Espinosa de los Monteros verlässt VOX, Steegmann übernimmt Mandat

Juan Luis Steegmann rückt für Espinosa de los Monteros nach. Die VOX-Basis spricht von Stimmenabwanderung zur PP.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Espinosa de los Monteros verlässt VOX, Steegmann übernimmt Mandat
Espinosa de los Monteros verlässt VOX und übergibt das Mandat an Steegmann

Der Austritt von Iván Espinosa de los Monteros aus VOX ist der Schlag, den die Partei nicht gebrauchen konnte. Sein Madrider Abgeordnetenmandat geht an Juan Luis Steegmann, ein in der Partei bekanntes Gesicht, das laut Basis-Anhängern erst vor vier Tagen noch in den Reihen der PSOE unter Manuel Chaves zu finden war. Der Vorgang endet ohne offizielle Erklärung und lässt den effektivsten Sprecher der Fraktion außen vor. Dies ist kein gewöhnlicher Abgang: Es zeigt, dass die Partei, die versprach, das Regime von 1978 aufzubrechen, selbst zum Teil des Systems geworden ist.

Was geschah mit Espinosa de los Monteros?

Der Weggang des bisherigen Sprechers im Congreso de los Fruta folgt auf einen Wahlkampf, den die eigene Basis als Desaster bezeichnet. Ausgeschlossene Medien, beiseitegeschobene Neuzugänge und eine Richtung, die die Partei nie erklärte. Espinosa de los Monteros reiht sich in eine Liste von Abgängen ein, die laut internen Zählungen auch Olona, Sánchez del Real und Espinosa de los Monteros senior umfasst. Das Tropfen ist kein Zufall: Es ist das Symptom einer Partei, die ihre Kader verdrängt und Loyalität belohnt.

Der Betroffene selbst bat in einer öffentlichen Nachricht seine Anhänger, den Mut zu bewahren, und betonte, dass die Mission es wert sei. „Alles hat sich gelohnt. Spanien lohnt sich immer“, schrieb er. In den Worten eines Gehenden klingt dies eher wie ein Epitaph denn wie eine Anfeuerungsrede.

Steegmann, der unerwartete Nachfolger

Das frei werdende Mandat besetzt Juan Luis Steegmann, Abgeordneter für Madrid. Diese Wahl hat die kritische Basis empört, die an seinen sozialistischen Hintergrund erinnert und ihn bis vor Kurzem im Umfeld von Chaves verortet. Für Teile der Wählerschaft ist die Botschaft klar: Die Partei bevorzugt fügsame Profile gegenüber eigenständigen Persönlichkeiten. Der Verdacht, dass der Apparat sich gegen interne Dissidenz abschottet, durchzieht die Analysen.

Einige behaupten, der Austritt habe gesundheitliche Gründe bei ihm und seiner Frau und dass die Medien den Vorfall nur als Untergang der Partei interpretieren wollten. Dies ist die Version, die das nahestehende Mediennetzwerk vertritt. Die andere, unter Beobachtern des Tagesgeschäfts vorherrschende Lesart ist, dass die Partei ihre Liberalen verliert und sich auf einen falangistischen Kern zurückzieht.

Die bevorstehende Stimmenabwanderung

Die zentrale Frage lautet nicht, wer wen ersetzt, sondern wem dies nützt. Die dominante Hypothese ist eine Stimmenabwanderung von VOX zur Partido Popular (PP) bei den nächsten Wahlen, mit Feijóo als direktem Profiteur. Ein Teil der Wähler akzeptiert dies resigniert; andere warnen, dass die PP keine konservative Partei mehr sei und ihr Votum wiederhole den Fehler jener, die glaubten, sie würde wie Aznar regieren.

Der Vergleich mit Ciudadanos taucht immer wieder auf. Auch diese Partei entstand mit dem Anspruch auf Erneuerung, hatte einen starken Führer und endete schließlich aufgelöst. Die Parallele schmeichelt nicht: strenge Kontrolle des Apparats, bedingungslose Bindung an den Anführer und eine Basis, die nach dem Wahldesaster vergeblich auf Selbstkritik oder interne Vorwahlen wartet.

Die Partei, die das System sprengen wollte und darin landete

Die meistgehörte These ist, dass VOX zum rechten Pendant von Podemos geworden ist: Eine Partei zur Kanalisierung von Unzufriedenheit, nützlich solange diese politisch rentabel ist, und deaktiviert, sobald das System sie verdaut hat. Veteranen kennen diese Sequenz gut: UPyD, Podemos, Ciudadanos und nun VOX. Alle versprachen Erneuerung und alle stützten am Ende das Zweiparteiensystem, das sie bekämpfen wollten.

Auch die wirtschaftspolitische Diagnose ist relevant. Eine Partei, die sich als liberal gibt, aber ihre liberalen Kader zugunsten eines identitären Nationalismus verdrängt, verliert ihren Wettbewerbsvorteil. Die wahlpolitische Konsequenz ist vorhersehbar: weniger Stimmen, mehr Lärm und eine Basis, die sich betrogen fühlt. Stierkampf-Kampagnen, Gehaltserhöhungen und Flaggen-Slogans können den Abfluss technischer Kompetenz nicht kompensieren.

Was bleibt vom ursprünglichen Projekt?

Veteranen erinnern daran, dass der Parteigründer Aleix Vidal-Quadras war, Professor für Kernphysik und ein gewichtiger Politiker. Die kursierende These lautet: Hätte sich die Partei nicht von diesem ursprünglichen Entwurf entfernt, wäre sie heute in der Lage, um die Regierungsmacht zu kämpfen. Stattdessen setzt die aktuelle Führung auf interne Kontrolle und permanente Konfrontation, einschließlich Drohungen mitten im Wahlkampf.

Das Ergebnis ist eine Partei, die der Linken mehr gebracht hat, als sie ihr genommen hat. Der Austritt von Espinosa de los Monteros ist nicht das Ende, sondern das vorletzte Kapitel einer Serie, die die Basis schon zu oft gesehen hat. Mit diesen Voraussetzungen scheint die Stimmenabwanderung zur PP nur eine Frage der Zeit. Allerdings unterschreibt niemand dafür, dass die PP weiß, was sie damit anfangen soll.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (185 Antworten).

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