude, in dem Privateigentum und Zusammenleben verfallen sind, und ein Eigentümer, der monatlich pünktlich zahlt.

Die verwirrende Zahl

Mit der im Thread genannten Berechnung – Bewertung 212.000 Euro vs. ausstehende Hypothek 127.000 Euro – bietet jede Tabellenkalkulation einen sauberen Ausweg. Und dennoch bleibt der Eigentümer dort, ohne Verkauf, ohne Tausch und ohne dass jemand seine Hypothek kauft. „Entweder löse ich dieses Problem oder mein Leben läuft mir davon. Ich kann nicht mehr“, sagt er. Die Arithmetik stimmt. Die Realität nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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