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El Mundo-Cover: Pedro Sánchez wirkt abgenutzt
Die spanische Zeitung El Mundo zeigt Sánchez am 31. Januar als erschöpft, während er mit Junts verhandelt und das Präsidialamt hohe Make-up-Kosten trägt.
El-Mundo-Titelbild spiegelt den Verschleiß von Pedro Sánchez wider
Was macht ein Foto zum Tagesgespräch? Hier ist es das Gesicht von Pedro Sánchez auf dem Titelblatt der El Mundo vom Mittwoch, 31. Januar. Das Bild wurde sofort als Porträt eines ausgebrannten Präsidenten interpretiert, der mitten in Verhandlungen mit der katalanischen Partei Junts steckt und kaum Luft bekommt. Die Debatte drehte sich jedoch nie um die Fotografie selbst.
Der Auslöser war eine Titelseite, aber der Zündstoff hatte sich über Monate angesammelt. Für den 52-jährigen Präsidenten ließ das Bild ihn schlagartig zehn Jahre älter wirken; manche schätzten sogar einen Alterungssprung von zwanzig Jahren in nur vier Jahren. Vergleiche – von Dracula bis hin zu einem Ausdruck dringender Not – folgten ohne große Zurückhaltung. Keine davon ist eine Diagnose, doch alle deuten auf denselben Punkt hin: Politik als physischer Verschleiß.
Was im Gesicht des Präsidenten steht
Es gibt zwei gegensätzliche Lesarten, und keine ist neutral. Die erste besagt, dass der Ausdruck das Ende einer Ära vorwegnimmt und dass sichtbarer Verfall sich politisch niederschlägt. Die zweite erinnert daran, dass diese Erzählung seit Jahren wiederholt wird, ohne dass der Stuhl wackelt, und führt den Effekt auf Wollen und Nicht-Können zurück: einen Politiker, dessen Macht ihn nährt, der aber nach Zugeständnissen an Puigdemont einen Teil seiner Kontrolle eingebüßt haben soll.
Dazwischen mischt sich eine dritte, weniger freundliche Sicht auf die Macher des Titels: Dass alles eine kalkulierte Inszenierung sei und das Foto zum Drehbuch gehöre. Wenn es um das Gesicht geht und nicht um die Maßnahme, passt jede Schlussfolgerung hinein. Der Lärm übertönt unterdessen, was tatsächlich verhandelt wird.
Offizielles Make-up: 30.346,8 Euro pro Jahr
Hier kommt die Zahl ins Spiel, die die ästhetische Anekdote zur öffentlichen Ausgabe macht. Das Präsidialamt (Ministerio de Presidencia) gibt laut einem von Vozpópuli dokumentierten Vertrag 30.346,8 Euro jährlich für die Dienste einer Make-up-Spezialistin aus. Die Aufschlüsselung ist erheblich: 106 Sitzungen pro Jahr zu je 230 Euro in der Autonomen Gemeinschaft Madrid, plus 13 Image-Beratungen außerhalb der Hauptstadt zu 460 Euro pro Termin.
Die Zahl lässt viele Interpretationen zu, aber eine sticht heraus: Wenn das Aussehen des Präsidenten zum Titelthema geworden ist, zahlt jemand dafür, es zu managen. Dass das Ergebnis so aussieht, wie es aussieht, ist eine ziemlich teure Ironie – allerdings nicht für den Vertragsunterzeichner.
Die Legislaturperiode, die niemand verlängern will
Die Forderung nach Neuwahlen durchzieht weite Teile des Unmuts. Es wird argumentiert, dass das Nicht-Ausrufen von Wahlen unvorstellbar sei und dass die aktuelle Legislaturperiode sowohl die Regierung als auch die Opposition demütige. Dies ist eine politische Haltung, kein Faktum, aber sie misst gut die Stimmung.
In den härteren Teilen des Ärgers wird behauptet, der Präsident würde alles tun, um im Amt zu bleiben, von autonomen Kompetenzen bis zu allem, was gerade anfällt. Dies ist eine Anschuldigung ohne Beweiskraft und sollte als solche behandelt werden: Ausdruck des Unmuts, keine fundierte Vorhersage. Dagegen steht die institutionelle Antwort wie immer: Der Kalender hat Vorrang.
Der Kalender drängt: Galicien und der 23. Juli
Das Foto ist wichtig, weil es mitten in laufenden Verhandlungen mit Junts erscheint. Die kursierende Prognose lautet, dass die PSOE nach den galicischen Wahlen Puigdemont alles geben werde, was er verlangt. Dies ist eine Hypothese, keine vollendete Tatsache, erklärt aber, warum jeder Geste des Präsidenten unter die Lupe genommen wird.
Parallel dazu wird eine verfahrensrechtliche Warnung erwähnt: Vor dem 23. Juli können keine vorgezogenen Parlamentswahlen anberaumt werden, was diesen Weg ausschließt. Wer sofortige Urnengänge forderte, prallt gegen die Geschäftsordnung, und wer behauptete, nichts geschehe außerhalb der Kontrolle des Präsidenten, findet jede Woche neue Argumente.
Brüssel und das Königshaus: Die Agenda läuft weiter
Während die Titelseite brennt, geht die institutionelle Agenda ihren Gang. Der Präsident würdigte die Hommage, die Brüssel Jacques Delors widmete, und am selben Tag richteten die Könige ihre Grüße an das diplomatische Korps im Palacio Real. Es sind Routineakte, zeichnen aber den Kontrast zwischen dem Lärm der Schlagzeilen und dem ununterbrochenen Protokoll.
Institutionelle Akte dulden keine Gegenrede oder parteipolitische Lesart und dienen vielleicht deshalb als Gegenpol: Während einige auf das Gesicht schauen, schauen andere auf den Kalender. Nichts davon verdeckt den Kern: Eine Regierung, die von anspruchsvollen Partnern abhängt, eine Opposition, die ihre Chance abwartet, und eine Öffentlichkeit, die das Gesicht des Präsidenten zum Thermometer der Legislaturperiode gemacht hat.
Wenn das Foto einen eingekesselten Präsidenten zeigen sollte, sei daran erinnert, dass er seit Jahren eingekesselt ist und der Stuhl noch warm bleibt. Eine andere Frage ist, ob sein Gesicht den nächsten Winter übersteht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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