EU verschiebt digitalen Euro wegen Datenschutz

Das Team von von der Leyen wollte den digitalen Euro verschieben, weil die Datenschutzbestimmungen nicht stark genug waren. Kommissarin McGuinness: «Es ist kein...»

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU verschiebt digitalen Euro aus Angst vor dem eigenen Narrativ

Die Europäische Kommission stellte den digitalen Euro als einfache virtuelle Erweiterung des Scheingeldes dar. Finanzkommissarin Mairead McGuinness begegnete den Bedenken mit einem Satz, der sich gegen sie wandte: „Dies ist kein Big-Brother-Projekt“. Das Team von Ursula von der Leyen versuchte, den Vorschlag bis nach dem Sommer zu verschieben, weil die Sprache zum Thema Datenschutz nicht stark genug war. Dieses Detail hat mehr als jede Rede alle Alarmglocken läuten lassen.

Was ist der digitale Euro und wer treibt ihn voran?

Das Projekt wird, falls es umgesetzt wird, eine virtuelle Erweiterung der Euro-Banknoten und -Münzen sein, die Zahlungen in der gesamten Eurozone in Sekunden abwickelt. Seine Befürworter behaupten, es gehe über die Bereitstellung eines öffentlichen Gutes hinaus und garantiere, dass die Währung und die Europäische Zentralbank (EZB) in einer digitalen Wirtschaft relevant bleiben. Das offizielle Argument ist also institutionelles Überleben, nicht Bürger-Effizienz.

Kritiker befürchten hingegen, dass es Regierungen ein Werkzeug zur Ausspähung des Kaufverhaltens gibt. Einige beschreiben es direkt als einen verdeckten Plan, Bargeld schrittweise abzuschaffen und die Gewohnheiten der Menschen zu kontrollieren. Die Besorgnis darüber, wie das Projekt verkauft werden soll, wurde durch einen letzten Versuch des Teams von von der Leyen unterstrichen, den Vorschlag bis nach dem Sommer zu verschieben, da Bedenken bestanden, dass die Sprache zum Zahlungsdatenschutz nicht ausreichend stark sei.

Die Entschuldigung, die die Angst bestätigt

„Excusatio non petita, accusatio manifesta“. Der lateinische Satz fasst die vorherrschende Stimmung zusammen: Wer sich verteidigt, bevor man ihn beschuldigt, verbirgt etwas. Dass die Kommission selbst anerkennt, dass der Text zum Datenschutz schwach ist, ist kein technisches Detail, sondern das Eingeständnis, dass der aktuelle Entwurf nichts schützt. Die Verschiebung dient nicht der Verbesserung des Projekts, sondern der Suche nach einem widerstandsfähigeren Euphemismus, bevor es erneut verkauft wird.

Einige weisen darauf hin, dass die meisten Europäer es schlucken würden, wenn man eine Klimaschicht hinzufügt. Das Muster wurde bei anderen Maßnahmen bereits gesehen: Zuerst wird es als optional dargestellt, dann wird es zur Zugangsvoraussetzung. Das digitale Mobilitätszertifikat wurde als etwas angekündigt, das die Bewegungsfreiheit nicht einschränken würde, und endete damit, dass es für den Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern verwendet wurde.

Das Präzedenzfall-Argument von Visa und Mastercard

Das unbequemste Argument für die Verteidiger des aktuellen Systems kommt nicht aus der Geldtheorie, sondern aus der Geopolitik. Als die USA beschlossen, den Zugang zu Visa, Mastercard und Swift zu kappen, entdeckten russische Bürger, dass ihr Geld vom Willen eines Dritten abhing. Wer ein öffentliches Zahlungssystem befürwortet, geht davon aus: Wenn Staaten die Emittenten und Garanten der Währung sind, ist jede andere Option schlechter.

Das Gegenargument lautet, dass ein öffentliches System mit Beamten und öffentlichen Gehältern funktionieren würde und dass Staaten nur Zwangsgewalt und Gewalt garantieren, nicht aber den Wert des Geldes. Die Diskussion dreht sich dann darum, was Geld wirklich ist, und hier gerät das Material ins Stocken: Niemand legt eine Alternative auf den Tisch, die gleichzeitig Souveränität und Datenschutz löst.

Was gekauft werden kann und was nicht

Das am häufigsten zitierte Beispiel ist nicht hypothetisch. Mastercard entschied, dass seine Debitkarten nicht für Zahlungen in legalen Hierba-Apotheken verwendet werden können, obwohl die Aktivität in vielen Bundesstaaten legal ist. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist eindeutig: Wer das System kontrolliert, kann Transaktionen in Echtzeit blockieren, unabhängig davon, ob sie legal oder illegal sind. Wenn dies geschieht, muss der Bürger eine Anwaltskanzlei beauftragen und den Fall nach Straßburg bringen.

Die extreme Version des Szenarios umfasst Entfernungsbeschränkungen, Quoten für den Konsum tierischer Produkte oder automatische geografische Einschränkungen. Dies sind keine bestätigten Vorhersagen, sondern Ängste, die die Analyse durchziehen. Aber der Mechanismus, der sie möglich machen würde, existiert bereits: Die digitale Marke, die den Zugang zu einem Lokal bedingt, wie es bei Gesundheits-QR-Codes der Fall war.

Wer hängt vom Staat ab und wer kann sich widersetzen?

Der unbequemste Punkt ist sozial, nicht technisch. Ein relevanter Teil der Bevölkerung ist von verschiedenen Arten öffentlicher Einkommen abhängig. Für diese Gruppe wäre die Angst, das Einkommen zu verlieren, das ihr Überleben sichert, Grund genug, jede Bedingung zu akzeptieren. Krisen sind der ideale Zeitpunkt, um unpopuläre Maßnahmen einzuführen, und dies wäre keine Ausnahme.

Dagegen wiederholt sich die Antwort des individuellen Ausstiegs: Geld in eine ausländische Jurisdiktion verlagern, eigene Wallets nutzen, Positionen außerhalb des Systems halten. Das Problem ist, dass die Kette überall schwache Glieder hat: der Computer, der Router, der Internetanbieter. Ein einziger kontaminierter Punkt reicht aus, damit der gesamte Rest nutzlos wird.



Der digitale Euro hat immer noch kein Datum. Der Vorschlag wurde zurückgestellt, um den Absatz zum Datenschutz neu zu schreiben, und das ist der gesamte Stand der Dinge. Unterdessen bleibt die Frage unbeantwortet, nicht ob er verpflichtend sein wird, sondern wer entscheiden wird, welche Käufe akzeptabel sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (131 Antworten).

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