Europas E-Auto-Sektor gerät ins Stocken

Volkswagen pausiert Werke, Deutschland streicht Kaufprämien, ein chinesisches SUV führt die spanischen Verkäufe an. Die Branche ist orientierungslos.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Europas E-Auto-Sektor gerät ins Stocken
Volkswagen stoppt Produktion, Deutschland streicht E-Auto-Subventionen

Die europäische Automobilindustrie durchläuft nicht nur eine Flaute; sie zerlegt sich Stück für Stück selbst. Volkswagen hat seine Elektroautofabriken in Deutschland wegen eines Nachfrageeinbruchs stillgelegt, die Marke PACO von SEAT verschwindet und Deutschland hat die Kaufprämien für Elektrofahrzeuge abgeschafft. Hinzu kommt, dass FIAT die Produktion des elektrischen 500 mangels Bestellungen vorübergehend gestoppt hat. Vier Schläge gegen denselben wunden Punkt.

Die Reaktion der Branche war laut Beobachtern immer dieselbe: mehr Modelle, mehr Plattformen und das Versprechen, dass der Wendepunkt im nächsten Quartal käme. Der Wendepunkt bleibt aus. Stattdessen gibt es Produktionsstopps, abgesagte Börsengänge und ein chinesisches SUV, das die Zulassungen in Spanien mit einem Preis von 17.000 Euro anführt.

Was passiert bei den Volkswagen-Werken

Volkswagen hat nicht genug Elektroautos verkauft, und die Mitarbeiter werden dies durch Kürzungen bezahlen müssen. Die Situation wird als sehr kritisch beschrieben. Die Ironie liegt darin, dass die Gruppe laut einem Diskussionsteilnehmer ihre kleinen elektrischen Stadtwagen — die Mii und Up — vom Markt genommen hatte, weil die Nachfrage angeblich enorm war, um die ID-Modelle zum doppelten oder dreifachen Preis für denselben städtischen Einsatz zu verkaufen. Nun ist die Nachfrage so gering, dass die Produktion gestoppt werden muss.

Dieser Schritt hat eine innere Logik, aber externe Konsequenzen. Kunden, die ein kleines, günstiges Elektroauto für die Stadt suchten, stehen ohne Produkt da, während das Angebot im Autohaus Preise für höhere Segmente verlangt. Wenn das Angebot von oben enger wird und das Budget von unten gedrückt wird, ergibt sich dieses Bild.

Warum ein chinesisches SUV für 17.000 Euro in Spanien führt

Das meistverkaufte Auto in Spanien war sowohl im August als auch im September der MG ZS. Für 17.000 Euro erhält man ein 4,32 Meter langes SUV mit 448 Litern Kofferraumvolumen, ansprechender Karosserie und sieben Jahren Garantie. Unter der Haube arbeitet ein 1.500-Kubikzentimeter-Motor ohne Turbo mit 106 PS, ausreichend für eine Familie.

Der Vergleich mit einem Peugeot 2008 hält nicht stand, und genau das ist der Punkt: Der Käufer spart etwa 6.000 Euro, und die Gehälter in Spanien sind nicht auf Schweizer Niveau. Das Argument, dass europäische Produkte besser seien, kollidiert mit einer unbequemen Frage: Besser vielleicht, aber kann sich das eine durchschnittliche Familie leisten?

Deutschland streicht Subventionen, der Markt steht ohne Netz

Die Streichung der deutschen Kaufprämien für Elektroautos entzieht dem Sektor die Stütze, die einen Großteil der Verkäufe trug. Der Markt muss nun allein bestehen, und die ersten Schritte laden nicht zum Optimismus ein: Käufer von Elektroautos bereuen ihren Kauf, wie in der Debatte zitierte Nachrichten nahelegen.

Hier taucht eine weitere Anomalie im Kleinwagensegment auf. Modelle wie der Up, Mii, Arosa oder Twingo werden kaum noch mit Verbrennungsmotor vermarktet — nur der Aygo und der i10 überleben noch, so ein Teilnehmer — und in einigen Fällen bleibt der Verbrenner in Märkten wie Japan erhältlich, während er hier verschwindet. Die Hersteller haben, so heißt es, den Kompass verloren.

Der 500-km-Elektro-LKW, dessen Gewicht niemand klärt

Mercedes Trucks hat Millionen in einen Elektro-LKW investiert, der rund 500 Kilometer Reichweite verspricht. Das Problem ist jedoch, dass diese 500 Kilometer laut einem Teilnehmer nicht leer sind: Sie gelten entweder bei voller Beladung (40 Tonnen) oder bei halber Beladung (32 Tonnen), wobei Unsicherheit besteht. Mit vollem Anhänger ist die reale Reichweite unklar. Auch die Topografie der Messstrecke wird nicht spezifiziert.

Die übliche Referenzroute der Marke ist Stuttgart-Hamburg-Stuttgart. Eine solche Kombination — LKW, Batterien und beladener Anhänger — abzubremsen, würde Bremsanlagen erfordern, die nichts mit denen eines PKWs zu tun haben, wie in der Debatte angemerkt wird. Der isolierte Reichweitenwert erzählt nur die halbe Geschichte.

Abgesagte Börsengänge und der Trend zum Hybrid

Renault hat den Börsengang seiner Elektrosparte Ampere abgesagt, und Volkswagen hat dasselbe für sein Batteriegeschäft getan. Wenn der Markt die Versprechen nicht finanziert, ist der nächste Schritt die Kostenteilung: Renault und Volkswagen verhandeln über die gemeinsame Entwicklung eines Elektroautos unter 20.000 Euro, um chinesischen Marken Paroli zu bieten.

Unterdessen gewinnen Hybride auch in den am stärksten elektrifizierten Märkten an Boden, und Toyota, das nie ganz auf den Zug aufgesprungen war, scheint recht behalten zu haben. Auch der Gebrauchtwagenmarkt profitiert: Laut der Debatte ist er der direkte Nutznießer dieser Situation, auch in Deutschland. Dies ist kein geringes Phänomen: Fahrer planen bereits, ihre aktuellen Autos bis ans Ende ihrer Lebensdauer zu nutzen.



Die Prognose in der Debatte lautet, dass die Rezession dem E-Auto-Trend den endgültigen Stoß versetzen und den Markt neu ordnen wird. Wann genau, ist schwer zu sagen, denn dazwischen liegen stillgelegte Werke, angehäufte F&E ohne Rückfluss und eine ungeklärte Frage: Wenn, wie ein Teilnehmer behauptet, die Batterietechnologie in Asien liegt, wer produziert hier, mit welcher Marge und für wen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

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