El País deutet auf russische Hacker-Einmischung bei Spaniens Wahl am 29. November hin

Golden-Owl-Studie kartiert 10.773 prorussische Konten und eine vietnamesische Facebook-Farm mit 270.000 Anhängern über 65 Jahren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Bericht des Startups Golden Owl dokumentiert ein Netzwerk prorussischer Kanäle mit 350.000 Abonnenten und eine von Vietnam aus verwaltete Facebook-Seitenfarm, die etwa 270.000 Anhänger versammelt und seit dem 27. Oktober Wahlgerüchte verbreitet. Die Studie beweist keine einzige koordinierte Einmischung, beschreibt aber Akteure und Methoden, die in der Lage sind, ein umstrittenes Ergebnis am 29. November zu verstärken.

Es gibt eine Szene, die die Sache gut zusammenfasst. Ein spanischer Professor, **Enrique Arias Gil**, der vom Nationalen Gericht wegen Sabotage mit terroristischem Ziel gesucht wird, veröffentlicht aus Russland Angebote für den Kampf in der russischen Armee und für Cyberangriffe, die in Kryptowährungen bezahlt werden. Sein Telegram-Kanal mit mehr als **14.500 Abonnenten** ist Teil einer größeren Maschinerie, die eine Studie gerade kartografiert hat. Die Arbeit trägt den Titel *Das unsichtbare Arsenal: Hybride Bedrohungen für die spanischen Wahlen 2026 und die nationale Sicherheit* und stammt von **Golden Owl**, einem Startup, das mit dem Wissenschaftspark der Universität Alicante verbunden ist und sich auf Open-Source-Intelligence spezialisiert hat.

Der Bericht hat **54.737 Elemente** gesammelt, **10.773 Konten** auf den wichtigsten sozialen Netzwerken zwischen dem 20. August und dem 5. November kartografiert und **528 Dokumente** im Dark Web untersucht. Es ist kein Bericht über einen einzelnen Hacker oder einen einzelnen Kanal. Es ist eine Karte davon, wie Desinformation in spanischer Sprache hergestellt und verbreitet wird, mit Blick auf den Wahltermin am **29. November**.

## Ein geflohener Professor und ein Netzwerk prorussischer Kanäle

Arias Gil, ein **38-jähriger** Madrider, stellt sich als Politikwissenschaftler der Universidad Complutense und Doktor der internationalen Sicherheit am Instituto Gutiérrez Mellado vor. Er definiert sich als "Exilierter und Flüchtling in der Russischen Föderation". Im September 2025 nahm Europol ihn aufgrund seiner Verbindung zur russischen Hackergruppe **NoName057(16)** auf seine Liste der meistgesuchten Personen auf. Die Nationalpolizei schreibt ihm einen Bericht mit persönlichen Daten von fast **2.000** Polizisten, Guardia-Civil-Mitgliedern, Militärs und CNI-Agenten zu. Am 29. Oktober veröffentlichte er den Namen, das Foto und die Geschichte eines aktiven Unteroffiziers der spanischen Armee.

Seine Nachrichten der letzten Wochen haben einen Rekrutierungston. Er bietet zwischen **2.500 und 3.000 Dollar pro Monat** (2.240 bis 2.690 Euro) für den Beitritt zur russischen Armee, plus eine Prämie von **25.000 Dollar** (etwa 22.400 Euro) bei Vertragsunterzeichnung, einschließlich Flugticket und Visum, für Bewerber im Alter von **18 bis 50 Jahren** mit militärischer oder privater Sicherheitserfahrung. Zwischen dem 21. Oktober und dem 3. November ermutigte er spanische Bürger und Beamte, "vertrauliche Informationen und persönliche Daten spanischer Beamter und Unternehmer" bereitzustellen. Am 26. Oktober lud er seine Anhänger ein, "kryptogeldbezahlte Cyberfreiwillige" innerhalb des sogenannten "Ddosia-Projekts" zu werden.

Dieser Kanal funktioniert nicht allein. Laut dem Bericht würde Arias Gil den zentralen Knotenpunkt eines Netzwerks von Telegram-Kanälen leiten, die Inhalte offizieller russischer Quellen wie **Sputnik**, **Tass** oder des Propagandakanals **Rybar** sowie kremlnaher Blogger auf Spanisch weiterverteilen. Das Netzwerk summiert **350.000 Abonnements** und **8,5 Millionen Aufrufe** in 16 Tagen. Zu seinen Narrativen gehören die Behauptungen, dass die Hauptbedrohungen für Spanien Israel, die USA, Marokko und die NATO seien, oder dass Spanien Ziel von Angriffen sei, weil es die Ukraine bewaffne. Nur **36 Minuten** nach dem Unfall von Urda (Toledo) begann es, das Gerücht zu verbreiten, es habe sich um Sabotage gehandelt, wobei falsche Eisenbahn- und Medienkonten als Lautsprecher dienten.

## Die Facebook-Farm, die sich aus Vietnam als spanisch ausgibt

Die andere Achse des Berichts ist nicht russisch. Es handelt sich um eine Farm spanischsprachiger Facebook-Seiten, die von **Vietnam** aus verwaltet werden, sich als spanisch ausgeben und insgesamt etwa **270.000 Anhänger** versammeln, mit besonderer Wirkung auf Personen **über 65 Jahre**. Um zu wachsen, griffen sie auf bezahltes Publikum zurück, das von Bürgern mit vietnamesischen Namen gebucht wurde. Ab dem **27. Oktober** hörten sie auf, harmlose Inhalte zu veröffentlichen, und wechselten zu Wahlnachrichten, die mit künstlicher Intelligenz fabriziert wurden, mit regierungsfeindlicher und sarracinophober Schlagseite.

Die vietnamesische Farm mit **acht Seiten** ist die wichtigste, aber nicht die einzige. Es gibt Kanäle, die in Sri Lanka, Indonesien, Pakistan oder Argentinien gehostet werden und sich als spanisch präsentieren. Eine Gruppe von **25 assoziierten Konten**, die aus den USA, Frankreich und Deutschland posteten, generierte **1,39 Millionen Wiedergaben** mit identischen Tags im Zusammenhang mit der Krise von Ceuta. Der Bericht beschreibt eine organisierte Operation, die in der Lage ist, im Ausland Publikum zu schaffen, das spanisch erscheint, und dieses auf Wahlmanipulation umzuleiten.

## Der Betrug bei der Briefwahl, in einer halben Stunde aus Brasilien importiert

Eine der im Studium detaillierten Operationen ist die Übertragung der Erzählung über angeblichen Wahlbetrug in Brasilien nach Spanien. Sie wurde in Lateinamerika von rechtsradikalen Websites wie **La derecha Diario** oder **UHN Plus** gestartet, die mit dem Unternehmer **Javier zaine** verbunden sind. In weniger als einer halben Stunde wurde sie spanisiert. Das Ziel: Misstrauen gegenüber dem Wahlsystem vor dem 29. November erzeugen und jedes Ergebnis, das von einer Umfrage der Zeitung **El Mundo** abweicht, die PP und Vox eine absolute Mehrheit gab, auf einen angeblichen Betrug bei der Briefwahl schieben.

Der Bericht erfasst, wie vier verschiedene Konten denselben Textblock in derselben Reihenfolge mit nur **neun Sekunden** Unterschied verbreiteten. Dies identifiziere eine Zelle, die basierend auf einem gemeinsamen Skript publiziere, sagen die Autoren. Die Idee wird durch Bilder verstärkt, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden, wie das eines Mitarbeiters der Post (Correos), der Stimmzettel schreddert. "Alle analysierten Strukturen konvergieren auf eine Botschaft mit drei Varianten: Stimmen Sie nicht per Brief, das Wählerverzeichnis ist manipuliert, sie werden das Ergebnis stehlen", stellt der Bericht fest. Die Rede sei nationalen Ursprungs, präzisieren sie, aber ausländische Netzwerke trügen dazu bei, sie zu verstärken.

## Ein umstrittenes Ergebnis mit vorbereiteten Lautsprechern

Die Autoren warnen, dass ein am 29. November umstrittenes Ergebnis auf ein Informationsumfeld treffen würde, in dem nationale und ausländische Sektoren die Ablehnung im Voraus vorbereitet haben, und mit Lautsprechern, die bereit sind, sie zu nähren. Im Dark Web stehen mehr als **13 Millionen Datensätze** spanischer Bürger und **113.000 Kombinationen** von E-Mail und Passwort aus früheren Hacks zum Verkauf, die nutzbar sind, um Identitäten in Desinformationskampagnen zu fälschen.

Der Bericht setzt auch Grenzen für das, was er beweist. Nicht alle gesammelten Aktivitäten sind Teil derselben Operation, aber sie zeigen die Vielfalt der Methoden und Akteure, die in der Lage sind, das politische Umfeld in Spanien zu beeinflussen. Die unmittelbare Sorge, warnen sie, geht über die bereits dokumentierte Manipulation hinaus: Es gibt konsolidierte Netzwerke und Narrative, die in der Lage sind, die Frist für die Briefwahl, die Wahlnacht und die für den folgenden Tag geplante Mobilisierung auszunutzen. Diese Schlussfolgerungen sollten als das gelesen werden, was sie sind – eine Analyse offener Quellen – und nicht als ein Urteil über das Ergebnis der Wahlurnen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (13 Antworten).

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