EU schweigt zu Israel in der Ceuta-Krise und weckt Zweifel

Brüssel räumt russische Versuche ein, die Ceuta-Krise in Spanien auszunutzen, erwähnt Israel jedoch mit keinem Wort – und dieses Schweigen nährt Verschwörungstheorien. Wir zeigen, was dahintersteckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU schweigt zu Israel in der Ceuta-Krise und weckt Zweifel

Warum gibt die Europäische Union zu, dass Russland versuchte, die Ceuta-Krise auszunutzen, scheut aber davor zurück zu schließen, dass sie sie ausgelöst hat? Die Antwort, diese Woche von einem hohen Vertreter wiederholt, zeichnet eine sorgfältig mehrdeutige Erzählung, die alle Alarmglocken hat schrillen lassen.

"Im Fall von Ceuta sahen wir Versuche Russlands, die Krise im Internet auszunutzen. Wir haben jedoch keine schlüssigen Beweise dafür, dass die Krise selbst durch Desinformation ausländischer staatlicher Akteure ausgelöst wurde", erklärte der Vertreter – ohne Israel auch nur ein einziges Mal zu erwähnen.

Die Aussage, vom Portal El Español aufgegriffen, trennt zwei Ebenen: die nachgelagerte Propagandaarbeit und die Urheberschaft des Ausbruchs. Eine technisch einwandfreie Unterscheidung. Doch im jetzigen Klima des Misstrauens gegenüber den Institutionen bedeutet das Auslassen eines Akteurs, gegen den immer wieder Verdächtigungen kursieren, für viele dessen Bestätigung.

In den verschwörungstheoretischen Kreisen wird das Schweigen als Beweis einer Vertuschung gelesen. Das Szenario einer geopolitischen Intrige, inszeniert aus Israel oder von privaten Interessen, gewinnt in den sozialen Medien an Boden – obwohl die EU betont, es gebe keine Daten. Die Realität ist prosaischer: eine Migrationskrise mit Kontrollverlusten, digitaler Desinformation und einer Diplomatie, die sich nicht die Finger verbrennen will.

Währenddessen fließen die europäischen Gelder weiter in die Länder der Region – ein wiederkehrender Streit, den manche verbittert zusammenfassen: Es gibt Geld für das jeweilige Regime, aber nicht für den Steuerzahler, der es finanziert.

Mangels Beweisen bleibt die offizielle Erzählung bei einem "alles ist möglich". In Zeiten der Postfaktizität ist auch das eine Absichtserklärung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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