Ehemalige spanische Sozialistin wegen Stimmenkauf in Sevilla geladen

Ein Gericht in Sanlúcar la Mayor hat die ehemalige Abgeordnete Soledad Cabezón für den 1. Dezember zur Befragung über mutmaßlichen Briefwahlbetrug in Albaida del Aljarafe vorgeladen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Ermittlungsgericht von Sanlúcar la Mayor hat die ehemalige Abgeordnete der PSOE (Partido Socialista Obrero Español), Soledad Cabezón, für den 1. Dezember als Beschuldigte vorgeladen. Es geht um den mutmaßlichen Kauf von Briefwahlstimmen bei den Kommunalwahlen im Mai 2019 in Albaida del Aljarafe. Der Fall, der zuvor eingestellt und wieder aufgenommen wurde, untersucht ein Netzwerk, das Stimmen gegen öffentliche Aufträge beschafft haben soll.

Die Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Wahlbetrugs bei der Briefwahl zu den Kommunalwahlen im Mai 2019 in Albaida del Aljarafe (Provinz Sevilla) gehen sieben Jahre nach Eröffnung des Falls weiter. Das Ermittlungsgericht von Sanlúcar la Mayor hat **Soledad Cabezón**, ehemalige PSOE-Abgeordnete im Congreso de los Fruta, ehemalige Europaabgeordnete und Bürgermeisterin der Gemeinde zwischen 2003 und 2011, als Beschuldigte vorgeladen. Die Vernehmung ist laut einem vom Portal EL ESPAÑOL eingesehenen Gerichtsbeschluss auf den **1. Dezember um 10:00 Uhr** angesetzt.

## Was ermittelt wird und wer vorgeladen ist

Neben Cabezón werden auch die aktuelle Stadträtin für Bildung, Feste, Tourismus und Kulturerbe sowie Mitglied des Provinzvorstands der PSOE in Sevilla, **Rocío López Cid**; die Stadträtin für Kultur, **Ángela de la Cruz López Castilla**; und der Pressesprecher des Rathauses als Beschuldigte vernommen. Obwohl sie nicht am selben Termin vorgeladen sind, bleiben der derzeitige sozialistische Bürgermeister **José Antonio Gelo**, weitere Personen aus dem lokalen Umfeld der PSOE sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung oder der Post unter Ermittlung.

Der Fall wurde vom Provinzgericht (Audiencia) eingestellt und später wieder aufgenommen. In einer ihrer letzten Stellungnahmen bezeichnete die Staatsanwaltschaft die Vorgänge als „ein Komplott“ zum Kauf von Briefwahlstimmen zugunsten der Sozialisten im Austausch gegen öffentliche Aufträge. Die ursprüngliche Anzeige erstattete Izquierda Unida (Vereinigte Linke).

## Das in den Ermittlungen beschriebene Vorgehen

Die Zahl der Briefwähler stieg im Vergleich zu früheren Kommunalwahlen um das Fünffache, was sofort Verdacht erregte. Im April 2025 erklärte ein junger Mann aus der Gemeinde vor der Guardia Civil, ihm sei ein Vertrag angeboten worden, wenn er 2019 seine Briefwahlstimme für die PSOE abgäbe. Laut seiner Aussage musste er nicht einmal eine Postfiliale aufsuchen: Er übergab lediglich seinen Personalausweis und unterschrieb einige Dokumente.

Im Polizeibericht wurden die vollständigen Aussagen dieses Zeugen festgehalten, der direkt einen Beamten des Rathauses belastete – damals Generalverwalter der Gemeinde und Ehemann der stellvertretenden Bürgermeisterin –, der alles bestritt. Mehrere Nachbarn haben bereits ausgesagt. Ein Ehepaar räumte ein, nie gewählt zu haben, obwohl ihre Stimmzettel nach angeblicher Fälschung ihrer Unterschriften in den Urnen lagen. Ein anderer gab an, ihm sei eine Stelle im Rathaus angeboten worden, wenn er für die PSOE unterschreibe.

## Handschriftliche Gutachten und die Rolle der Post

Wichtige Beweismittel stehen noch aus, darunter graphologische Gutachten zur Überprüfung der Unterschriften. IU berichtete, dass bis zu **47 Anträge** identische Handschriften aufweisen. Auch Mitarbeiter von Correos (dem staatlichen Postunternehmen) müssen aussagen. Den Beschwerdeführern zufolge sammelte einer dieser Mitarbeiter die Wahlanträge im Rathaus ein und brachte sie zur Poststelle, ohne dass die Antragsteller selbst Schritte unternehmen mussten.

Im vergangenen Juli trat Olga García, Betriebsleiterin der Sociedad Estatal de Correos y Telégrafos, per Videokonferenz als Zeugin auf, obwohl sie zum Zeitpunkt der Ereignisse diese Position nicht innehatte. Ihre Aussage sollte klären, wie das Unternehmen mit Briefwahlanträgen umgeht. García erklärte, sie könne nicht erklären, wie die Anträge mit den gemeldeten Unregelmäßigkeiten bearbeitet wurden. Ihrer Aussage nach darf ein Postbeamter einen Briefwahlantrag nicht ohne Unterschrift des Antragstellers oder ohne konkrete Postadresse zur Zustellung annehmen – ein Umstand, der laut IU bei einigen der untersuchten Stimmen vorliegt.

## Politischer Kontext und Verteidigung der Sozialisten

Bei diesen Wahlen errangen die Sozialisten sechs Sitze im Stadtrat gegenüber fünf für die PP (Partido Popular). Das linksgerichtete Bündnis, das unter dem Namen Adelante antrat, verpasste den Einzug ins Rathaus nur knapp mit sechs Stimmen Vorsprung, was die Tragweite des mutmaßlichen Stimmenkaufs erhöht. Zur Verteidigung argumentierte die lokale PSOE-Organisation in Albaida, sie habe lediglich Bürger bei der Abwicklung der Briefwahl unterstützt und jegliche Straftat ausgeschlossen.

Die Ermittlungen laufen weiter, und die Vernehmungen am 1. Dezember werden entscheidend für den weiteren Verlauf des Falls sein. Es sei daran erinnert, dass jede beschuldigte Person als unschuldig gilt, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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