EU akzeptiert 15%-Zölle und 600 Mrd. Dollar Investitionen

Die EU akzeptiert 15% Zölle auf ihre Produkte, 600 Milliarden Dollar Investitionen in den USA und mehr Energie- und Rüstungskäufe. Das Abkommen zeichnet das Bild der…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EU akzeptiert 15%-Zölle und 600 Mrd. Dollar Investitionen
EU unterzeichnet mit Trump: 15%-Zölle und 600 Mrd. Dollar Käufe

Das Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, das in den letzten Phasen der Verhandlungen geschlossen wurde, hinterlässt eine Fülle von Zahlen, die auf den ersten Blick schwer zu verdauen sind. Washington wird einen Zoll von 15 % auf die meisten europäischen Produkte erheben, Brüssel wird 600 Milliarden Dollar in US-Territorium investieren und sich verpflichten, seine Einkäufe von Energie und militärischem Material zu erhöhen. Im kollektiven Gedächtnis hat sich ein Bild eingebrannt: Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sitzt Donald Trump gegenüber, mit einem ausdrucklosen Gesichtsausdruck, während der Republikaner das Abkommen ankündigte. Diese Szene wurde von einem Teil der wirtschaftlichen Öffentlichkeit als bedingungslose Kapitulation gelesen, von einem anderen als das kleinere Übel eines Handelskrieges, der hätte schlimmer sein können.

Was das Abkommen zwischen der EU und den USA umfasst

Der Text, der nur häppchenweise bekannt wurde, enthält mehrere Verpflichtungen, die weit über Zölle hinausgehen. Die EU verpflichtet sich, 600 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten zu investieren, ihre Einkäufe amerikanischer Energie zu steigern und militärisches Material gleichen Ursprungs zu erwerben. Hinzu kommt, laut Daten von Beobachtern des Kleingedruckten, eine Kaufverpflichtung für Fahrzeuge und Produkte, die in den USA hergestellt werden. Der 15 %-Zoll wird auf die meisten europäischen Produkte angewendet, obwohl einige Analysen darauf hinweisen, dass er von den ursprünglich diskutierten 30 % gesenkt wurde. Die europäische Seite konnte hingegen nicht erreichen, dass Washington auf eigene Zölle verzichtet oder die Bedingungen angleicht.

Manche behaupten, das Abkommen sei eigentlich eine verdeckte Kolonialsteuer: Europa zahlt für den Zugang zu einem Markt, der zuvor offen war, und finanziert zudem die Industrie des Landes, das es zur Kasse bittet. Dagegen spricht das Argument, dass die Alternative ein 30 %-Zoll gewesen wäre und eine Eskalation, die die deutsche und osteuropäische Industrie stärker getroffen hätte. Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass 15 % ein verkraftbarer Schlag ist; das pessimistische Szenario nimmt an, dass die Gesamtrechnung, inklusive Investitionen und Energie- sowie Militäreinkäufen, eine Billion Euro übersteigt.

Die Rolle von Von der Leyen und die politische Lesart des Abkommens

Die Präsidentin der Europäischen Kommission wurde in der Position dargestellt, die unterschreibt, was ihr vorgelegt wird. Dies ist keine Wahrnehmung, die ausschließlich Kritikern Brüssels vorbehalten ist. Der ungarische Premierminister Viktor Orbán fasste das Abkommen zusammen als Übertragung von Hunderten von Milliarden Euro Kapital von Europa in die Vereinigten Staaten. Der Satz, der in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, diente als Munition für jene, die glauben, die EU habe aufgehört, ein geopolitischer Akteur zu sein, und sei zu einem Anhängsel der US-Außenpolitik geworden.

Das Detail, das am meisten kursierte, betrifft die Windenergie. In einem der Treffen bezeichnete Trump den Ausbau der Windkraftanlagen als Betrug, und die Szene, wie Von der Leyen zuhörte, ohne zu widersprechen, wurde als perfekte Metapher für den Moment interpretiert: Die EU verzichtet darauf, ihr eigenes Energiemodell zu verteidigen, während sie massive Einkäufe von amerikanischem Gas und Öl unterzeichnet. Die Paradoxie besteht darin, dass das Abkommen in Brüssel als defensiver Sieg verkauft wird, während das Kleingedruckte eine wachsende Abhängigkeit beschreibt.

Wer die Rechnung zahlt und wer sie verteidigt

Die Kostenverteilung ist der Punkt, der am meisten Unbehagen bereitet. Die Investitionen von 600 Milliarden stammen aus europäischem Kapital, die Energie- und Militäreinkäufe werden mit öffentlichen und privaten Geldern der 27 Mitgliedstaaten finanziert, und die Zölle zahlen letztlich die europäischen Exporteure oder im Endeffekt die Verbraucher. Die Rechnung wird nicht gleichmäßig verteilt: Deutschland, mit seiner Automobilindustrie im Fokus, ist am stärksten exponiert; Spanien, mit geringerem industriellen Gewicht in den transatlantischen Beziehungen, tritt in den Hintergrund, erhält aber auch indirekte Schläge.

Die Verteidigung des Abkommens stützt sich auf ein Argument des Realismus: Ohne ihn wären die Zölle bei 30 % gelegen und die Eskalation schlimmer gewesen. Dieser Realismus bringt die Parteien in Europa, die sich als liberale und atlantische Kräfte verstehen, in Bedrängnis, da sie gezwungen sind, eine Behandlung zu rechtfertigen, die ihrem eigenen Diskurs wirtschaftlich widerspricht. Der Widerspruch ist besonders sichtbar im rechten Spektrum Spaniens, wo die Unterstützung für die NATO und die Allianz mit Washington kollidiert mit der Verteidigung der nationalen Produktionsstruktur.

Debatte über die demokratische Legitimität der Kommission

Das Abkommen hat eine Diskussion wieder entfacht, die über Zölle hinausgeht: Wer entscheidet in Europa? Von der Leyen wurde nicht von den Bürgern gewählt, sondern nach den Wahlen zum Europäischen Parlament von den Regierungen nominiert. Die Kommission verhandelt Handelsverträge mit enormem Ermessensspielraum, während das Parlament nur das finale Paket genehmigen oder ablehnen kann, ohne echte Änderungsmöglichkeiten. Dieses institutionelle Design, gedacht, um die Handelspolitik vor politischen Schwankungen zu schützen, wird zum Problem, wenn das Ergebnis ein Abkommen ist, das ein erheblicher Teil der öffentlichen Meinung ablehnt.

Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob das Europäische Parlament den Text so ratifizieren wird, wie er ist, oder versuchen wird, Änderungen einzuführen. Die Präzedenzfälle laden nicht zum Optimismus ein: Bei früheren Abkommen beschränkte sich die Kammer auf kosmetische Korrekturen. Wenn dies diesmal passiert, wird der Verschleiß der Kommission schwer rückgängig zu machen sein, und die Kluft zwischen Brüssel und den Wählern wird sich weiter vergrößern.



Das Abkommen hinterlässt ein unbequemes Foto: Die EU zahlt, kauft und verpflichtet sich, während Washington seine Zölle beibehält und seine Industrie das europäische Geld empfängt. Es bleibt abzuwarten, ob das Europäische Parlament es unverändert ratifiziert oder zum ersten Mal einem Text trotzt, der mit dem Etikett der Kapitulation geboren wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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