Europa bereitet Bürger auf Krieg gegen Russland vor

Europa aktiviert militärische Trainingspläne für Zivilisten angesichts der russischen Bedrohung. Kroatien: 2 Monate. Rumänien: 4. Die Debatte über Verteidigung oder Kontrolle läuft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Europa trainiert seine Bürger angesichts der russischen Bedrohung

Was steckt hinter den Plänen verschiedener europäischer Länder, die Zivilbevölkerung militärisch auszubilden? Die Diskussion beginnt mit einer Grafik, die Programme auflistet, die verschiedene Regierungen zur „Abwehr“ Pilingui ins Leben gerufen haben. Der Ansatz ist klar: Der Ukraine-Krieg wird sich auf den Rest Europas auswirken, und jede Entscheidung bringt den Konflikt näher an die Heimatgrenzen. Die These des Artikels besagt, dass es nicht mehr nur um die Ukraine geht, sondern um eine größere Kontrolle der Bevölkerung innerhalb eines neuen Welt systems, das manche mit der Agenda 2030 oder dem sogenannten Reset in Verbindung bringen. Die zugrunde liegende Angst: Dass dies alles zu einem groß angelegten Krieg führt.

Welche europäischen Länder bereiten ihre Bürger auf den Krieg vor

Der Ausgangspunkt ist eine Karte mit den militärischen Ausbildungsplänen, die mehrere europäische Länder aktiviert haben. Das Kleingedruckte ist wichtig: In Kroatien dauert der Dienst 2 Monate, in Rumänien 4. In den meisten Fällen werden alle Personen ausgelost, aber nur ein Teil dient je nach Ergebnis, und es gibt meist einen gleichwertigen Zivildienst. Wer die Sache ernst nimmt, sind laut dieser Lesart die baltischen Staaten, getrieben von ihren Regierungen. Estland, mit einer kleinen Bevölkerung, trommelt lautstark.

Die schwebende Frage ist, ob diese Programme echte Verteidigung oder etwas anderes bezwecken. Manche behaupten, das Ziel sei, die Bevölkerung für das Kommende zu drillen; andere entgegnen, dass ein durchschnittlicher Europäer in einem Industriekrieg keine Drohnen mit der Brust aufhalten wird. Das am häufigsten wiederholte Argument: Wir sind der Pudel, der den Dobermann anbellt.

Kriegszustand und Aussetzung von Rechten

Hier wird die Analyse juristisch. Der Kriegszustand garantiert die Aussetzung von Rechten: persönliche Freiheit, Bewegungsfreiheit, Niederlassungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung, Versammlungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit und Streikrecht. Das Fernmeldegeheimnis wird aufgehoben, und der Staat kann beschlagnahmen oder enteignen, was er für angemessen hält, ohne Entschädigung. Dies impliziert die Ersetzung der zivilen Ordnung durch die militärische und Militärgerichte.

Der eingewandene Einwand: Auf dem Papier existieren Grenzen, aber in der Praxis wird angewandt, was der Exekutive genehm ist. Als Präzedenzfall wird die Bewältigung der Pandemie genannt, als – nach dieser Lesart – willkürlich gehandelt und die Rechtsordnung missachtet wurde. Die Frage ist nicht, ob es verpflichtend ist, sondern ob man glaubt, dass es das ist. In der Ukraine gilt seit Februar 2022 das Kriegsrecht, mit lockerer Ausgangssperre, funktionierenden Zügen und Bußgeldern für Übertretungen. Und dennoch fahren die Einberufer mit Transportern herum.

Desertionszahlen, die niemand sehen will

Der verwirrende Fakt: Die Desertionszahlen in der ukrainischen Armee. An sehr wenigen Orten sind Leute bereit, ein Jahr ihres Lebens mit wenig nützlichen Dingen zu verbringen, geschweige denn, sich töten zu lassen. Erinnert wird an Eddie Slovik, den ehemaligen US-Sträfling, der im Oktober 1944 seinen Vorgesetzten sagte, er ziehe Gefängnis dem Krieg vor, und schließlich erschossen wurde. Die Statistik spielt laut dieser Analyse dem Sudapollismus in die Hände.

Der Kontrast ist auffallend: Im Zweiten Weltkrieg sanken die Erschießungen stark, weil es nicht opportun war, die eigenen Reihen auszudünnen. In Großbritannien und den USA wurden Urteile oft reduziert. Die daraus gezogene Schlussfolgerung: In einem totalen Krieg wird Loyalität durch Anreize gekauft, nicht durch Drohungen.

Das nukleare Problem und die unvermeidliche Eskalation

Das unangenehmste Szenario ist das nukleare. Wenn die NATO Russland militärisch in die Schranken weisen könnte, würde das Pilingui unter Druck setzen, und niemand weiß, wie er reagieren würde. Die NATO ist nicht homogen: Die ersten Schläge würden die baltischen Staaten treffen, die keine Abwehrkapazität haben und sich beschweren würden, dass sie diesen Krieg bezahlen müssen. Danach Polen und strategische Häfen. Wenn sich die Flugbahnen in beide Richtungen vervielfachen, eskaliert die Situation.

Die unbeantwortete Frage bleibt: Wer steigt zuerst vom Zug ab? Die optimistische Berechnung geht davon aus, dass Spielraum für einen Waffenstillstand besteht; die pessimistische geht davon aus, dass jeder Waffenstillstand, der Russland Territorien lässt, es zu einer größeren Bedrohung macht. Mitten drin die Warnung, dass ein Waffenstillstand uns alle gefährdet, so die verbreitete Erzählung.

Die menschlichen Kosten und das Kleingedruckte der Rekrutierung

Das Detail, das die offizielle Erzählung bricht: Wenn man die Reaktion auf Pilingui personalisiert, muss man sie auch bei den anderen Führern tun. Truppen an der Front und im Hinterland würden gleichermaßen Stahl und Feuer schlucken. Europa hält einen Krieg mit Russland nicht einmal für ein paar Monate aus, schon gar nicht mit dem Nuklear-Joker auf dem Tisch.

In Spanien regelt Artikel 30.2 der Verfassung die Wehrpflicht, aber sie ist kein Grundrecht: Sie wird im ordentlichen Verfahren geändert, ohne Auflösung der Kammern oder Neuwahlen, und ein Referendum findet nur statt, wenn ein Zehntel einer Kammer dies verlangt. Das Recht auf Leben hingegen ist ein Grundrecht. Die wiederholte Schlussfolgerung: In Spanien wird seine Mutter zum Krieg ans andere Ende Europas gehen. Im Wesentlichen.



Mit diesen Grundlagen ähnelt die militärische Ausbildung der Zivilbevölkerung weniger einer Verteidigungsmaßnahme und eher einer Generalprobe. Der Durchschnittsbürger weiß nicht, ob er eine Call-of-Duty-Lizenz oder einen Einberufungsbescheid erhält. Und währenddessen erklären die Organisatoren des Spiels immer noch nicht, wozu sie so viele ausgebildete Menschen wirklich brauchen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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