Einer, keiner, hunderttausend: Pirandellos Identitätskrise

Luigi Pirandello beleuchtete 1927 die Identitätskrise und die Einsamkeit des modernen Menschen. Ein literarisches Meisterwerk.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Roman „Einer, Keiner, Hunderttausend“ von Luigi Pirandello, erschienen 1927, behandelt die tiefe Identitätskrise, die entsteht, wenn man sich durch die Augen der anderen wahrnimmt, und führt den Protagonisten in einen Zustand existenziellen Zusammenbruchs.

## Der Spiegel der fremden Identität

Das Werk von **Luigi Pirandello**, *Einer, Keiner, Hunderttausend*, erschienen **1927**, taucht den Leser in eine so tiefe Identitätskrise, dass sie die Selbstwahrnehmung vollständig zerlegt. Alles beginnt mit einer beiläufigen Bemerkung über die Nase des Protagonisten, **Vitangelo Moscarda**, die eine Spirale der Selbstreflexion auslöst. Als er sich im Spiegel betrachtet, erkennt er sich nicht mehr; das gespiegelte Bild zerfällt in unendliche Möglichkeiten, ein Wirbel von Identitäten, die nicht seine sind, ihn aber dennoch bestimmen. Er hat das Gefühl, „hunderttausend“ verschiedene Menschen sein zu können oder, paradoxerweise, überhaupt „keiner“, da sein Wesen in den Blicken und Urteilen der anderen zerfließt.

## Die Einsamkeit des 21. Jahrhunderts

Dieser Roman, der als Meisterwerk der italienischen Literatur gilt, wirkt im **21. Jahrhundert** mit überraschender Kraft fort. Seine Auseinandersetzung mit der Einsamkeit des modernen Individuums, mit dem „durchschnittlichen Menschen“ und der menschlichen Condition überhaupt verbindet ihn mit den zeitgenössischen Sorgen. Das Werk lädt dazu ein, über die Diskrepanz nachzudenken, zwischen dem, was wir zu sein scheinen, und dem, was wir wirklich sind – ein Thema, das sich durch die Literaturgeschichte zieht und das sogar mit der Tiefe von *Don Quijote* verglichen wird.

## Die Konstruktion des Ich

Die Wahrnehmung von **Vitangelo Moscarda** wird völlig verändert. Er erkennt, dass seine Identität keine feste Größe ist, sondern eine fließende, wandelbare Konstruktion, geformt durch die Meinungen und Erwartungen der Menschen um ihn herum. Dieses Bewusstwerden führt ihn in einen Zustand persönlicher Auflösung, in dem die einzige Gewissheit die Ungewissheit darüber ist, wer er wirklich ist. Der Roman stellt uns mit seinem introspektiven und philosophischen Stil die Zerbrechlichkeit unserer eigenen Identität vor Augen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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