Anleitung, um am ersten Arbeitstag einen schlechten Eindruck zu hinterlassen
Eine Stunde früher kommen, den Vertrag unterschreiben, fest die Hand schütteln mit Blickkontakt und klar machen, dass man nicht zum Freundschaftsschließen da ist. Das ist das Paket der Ratschläge, das die verbreitetsten Anleitungen für das Verhalten am ersten Tag in einer neuen Firma eröffnet, was in der Praxis wie ein Rezept für eine sofortige Entlassung wirkt. Der ursprüngliche Ansatz bleibt dabei nicht stehen: Er schlägt vor, mehr Arbeitslast zu fordern, wenn am ersten Tag nicht genug zu tun ist, Verbesserungsvorschläge bei den Chefs einzureichen und bis zur Schließung des Betriebsgeländes zu bleiben, um Engagement zu zeigen.
Die überwiegende Reaktion auf diese Ideologie geht in die entgegengesetzte Richtung. Der am häufigsten wiederholte Konsens ist, dass man am ersten Tag wenig sprechen, beobachten und nichts anfassen sollte. Wer kommt und über Fehler urteilt sowie Verbesserungen vorschlägt, erhält keine Anerkennung: Er wird als Neuankömmling abgestempelt, der die Lage nicht kennt.
Was am ersten Tag tun laut denen, die es erlebt haben
Das praktische Handbuch, das aus fremder Erfahrung hervorgeht, ist eher defensiv als offensiv. Still sein, nur antworten, wenn gefragt wird, einige Sekunden warten vor der Antwort und nicht zu sehr fraternisieren, bis man weiß, wie jeder Kollege tickt. Die Politik, keine Feinde aber auch keine Freunde zu machen, sich nicht zu Politik oder kontroversen Themen zu äußern und über niemanden schlecht zu reden, erscheint als Kernstück des Überlebens in den ersten Monaten.
Es gibt eine Anekdote, die das Scheitern übermäßigen Eifers zusammenfasst: Ein Mitarbeiter widmete sich gleich nach dem Eintritt dem Kaffee-Holen und verteilte ihn wie ein Kellner. Es half ihm nichts. Nach drei Monaten wurde er gefeuert.
Der Fehler, Verbesserungen vorzuschlagen, bevor man das Unternehmen kennt
Der Vorschlag, einen frischen, externen Blickwinkel einzubringen, erhält die schärfste Kritik. Die Idee, dass ein Unternehmen darauf wartet, dass ein Neuzugang seine Mängel entdeckt, liest sich wie eine Filmfantasie. Die vorherrschende Diagnose ist, dass dies direkt ins Verderben führt: Wer die internen Gleichgewichte nicht kennt, ist nicht in der Position, sie zu korrigieren.
In denselben Topf fällt die Empfehlung, Verantwortung von Minute eins an zu beanspruchen. Die ätzendste Version des Arguments besagt, dass echte Verantwortung erst dann kommt, wenn der Chef dir vertraut, die Ware im richtigen Regal einzuräumen, und dass ein Fehler dort wirklich Ärger macht. Das Abladen eines LKWs wird als das Primitivste des Berufs beschrieben, während das gute Beladen als Kunst mit Strategie dargestellt wird: ein Tetris-Spiel, bei dem die zuletzt entladene Ware nahe den Türen platziert wird.
Der Vertrag, Charo aus dem Personalwesen und der Kaffee
Die Anweisung, den Vertrag am ersten Tag zu unterschreiben, löst allgemeines Gelächter aus. Die am häufigsten wiederholte Antwort ist, dass derjenige, der das schreibt, noch nie gearbeitet hat, oder zumindest nicht in einem spanischen KMU (kleinen und mittleren Unternehmen). In dieser Welt ist der Vertrag ein Dokument, das manchmal Wochen braucht, um aufzutauchen.
Die andere Front ist das Personalwesen. Die Figur der Personalleiterin, die nach intransparenten Kriterien entscheidet, erscheint als das wahre Ausstiegstor, sogar wichtiger als die Bewertung durch die mittlere Führungskraft. Der Fall eines jungen Mannes wird beschrieben, der zu allem Ja sagte, einschließlich Überstunden, und dessen Gehalt kaum erhöht wurde, gerade so viel, um die Inflation auszugleichen. Als er seinen Weggang ankündigte, reagierte das Unternehmen spät. Eine ähnliche Geschichte: Ein Jahr in einer Firma, eine Erhöhung von 50 Euro, gewährt, weil ein Chef eine Wette gegen einen anderen verlor, und ein vereinbarter Abgang innerhalb von 14 Tagen ohne Verhandlungsoption.
Das ursprüngliche Handbuch enthielt häusliche Details: klar machen, dass man keine Hinweise zur Kantine braucht, weil die Mutter Brote vorbereitet und man kein Problem damit hat, über der Tastatur zu essen. Die Szene des Chefs, der das Gelände schließt, während die Mitarbeiter über ihren Tastaturen essen, ist zum Bild geworden, das den Ratgeber am besten definiert.
Die sich aufdrängende Schlussfolgerung ist unbequem: Begeisterung, die am ersten Tag gezeigt wird, kauft keine Loyalität, sondern Zeit. Wer von Anfang an alles gibt, verdient oft nur das Minimum und sucht sich bald eine neue Firma. Die Prognose lautet, mit Vorbehalten, dass dieses Muster sich nicht ändern wird, solange die Kosten für die Ersetzung eines Mitarbeiters niedriger sind als die für seine Bindung.
Warnung für Reisende: Wenn jemand mit der ursprünglichen Liste der Ratschläge unter dem Arm zu seinem ersten Tag kommt, sollte er besser seinen Lebenslauf aktuell halten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).