EU-Beitritt der Ukraine kostet Spanien 4 Mrd. Euro jährlich

Der EU-Beitritt der Ukraine würde Spanien 4 Milliarden Euro pro Jahr kosten, was dem gesamten jährlichen Infrastrukturbudget entspricht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU-Beitritt der Ukraine kostet Spanien 4 Mrd. Euro jährlich
Die Ukraine in der EU: Die Rechnung von 4 Milliarden Euro pro Jahr

Der Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union würde Spanien etwa 4 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Dies ist keine Zahl aus Brüssel; es ist die Berechnung, die jedes Mal auftaucht, wenn das Thema diskutiert wird. Um dies einzuordnen: Es entspricht den gesamten jährlichen spanischen Ausgaben für Infrastruktur. Neue Straßen, Vorortzüge, Hochgeschwindigkeitsstrecken. Das alles würde theoretisch in den Wiederaufbau eines anderen Landes fließen.

Der Ursprung der Debatte hat seine Tücken. Es wird behauptet, dass Moskau einen EU-Beitritt der Ukraine tolerieren könnte – was es nicht tolerieren würde, wäre eine militärische Verankerung in der NATO –, woraus sich die unbequeme Frage ergibt: Gut, aber ist es in unserem Interesse? Eine Sache ist, die Tür offen zu lassen; eine ganz andere ist, jemanden einzulassen, der Eintritt zahlt.

Was würde der EU-Beitritt der Ukraine für Spanien kosten?

Das Szenario zeigt ein Land mit einem BIP pro Kopf von 3.000 Euro, ein Niveau, das mit Marokko verglichen wird und nach dem Konflikt sogar darunter liegen könnte. Hinzu kommen eine zerstörte Produktionsstruktur, ein Staat, der auf externe Hilfe angewiesen ist, und eine Bevölkerung, die daran gewöhnt ist, mit wenig zu überleben. Nichts davon lässt sich durch einen gut formulierten Beitrittsvertrag beheben.

Ein Detail, das oft übersehen wird: Spanien würde aufhören, Empfänger von Kohäsionsfonds zu sein, und zum Nettozahler werden. Das heißt, wir würden vom Empfangen zum Bezahlen wechseln. Und nicht nur ein bisschen. Der Wiederaufbau würde unter den Mitgliedstaaten entsprechend ihrem Gewicht verteilt, sodass die spanische Rechnung Jahr für Jahr steigen würde. Die vollständige Aufstellung lädt dazu ein, sich hinzusetzen, bevor man etwas unterschreibt.

Zahlt Spanien mehr an Brüssel, als es erhält?

Ja, und es gibt eine konkrete Zahl dazu: Im Jahr 2019 war die Bilanz um 1,176 Milliarden Euro negativ. Diese Daten werden angeführt, um die Idee zu widerlegen, dass die Mitgliedschaft im Club kostenlos sei. Spanien zahlt seit Jahren mehr ein, als es über Struktur-, Agrar- oder Kohäsionsfonds zurückbekommt, und die Osterweiterung hat diesen Trend nur verschärft.

Die Schlussfolgerung ist einfach. Wenn wir bereits Nettozahler in der EU der 27 sind, kann die Aufnahme eines Partners mit etwa 40 Millionen Einwohnern und einer am Boden liegenden Wirtschaft die Bilanz nur weiter verschlechtern. Das Geld, das heute in Vorortzüge und Straßen fließt, hätte dann einen anderen Verwendungszweck.

Was passierte, als Spanien, Portugal und Griechenland den Euro einführten?

Die Industrie wurde abgebaut, Agrarquoten wurden akzeptiert und Löhne jahrelang gedrückt, um die Konvergenzkriterien zu erfüllen. Dieses Beispiel wird angeführt, um einen Express-Beitritt abzulehnen. Der Vergleich schmerzt: Die Ukraine hat heute ein niedrigeres BIP als im Jahr 1991, als die Sowjetunion zerfiel.

Dass ein Land mit dieser Entwicklung beitritt, ohne denselben Prüfstand zu durchlaufen, wird in vielen Analysen als schlechter Scherz betrachtet. Nicht nur wegen des Geldes. Auch wegen der Botschaft: Mitglieder, die sich bei der Einhaltung der Regeln verausgabt haben, würden sehen, wie ein anderer die Prüfung überspringt.

Ist die Ukraine demokratisch und korruptionsfrei?

Hier gehen die kursierenden Analysen nicht zimperlich um. Eine alte Behauptung wird wiederholt: Die Ukraine sei dreimal korrupter als Russland, zusammengefasst in einem populären Sprichwort darüber, wer wen wählt. Man sollte dies als das nehmen, was es ist: eine Meinung, die hier ohne dokumentarische Überprüfung geäußert wird.

Eine weitere These besagt, dass die Machtwechsel in Kiew seit 2014 ein demokratisches System hinterlassen haben, das eher formell als real ist. Dies ist das Hauptargument der Gegner eines Beitritts und ist exakt eine politische These.

Die vier Millionen, die schon drin sind

Es gibt ein Argument, das alles auf den Kopf stellt. Man spricht von vier Millionen Ukrainern, die in kurzer Zeit in die EU gekommen sind, sodass das Land faktisch schon drin wäre und nicht durch Verträge integriert werden müsste. Unter diesem Blickwinkel wäre das Problem nicht der formale Beitritt, sondern das Management der Aufnahme.

Hinzu kommt eine unbequeme, aber wiederholte Meinung: Dass die Ankömmlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden und sich selbst tragen sollten. Dies ist ein Ansatz, der die Migrationsdebatte mit der Erweiterungsfrage vermischt und den noch niemand schließen möchte.

Die Alternative zum Club: Freihandel und weniger Brüssel

Nicht alle Ablehnung richtet sich gegen die Ukraine. Ein großer Teil richtet sich gegen die EU selbst. Der Vorschlag, der sich Bahn bricht, ist die Rückkehr zu einer europäischen Freihandelszone mit bilateralen Verträgen und ohne den Regulierungsapparat von Brüssel. Unter diesem Dach wäre ein ukrainischer Beitritt willkommen, ohne Millionentransfers.

Die Logik hat ihre Berechtigung: Deutschland handelt nicht mit den Niederlanden, weil es ein Gebäude in Brüssel gibt, sondern weil es vorteilhaft ist. Die Regulierungsebene, so wird argumentiert, erhöht Kosten, nimmt Freiheit und dient eher den Interessen von Paris als denen der Steuerzahler im Süden.

Gleichzeitig schwingt das Gefühl mit, dass die endgültige Entscheidung nicht in Europa getroffen wird. Die vorherrschende geopolitische Lesart deutet auf einen Verlust der US-Hegemonie und eine eurasische Achse hin, die sich neu ordnet, wobei China der wichtigste Gläubiger des Kontinents ist.

Mit diesen Teilen auf dem Tisch ist die Frage weniger, ob die Ukraine zum europäischen Projekt passt, als wer die Umbaukosten trägt. Was, wenn das Problem nicht der Kandidat ist, sondern die Rechnung, die jemand unterschreiben muss?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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