Elektroheizung oder Wärmepumpe: Die Stromrechnung entscheidet

Ein Elektroheizkörper wandelt jedes Watt in Wärme um. Eine Wärmepumpe bewegt bis zu vier. In Spanien entscheidet die Winterstromrechnung, was sich in jeder Klimazone lohnt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Elektroheizung oder Wärmepumpe: Die Stromrechnung entscheidet
Elektroheizung oder Wärmepumpe: Die Stromrechnung entscheidet

In einem Haus im Süden Spaniens ohne Dämmung und ohne vorinstallierte Heizung steigt die Stromrechnung von 60 Euro pro Monat auf zwischen 160 und 180 Euro, sobald es kalt wird. Das Wohnzimmer wird den ganzen Tag über mit zwei Ölradiatoren auf 21 Grad geheizt, der Rest der Wohnung bleibt thermisch sich selbst überlassen. Die Frage ist, ob der Wechsel von diesen Heizkörpern auf die Heizfunktion der Klimasplitgeräte Geld spart oder teurer wird.

Die kurze Antwort: Die Wärmepumpe verbraucht weniger. Die lange Antwort lautet, dass die Ersparnis von der Klimazone, der Luftfeuchtigkeit und der Anzahl der zu heizenden Räume abhängt. Und genau in dieser langen Antwort wird die Sache kompliziert.

Was verbraucht weniger: Elektroheizkörper oder Klimaanlage im Heizmodus

Ein Elektroheizkörper wandelt jedes Watt Strom in ein Watt Wärme um. 100 % Effizienz, ohne Diskussion. Die Wärmepumpe in Split-Klimageräten erzeugt keine Wärme: Sie transportiert sie von außen nach innen durch einen Kompressions- und Expansionszyklus mit Kältemittel. Pro verbrauchtem Watt Strom kann sie zwei bis vier Watt Wärme von der Außenluft ins Wohnzimmer bewegen.

Diese Differenz ist real und gemessen. Wer seit 2013 einen Zähler am Wohnzimmer-Split hat, besitzt die monatlichen Winter- und Sommerverbrauchswerte eines Invertergeräts mit etwa 3.000 Frigorien in der Region Sevilla, mit Thermostat auf 21-22 Grad im Winter. Die Zahlen liegen vor, und wer sie gesehen hat, behauptet, der Unterschied zum Heizkörper liege bei etwa einem Drittel des Verbrauchs.

Das Problem: Nicht jeder akzeptiert diese Rechnung. Manche halten dagegen, dass eine Wärmepumpe keine Wärme erzeugt, sondern nur konzentriert, und dass das eine andere Art von Arbeit ist, die nicht mehr Watt liefern kann, als durch den Zähler fließen. Die Diskussion artete in einem Austausch von Beleidigungen darüber aus, ob der Carnot-Kreislauf diese Leistung erlaubt oder nicht. Die Thermodynamik erlaubt diese Leistung. Eine andere Frage ist, ob das Gerät richtig dimensioniert und richtig installiert ist.

Warum sich die Heizkörperwärme angenehmer anfühlt und ob sich das lohnt

Die Wärme des Heizkörpers ist direkte Strahlung: Sie erwärmt Gegenstände und Wände, nicht die Luft. Die des Splits ist erzwungene Konvektion: Sie bewegt die Luft und verteilt sie in wenigen Minuten im ganzen Raum. Das Wärmeempfinden ist anders. Der Heizkörper fühlt sich sanfter, wärmer und weniger austrocknend an. Der Split heizt schneller und gleichmäßiger, wirbelt aber Staub auf und kann die Luft austrocknen.

Dieser Komfortunterschied ist der Grund, warum viele Häuser bei Heizkörpern bleiben, obwohl die Rechnung höher ausfällt. Die Wärme des Heizkörpers ist angenehmer, und das hat seinen Preis. Die Frage ist: wie viel? Wenn der Split ein Drittel des Heizkörperverbrauchs benötigt, kostet der Komfort etwa 60-70 Euro extra pro Monat im Winter. Für manche Familien ist das machbar. Für andere nicht.

Ein Faktor erschwert den Vergleich: die Luftfeuchtigkeit. In Sevilla fühlt sich kalte, feuchte Luft bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit kälter an, als das Thermometer anzeigt. Ein Entfeuchter reduziert dieses Gefühl und wärmt nebenbei den Raum. Ein Entfeuchter ist im Wesentlichen eine Wärmepumpe ohne Kälteseite: Er kondensiert die Feuchtigkeit aus der Luft und gibt die latente Kondensationswärme im Raum ab. Er verbraucht zwischen 300 und 400 Watt und kann die Temperatur eines Raums um ein bis zwei Grad anheben.

Wie man den Rest der Wohnung ohne Bauarbeiten heizt

Das Wohnzimmer hat einen fertigen Kaminabzug für einen Ofen oder Kamin, aber es gibt keine Kanäle, die die Wärme in die übrigen Zimmer leiten. Die Frage ist, ob es sich lohnt, die derzeit kalten Zimmer zu beheizen.

Die vernünftigste Option, wenn Elektroheizkörper ausscheiden, ist die Installation von Kühlen/Heizen-Splits in den Zimmern. Ein Inverter-Split für 500 bis 800 Euro dient im Winter und im Sommer und verbraucht deutlich weniger als ein Heizkörper. Die Anfangsinvestition ist höher, amortisiert sich aber in wenigen Wintern bei intensiver Nutzung.

Die Alternative Kamin oder Holzofen ergibt Sinn, wenn man Strahlungswärme möchte und billiges Brennholz zur Verfügung hat. Aber sie löst das Problem der abgelegenen Zimmer nicht: Ohne Kanäle kommt die Wärme nicht an. Und ein Butanofen, wie ihn ein Teilnehmer nutzt, ist günstig in der Anschaffung, erzeugt aber Feuchtigkeit und erfordert Belüftung.

Wie viel die Wärmepumpe in Sevilla wirklich spart

Die optimistischste Rechnung spricht von 30 % Ersparnis gegenüber der Heizkörperrechnung in Sevilla. Das sind etwa 30 Euro pro Monat bei einem Anstieg von 100 Euro. Die aggressivste Rechnung, nach der die Wärmepumpe nur ein Drittel verbraucht, würde eine Ersparnis von 60-70 Euro pro Monat bedeuten. Der Unterschied zwischen beiden Szenarien liegt bei 30-40 Euro monatlich, rund 400 Euro pro Winter.

Die tatsächliche Ersparnis hängt von der Außentemperatur ab. In Sevilla mit milden Wintern arbeitet die Wärmepumpe effizient. In Soria mit Temperaturen unter null sinkt die Leistung, und der Heizkörper kann konkurrenzfähiger sein. Die Klimazone ist wichtiger als die Technik.

Ein Detail wird oft übersehen: der Entfeuchter. Kombiniert man den Entfeuchter mit dem Heizkörper, steigt der Gesamtverbrauch. Nutzt man aber nur den Entfeuchter im DH-Modus, ohne Heizkörper, liegt der Verbrauch bei 300-400 Watt, und das Wärmeempfinden verbessert sich. In feuchten Regionen wie Galizien betreiben manche zwei Entfeuchter und schaffen es, die Temperatur im Haus um ein bis zwei Grad zu erhöhen, ohne die Heizung einzuschalten.



Die Prognose mit Vorbehalt: Bleiben die Strompreise auf dem aktuellen Niveau und verbessert das Haus seine Dämmung nicht, wird die Wärmepumpe den Elektroheizkörper in milden Klimazonen letztlich ersetzen. In kalten Regionen behalten Heizkörper und Holzofen ihren Platz. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern die Rechnung. Und die Rechnung spricht in Sevilla für den Split. Vorausgesetzt, der Split ist richtig installiert und wird nicht benutzt, als wäre er ein Heizkörper.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver