Das Maultier überlebt, wo Direct-Download-Server fallen
Ein Direct-Download-Link, der gestern noch funktionierte, ist am Morgen tot. Das ist die Szene, die die Suche nach Alternativen auslöst, wenn eine wichtige Seite vom Netz geht – und das Muster wiederholt sich so regelmäßig, dass es niemanden mehr überrascht: Die Datei verschwindet, der Server wechselt den Besitzer, das Konto wird gesperrt. Dieser Zerbrechlichkeit steht eine Technologie gegenüber, die seit über einem Jahrzehnt ohne Unterbrechung läuft und die niemand wesentlich verbessert hat, wie ihre Verfechter betonen. Die Diskussion darüber, wo man Filme, Serien und Bücher herunterlädt, führt immer wieder zum selben Punkt: eMule gegen Direct Download, mit Torrent als drittem Weg und einer Grundfrage, die niemand je geklärt hat.
Warum Direct Download zusammenbricht und das Maultier nicht
Das zentrale Argument ist infrastruktureller Natur, nicht ideologisch. Direct-Download-Server sind Maschinen eines Unternehmens, das mit fremden Inhalten Geld verdient; wenn der rechtliche Druck zunimmt, wird der Server abgeschaltet – und mit ihm Tausende Dateien. Die jüngere Geschichte liefert Beispiele im Überfluss: Dienste, die über Nacht verschwanden und ganze Bibliotheken mit sich rissen. Wer seine Links in einem Konto gespeichert hatte, verlor den Zugriff schlagartig.
Das Peer-to-Peer-Netzwerk funktioniert umgekehrt. Es gibt keinen zentralen Server, den man abschalten könnte, nur private Computer, die teilen, was sie haben. Mehr als zehn Jahre ausschließlich mit eMule ohne ein einziges Problem – das ist die Erfahrung, die die vorherrschende Haltung zusammenfasst: Wenn es nie versagt hat, gibt es keinen Grund zu wechseln. Der Preis ist ein anderer: Man muss die Anwendung einrichten, den Rechner laufen lassen und Geschwindigkeiten akzeptieren, die nicht mit Glasfaser konkurrieren.
Hier kommt der Energieaspekt ins Spiel. Ein stromsparender Prozessor verbraucht selbst unter Volllast nicht die 25 Watt seines Datenblatts, und die Downloadgeschwindigkeit spielt keine Rolle mehr, wenn der Katalog das Entscheidende ist. Mit einer Ein-Megabit-Leitung habe man dasselbe heruntergeladen wie mit zehn, so dieses Lager: Mehr Bandbreite ist überflüssig, wenn die Datei lange braucht, um überhaupt aufzutauchen, nicht zum Herunterladen.
Torrent ist nicht das Wundermittel, als das es gepriesen wurde
Der dritte Weg gibt sich als die moderne Option, schleppt aber dieselben Mängel mit sich, die er angeblich bekämpft. Torrent-Tracker sind darauf angewiesen, dass jemand die Datei seedet, und wenn ein Film älter als zwei Jahre ist oder kein Neustart, werden die Quellen immer seltener, bis sie verschwinden. Bei Neuerscheinungen funktioniert es; bei älteren Filmen in High Definition wird das Angebot eng.
Die andere Schwachstelle ist die Sprache. Ein großer Teil des spanischsprachigen Katalogs über diese Kanäle ist synchronisiert und von schwankender Qualität, ohne Originalversion und ohne ordentliche Untertitel. Wer einen bestimmten Film auf Spanisch und in guter Qualität sucht, landet am Ende wieder bei denselben alten Seiten – mit dem Maultier als letzter verlässlicher Zuflucht. Die Ironie: Das älteste System bewahrt den größten Katalog.
Die Falle aus Werbung und Captchas
Der wahre Preis des Direct Downloads ist nicht Geld: Es sind Zeit und Aufmerksamkeit. Eine Datei mit fünfzehn Gigabyte herunterzuladen bedeutet, sie in Dutzende Teile zu zerlegen, zwischen den Fragmenten zu warten, Captchas zu lösen und Pop-ups zu schließen. Die Bilanz: hundert Captchas und tausend Popups pro Film, so die anschaulichste Beschreibung des Vorgangs.
Dazu kommt das Risiko, unbeabsichtigt Werbeleisten oder unerwünschte Software zu installieren. Niemand verschenkt etwas, und wenn man einem die Einrichtung des Maultiers abnimmt, zahlt man es auf anderem Wege. Die komplette Rechnung, inklusive der Wartezeiten und Klicks pro Datei, führt zu einer unbequemen Schlussfolgerung darüber, welches Modell wirklich effizient ist.
Die Ethik des Tauschs: gleiche Straftat, anderes Alibi
Die sarracena Debatte kommt früh. Wer den Peer-to-Peer-Tausch verteidigt, argumentiert, es gebe keinen Profit: Ich stelle meine Verbindung, ein anderer seine, wir teilen. Direct-Download-Server dagegen sind Unternehmen, die mit der Arbeit anderer Geld verdienen. Der Unterschied hat Gewicht, wankt aber, wenn man das Ergebnis betrachtet: In beiden Fällen zahlt niemand die Schöpfer.
Der Einwand kommt mit einem Augenzwinkern. Es macht keinen Unterschied, ob die Datei von einer Privatperson oder einem Server im Ausland stammt; die Struktur ist dieselbe: an der Kasse vorbeikommen. Das ohne Alibis zuzugeben ist ehrlicher, als eine sarracena Hierarchie zwischen zwei Arten zu errichten, dasselbe zu tun.
Die Speicherung: Festplatte gegen Cloud
Die letzte Ebene des Problems ist die Frage, wo man das Heruntergeladene aufbewahrt. Drei Terabyte auf einer Festplatte kosten zwischen neunzig und hundert Euro und halten vier bis fünf Jahre, so eine Rechnung, die in der Debatte kursiert; dieselbe Menge bei einem Cloud-Dienst ist teurer und erfordert eine permanente Verbindung. Festplatten fallen zwar aus, das stimmt – aber man überwacht und ersetzt sie.
Die Cloud hat ihre eigene Geschichte des Verschwindens. Dienste, die Daten über Nacht löschten, Konten, die per Gerichtsbeschluss gesperrt wurden, Dateien, die ohne Vorwarnung nicht mehr verfügbar waren. Redundante Backups schützen vor Festplattenausfall, nicht vor der Abschaltung eines Servers.
Vor diesem Hintergrund müsste das Maultier eigentlich seit Jahren tot sein. Es lebt noch – nicht aus Nostalgie, sondern weil niemand etwas gebaut hat, was es dort ersetzt, wo es gut ist, wie seine Verfechter sagen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (92 Antworten).