EU prüft Toilettenpapier-Verbot zugunsten asiatischer Bidet-Sprays

Westeuropäer verbrauchen jährlich 15 bis 25 Kilo Toilettenpapier. Brüssel diskutiert das Bumgun, doch es gibt noch keine Regulierung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU prüft Toilettenpapier-Verbot zugunsten asiatischer Bidet-Sprays
EU prüft Toilettenpapier-Verbot zugunsten asiatischer Bidet-Sprays

Die Debatte ist in Brüssel zurückgekehrt, getrieben durch EU-Vorschriften zur Eindämmung der Entwaldung. Dabei wurde eine unbequeme Zahl sichtbar: Laut der Europäischen Umweltagentur verbraucht jeder Mensch in Westeuropa, Kanada oder den USA zwischen 15 und 25 Kilogramm Toilettenpapier pro Jahr. Die auf dem Tisch liegende Alternative ist kein Labor-Experiment. Es handelt sich um einen kleinen Schlauch neben der Toilette – das Bumgun –, das in Thailand, Indonesien, Malaysia oder Singapur so verbreitet ist wie hierzulande die klassische Papierrolle.

Was ist ein Bumgun und warum landet es auf der europäischen Agenda?

Es handelt sich um einen manuellen Sprühkopf mit geringen Abmessungen, der Wasser unter Druck für die Körperhygiene ausstößt. Der Natural Resources Defense Council (NRDC) argumentiert, dass dies den Papierverbrauch erheblich senkt und im Vergleich zum industriellen Prozess zur Herstellung von Tissue-Papier aus Holzschliff Wasser spart. Dieses Argument hat die Tür für das Thema in den EU-Büros geöffnet, obwohl noch kein konkreter Vorschlag vorliegt.

Der gesellschaftliche Druck ist jedoch real. Proteste von Aktivisten vor dem Europäischen Parlament, wo sie Papierrollen durch Banner gegen deren Umweltauswirkungen ersetzten, dienten als Stimmungsmesser. Einige Verantwortliche für öffentliche Gesundheit und Umwelt in Nordeuropa erkennen an, dass die Einführung des Systems mit den Klima- und Nachhaltigkeitszielen der EU für 2030 vereinbar sein könnte. Anerkennung ist aber noch keine Gesetzgebung, und dort liegt der Hase begraben.

Das tatsächliche Gewicht von Tissue-Papier: 10 Prozent des Weltverbrauchs

Verpackungen bleiben weltweit der Hauptabnehmer für Papier, doch sogenanntes Tissue-Papier – Taschentücher, Servietten, Toilettenpapier – macht bereits 10 Prozent des Gesamtverbrauchs aus und wächst weiter, so das Environmental Paper Network. Diese Größenordnung verwandelt eine häusliche Gewohnheit in ein industrielles Thema. Das Hinzufügen künstlicher Duftstoffe verteuert zudem den Zyklus, da mehr Wasser, Energie und Chemikalien benötigt werden.

Das heute bekannte Format hat ein Datum. Der US-Amerikaner Joseph Gayetty führte es 1857 als kommerzielles Produkt ein, und die Gebrüder Scott brachten es erst 1890 in Rollenform. Mehr als 130 Jahre später steht dieses Design vor seiner ersten ernsthaften Überprüfung aus ökologischen Gründen, nicht aus Komfortgründen.

Die Entwaldung, die die Daten nicht bestätigen

Hier beginnt der grundlegende Dissens. Ein Teil der Analyse behauptet, die Waldfläche gehe nicht zurück, sondern nehme zu: In Spanien wächst sie seit der Aufgabe ländlicher Gebiete stetig, und ein Großteil des europäischen Zellstoffs stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen. Aus dieser Perspektive klingt der Ruf nach Entwaldungsmaßnahmen im Badezimmer nach einer wiederverwerteten Ausrede.

Dem gegenüber steht das Gegenargument: Wachstum in Hektar bedeutet nicht automatisch Qualität im Forst, und der Tissue-Zyklus hinterlässt einen Wasser- und Energie-Fußabdruck, der nicht verschwindet, nur weil Bäume gepflanzt werden. Keine der beiden Strömungen hat die Diskussion mit vergleichbaren Zahlen abgeschlossen. Und ohne vergleichbare Zahlen tappt die Politik im Dunkeln.

Schlauch ja, Bidet nein: Das Platz- und Trocknungsproblem

Der am häufigsten genannte Punkt in der praktischen Analyse ist nicht ökologischer, sondern immobilienwirtschaftlicher Natur. Ein Bidet erfordert Quadratmeter, die moderne Wohnungen oft nicht haben, weshalb der Schlauch als kostengünstige Lösung für das Platzproblem präsentiert wird. Kritiker entgegnen mit zwei einfachen Einwänden: Spritzwasser und Trocknung. Nach dem Strahl muss man sich abtrocknen, und in einer öffentlichen Toilette lässt sich das nicht mit einem Handtuch lösen, das man von zu Hause mitbringt.

Hinzu kommt die Dürre. Viel Skepsis beruht darauf, dass es keinen Sinn ergibt, Holznutzung durch Wassernutzung in einem Land zu ersetzen, das unter Wasserrestriktionen leidet. Zudem besteht der Verdacht, dass der nächste Schritt darin bestehen könnte, Wasser teurer zu machen oder Papier zu besteuern. Biologisch abbaubare Feuchttücher wurden als Mittelweg zwischen den Lagern positioniert: Sie reinigen besser als Papier und erfordern keine Umbauten, auch wenn ihr Preis gestiegen ist, sobald das Format populär wurde.

Von den Römern bis Demolition Man

Es ist nicht das erste Mal, dass die Menschheit diskutiert, wie man sich reinigt. Im Rom der Antike nutzte man den xylospongio, einen gemeinsamen Schwammstock, der heute als Beweis dafür zitiert wird, dass hygienische Rückschritte Präzedenzfälle haben. Die kulturelle Referenz schlechthin ist der Film Demolition Man, der eine Zukunft ohne Papier und mit drei Muscheln imaginierte und zur Tischgespräch-Prophetie wurde.

Die Ironie durchzieht das gesamte Thema: Eine Gesellschaft, die über den Fußabdruck der Papierrolle diskutiert, während ihre Waldfläche wächst, die Wasser vorschlägt mitten in der Dürre und den Übergang einem Schlauch anvertraut, den noch niemand reguliert hat. Mit diesen Zutaten bleibt der Papierkorb voll, während die Entscheidung leer bleibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (270 Antworten).

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