Eulen: 11 Prozent Krankenstand, 5.000 Beschäftigte fehlen täglich

Eulen, einer der größten Arbeitgeber Spaniens, verzeichnet einen Krankenstand von 11 Prozent: Täglich fehlen 5.000 Beschäftigte. Niedrige Löhne, Überalterung und prekäre Verträge stecken dahinter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Krankenstand bei Eulen steigt auf 11 Prozent: 5.000 Beschäftigte fehlen jeden Tag

Der Dienstleistungsgruppe Eulen, einem der größten privaten Arbeitgeber Spaniens, ist eine Fehlzeitenquote von 11 Prozent erreicht – das bedeutet rund 5.000 Beschäftigte, die täglich ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Die Zahl, doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt im Dienstleistungssektor, hat die Debatte über die tieferen Ursachen eines Phänomens neu entfacht, das Arbeitgeberverbände seit Jahren als ihr größtes Problem bezeichnen.

Der zerbrochene Gesellschaftsvertrag: niedrige Löhne, hoher Krankenstand

Hinter der alarmierenden Zahl verbirgt sich eine Realität, die nur wenige sehen wollen: Ein Arbeitsmodell auf Basis von Dienstleistungen mit geringer Wertschöpfung, Befristung und knappen Löhnen erzeugt strukturelle Demotivation. „Arbeit ist seit der Industriellen Revolution der Albtraum des Menschen“, fasst eine Analyseströmung zusammen, die den Mangel an Anreizen ins Zentrum des Problems rückt. Bei einem Durchschnittslohn, der kaum die Grundbedürfnisse deckt, ist die Rechnung einfach: Gibt es keine greifbare Belohnung, sucht der Beschäftigte nach anderen Wegen, sich zu kompensieren – einschließlich ärztlich bescheinigter Krankschreibungen und geplanten Fehlzeiten.

Die Zahl gewinnt an Bedeutung im Vergleich zum öffentlichen Sektor, wo die Ausfälle nach Schätzungen der Branche bis auf das Dreifache dieser Quote steigen. Was die Unternehmer aber beunruhigt, ist nicht nur das Ausmaß, sondern der Aufwärtstrend: Die Krankheitstage haben historische Rekorde erreicht, sogar über dem Niveau der Pandemie.

TRAGSA als Rettungsanker: Wenn der private Auftragnehmer seine Verträge nicht erfüllen kann

Einer der auffälligsten Vorfälle rund um Eulen ist die Notwendigkeit, auf TRAGSA zurückzugreifen, das staatliche Agrardienstleistungsunternehmen, um öffentliche Ausschreibungen zu besetzen, die wegen der Fehlzeiten verwaisten. Die Paradoxie ist doppelt: Zum einen schafft es ein Privatunternehmen, das sich als „Top Ten“-Auftragnehmer rühmt, nicht, seine Belegschaft aktiv zu halten; zum anderen springt der Staat am Ende für die Defizite eines Modells ein, das er selbst über Aufträge und Zuschüsse subventioniert. Wie eine Analyse anmerkt, ist „Eulen in Bezug auf die Abhängigkeit vom BOE (dem spanischen Staatsanzeiger) öffentlicher als manche Ministerium“.

Fehlzeiten verteuern nicht nur die Dienstleistungen, sondern öffnen auch der Tür zu Vertragsverletzungen. Sind 100 Prozent der Belegschaft eines Dienstes abwesend, drohen dem Unternehmen Strafzahlungen und mögliche Vertragsauflösungen. Lösungsansätze reichen von Anwerbung im Herkunftsland bis zu Anwesenheitsprämien, doch keine Maßnahme hat das Problem an der Wurzel beseitigt.

Das Alter als verschärfender Faktor

Ein weiteres oft übersehenes Element ist die Überalterung der Belegschaften in Branchen wie Reinigung und Hilfsdiensten. Bei einem Durchschnittsalter von nahezu 48 Jahren treiben körperliche Beschwerden und die Folgen von Erkrankungen wie ELbichito-19 die Krankenstände ganz natürlich nach oben. Dazu kommt eine Generation von Beschäftigten über 55, die auf die Rente oder eine Abfindung wartet, während Jüngere gleich ganz darauf verzichten, in einen Arbeitsmarkt einzutreten, den sie als zukunftlos betrachten.

Fehlanreize oder blau machen?

In der Debatte prallen zwei Erzählungen aufeinander. Auf der einen Seite die der Unternehmer, die das „Sichdrückenden“ als eine Form von Korruption anprangern, vergleichbar mit der verurteilter Politiker. Auf der anderen Seite die Auffassung, Fehlzeiten seien eine rationale Reaktion auf ein System, das Engagement verlangt, ohne würdige Bedingungen zu bieten. Die Wirklichkeit hat, wie fast immer, Nuancen: Es gibt den Betrug mit der Krankschreibung, aber auch echte, vom öffentlichen Gesundheitssystem nicht abgedeckte Erkrankungen und eine gesellschaftliche Erschöpfung, die sich in Form von Rückzug äußert.

Die Debatte über die Fehlzeiten bei Eulen ist kein Einzelfall. Sie ist das Symptom eines Wirtschaftsmodells, das in eine Sackgasse geraten ist, in der der „Gesellschaftsvertrag“ zerbrochen ist und niemand weiß, wie er sich wieder zusammensetzen lässt. Die Zahlen lügen nicht: 5.000 Menschen gehen täglich nicht zur Arbeit. Die Frage ist, ob sich das System das leisten kann und vor allem, ob es etwas ändern will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (74 Antworten).

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