Ex-Anheuser-Busch-Chef: Pensionsfonds treiben Woke-Agenda

Anson Frericks, ehemaliger Anheuser-Busch-Manager, wirft BlackRock, Vanguard und State Street vor, Unternehmen mit ihren 20 Billionen Dollar zu ESG-Politik zu zwingen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ex-Anheuser-Busch-Chef: Pensionsfonds treiben Woke-Agenda
Wer drängt Unternehmen zur Proge-Wende?

Das Geld der US-amerikanischen öffentlichen Pensionsfonds, verwaltet von BlackRock, Vanguard und State Street, ist laut Anson Frericks der Mechanismus, der große Unternehmen dazu bringt, Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionspolitiken (ESG) umzusetzen. Der ehemalige Top-Manager von Anheuser-Busch verließ das Brauereiunternehmen teilweise wegen des Verhaltens amerikanischer Firmen, die sich in politische Themen einmischten und damit gegen den Willen der Öffentlichkeit handelten. Seine These, verbreitet in einem Fox-News-Interview, beschreibt eine Kette des Drucks, die bei Politikern beginnt, die diese Fonds beaufsichtigen, und im Supermarktregal endet.

Die von Frericks genannte Zahl ist beeindruckend: BlackRock, Vanguard und State Street verwalten rund 20 Billionen Dollar. Mit diesem Volumen sei ihre Fähigkeit, die Corporate Governance börsennotierter Unternehmen zu beeinflussen, erheblich. Als Beispiel nennt er den kalifornischen Pensionsfonds, mit 237 Milliarden Dollar an Vermögenswerten der größte des Landes: Kalifornische Politiker ordneten den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen an und verlangten gleichzeitig von den Asset-Managern ESG-Verpflichtungen, wenn sie weiterhin dieses Geld verwalten wollten.

Was ist ESG-Druck und wie erreicht er Ihren Einkaufswagen?

Frericks Argumentation besagt, dass die Kette in zwei Richtungen funktioniert. Die Politiker, die die öffentlichen Fonds beaufsichtigen, setzen den Managern Bedingungen; diese wiederum geben sie an die investierten Unternehmen weiter. Ein Teilnehmer der Diskussion vergleicht es damit, einen Kredit beantragen zu müssen, der nur gewährt wird, wenn man eine Flagge am Balkon aufhängt. Laut Frericks führt dies zu Entscheidungen wie der gescheiterten Bud-Light-Kampagne mit der Transgender-Influencerin Dylan Mulvaney, die Boykotte und Umsatzeinbrüche bei Anheuser-Busch auslöste.

Der Fall Georgia dient ihm als Beispiel für korporative Reaktionen: Coca-Cola und Delta Air Lines positionierten sich gegen das vom Staatsparlament verabschiedete Wahlintegritätsgesetz. Es ist nicht die einzige Marke, die genannt wird. Target und andere Unternehmen haben ähnliche Episoden erlebt. Die zentrale Frage lautet, ob solche Entscheidungen aus innerer Überzeugung oder durch den Druck großer institutioneller Aktionäre resultieren.

Das Gegenargument: Fonds folgen dem Geld, nicht der Ideologie

Nicht alle kaufen die These der Aufzwingung. Eine Strömung der Analyse behauptet, dass Fonds sich von Unternehmen trennen, die kein Geld verdienen, und dass Investoren die Fonds verlassen würden, wenn diese schlecht performten. Jeder könne in BlackRock investieren, erinnert dieser Ansatz. Der Druck sei nicht ideologisch, sondern renditegetrieben: Manager handeln im Interesse ihrer Anteilseigner, nicht eines politischen Komitees.

Dem gegenüber steht die Ansicht, dass das Geld des Einzelinvestors aufgrund übermäßiger Geldmengenausweitung kaum noch Gewicht habe und Androhungen von Börsencrashs unliebsame Vorstände zum Rücktritt zwingen könnten. Das Ergebnis wäre ein homogenes Management, geprägt von soziologischen Moden, die Business Schools seit Jahren propagieren.

Von BlackRock zur Notenpresse: Wer hat wirklich das Sagen?

Im Hintergrund liegt eine breitere Debatte über die Architektur der Wirtschaftsmacht. Manche sehen BlackRock und Vanguard als die eigentlichen westlichen Regierungen, fähig, simultane Politiken weltweit zu koordinieren. Andere relativieren diese Rolle: Investoren zählen nicht mehr, die Notenpresse bestimmt. Die Federal Reserve und Zentralbanken wären die entscheidenden Akteure, während die Manager nur Statisten eines Finanzsystems seien, das von Konfrontation lebt, nicht von einer konkreten Seite.

Warum die Proge-Wende gerade jetzt beschleunigt statt früher, ist umstritten. Eine Erklärung verweist auf die Kapitalkonzentration in wenigen Investmentkonglomeraten seit dem Jahr 2000. Eine andere betont, dass das US-Industriemodell erschöpft sei und das Imperium die Kontrolle über das Finanzsystem behalten müsse, damit sie nicht an Rivalen wie China oder Indien falle.

Boykott als Antwort und seine Grenzen

Die Reaktion konservativer Verbraucher war uneinheitlich. Manche meinen, der Boykott gegen Proge werde nicht abflauen und die Lösung liege darin, Großunternehmen zu meiden und kleine zu unterstützen. Es gehe nicht darum, konkrete Namen zu boykottieren, sondern die kleinen Fische gegenüber den großen zu stärken. Andere zweifeln an der Wirksamkeit: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung alles schluckt, bleibt der Boykott ein symbolisches Geständnis.

Skepsis gegenüber der realen Macht des Einzelverbrauchs durchzieht weite Teile der Analyse. McDonald's, Coca-Cola oder Gillette werden vielleicht als kulturelle Gegner wahrgenommen, aber wenn man kein Kunde ist, ist ihr Einfluss begrenzt. Indirekter Einfluss ist jedoch unvermeidbar: Sie haben Macht über Regierungen, die Ihr Leben regulieren. Dort liegt die Falle der Argumentation.

Wo die Analyse ins Stocken gerät

Die Diskussion über den letzten Ursprung der Proge-Agenda findet keinen Abschluss. Sind es die Politiker, die die öffentlichen Fonds beaufsichtigen, wie Frericks meint, müsste man diese austauschen. Kontrollieren die Manager die Regierungen, ist das Problem zu groß für jede Wahl. Diktieren die Geldmengenexpansion die Regeln, ist die Debatte um BlackRock eine Ablenkung.

Klar ist, dass die Druckkette existiert und ihr sichtbarstes Glied das Pensionsgeld ist. Jedes Mal, wenn ein öffentlicher Fonds ESG-Zusagen von einem Manager verlangt, reist diese Forderung bis zum Vorstand einer börsennotierten Firma. Der Verbraucher sieht nur das Endergebnis: eine Anzeige, ein Produkt, einen Boykott. Die Frage, wer den ersten Befehl gab, bleibt unbeantwortet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (183 Antworten).

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