EA Sports FC Cover: Von Raúl zum Kulturkampf

EA verlor den Namen FIFA; einheitliche Covers gibt es seit 2003. Der Boykott kollidiert mit dem Lootbox-Geschäftsmodell von Ultimate Team.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EA Sports FC Cover: Von Raúl zum Kulturkampf
Von Raúl '98 zum EA Sports FC: Was sich wirklich geändert hat

Das spanische Cover von FIFA 98 zeigte Raúl. 1999 folgte Morientes. Dann kamen Guardiola 2000, Mendieta 2001 und Casillas 2002. Fünf Jahre, fünf Namen und ein Muster: Jedes Land wählte seinen lokalen Idol für das Artwork. Im Jahr 2003 brach dieses Kriterium auf und das Cover wurde für alle Märkte identisch. Zwei Jahrzehnte später dreht sich die Kontroverse wieder darum, wer auf dem Foto zu sehen ist, obwohl der Ärger weniger mit dem Design als mit dem Geschäft zu tun hat, das das Produkt trägt.

Die neue Ausgabe des Fußball-Simulators von Electronic Arts kam mit Frauen-Nationalmannschaften, Spielerinnen auf dem Cover und einem unangenehmen Label, dem Wokismus, den Teile des Publikums angehängt haben. Die Reaktionen reichen vom Boykott bis zum Achselzucken, und dazwischen tauchen zwei wirtschaftliche Grunddebatten auf: Warum die Firma den Namen des Verbandes aufgab und warum das System zufälliger Kartenpakete einem Spielautomaten ähnelt.

Von Raúl zum Einheits-Cover: Der echte Zeitverlauf

Die verbreitetste Erzählung führt die Wende auf eine aktuelle ideologische Agenda zurück. Die Chronologie deutet auf etwas anderes hin: Das Einheits-Cover stammt aus dem Jahr 2003, als drei internationale Fußballer es besetzten. Fünf Jahre lokale Covern und dann plötzlich ein Bild für den ganzen Planeten. Der Verlust der spanischen Präsenz auf dem Cover liegt daher mehr als ein Jahrzehnt vor dieser Diskussion.

Zur Komposition kursiert eine ironische Lesart: Im Design nimmt ein Spieler die Mitte mit verschränkten Armen ein, während der Rest als Füllmaterial dient. Dieses Detail, halb im Scherz, fasst den Ton der Beschwerde zusammen. Denn zur Klage über die Anwesenheit von Spielerinnen gesellt sich das Gefühl, wiederholt im Thread, dass jemand für den Käufer entschieden habe, worauf er schauen soll.

Warum das Videospiel nicht mehr FIFA heißt

Auf der wirtschaftlichen Seite gibt es eine Zahl, die man zuschreiben sollte, statt sie einfach hinzunehmen: Laut einer Version, die im Umlauf ist, wollte das Unternehmen etwa 1 Milliarde nicht zahlen, um den Namen des Verbandes weiter zu nutzen. Daraus ergeben sich zwei gegensätzliche Lesarten. Eine besagt, dass die Marke diesen Preis nicht mehr wert war und die Firma Last abwarf, bevor sie die Kosten übernahm. Die andere, verschwörerischere Interpretation sieht in der Weigerung einen vorbeugenden Schritt gegen ein Produkt, das sein Stammpublikum ohnehin nicht mehr kaufen würde. Keine ist bewiesen, aber beide erklären, warum sich der Name änderte.

Die Taufe der Sonderedition lieferte ebenfalls Stoff. Jemand schlug vor, sie in last purchase umzubenennen. Unter dem Witz liegt ein Verdacht, der nicht ästhetisch, sondern kommerziell ist: Dass der Katalog der Titel und Lizenzen zurückgezogen werden kann, wenn er uninteressant wird.

Kartenpakete wie Spielautomaten: Das Geschäft, das zählt

Das Argument mit der größten wirtschaftlichen Tragweite hat nichts mit dem Cover zu tun. Die Mechanik der Kartenpakete besteht darin, für zufällige Pakete zu zahlen, um Spieler zu erhalten. Die Erweiterung des Katalogs um Frauen-Nationalmannschaften reduziert laut einem Forennutzer die Wahrscheinlichkeit, die gewünschte Karte zu ziehen: Mehr Pakete, mehr Ausgaben. Der wiederholte Vergleich ist mit einem Spielautomaten, derselbe seit 2018 mit neuem Gewand und unveröffentlichten Wahrscheinlichkeiten.

Der Vorwurf erstreckt sich auf Content-Ersteller, die ihre Öffnungen vor jungem Publikum zeigen. Es ist eine Anschuldigung des Publikums, kein richterlicher Beschluss, und sollte so behandelt werden. Der andere Vorwurf ist grundlegend: Dass sich der Titel Saison für Saison kaum entwickelt.

Das Sticker-Präzedenzfall und die Arithmetik des Boykotts

Hier wird die Diskussion greifbar. Ein Fall einer Sammelbild-Reihe wird zitiert, die Sticker des Frauenfußballs enthielt, sich nicht verkaufte und nicht wiederholt wurde. Das ist das Modell, das einige replizieren wollen: Wenn die Verkäufe sinken, korrigiert der Hersteller. Die Verteidiger des Boykotts nennen sogar eine Zahl: Verluste von 100 Millionen würden genügen, argumentieren sie, damit die Firma aufhört, Spielerinnen im Bild zu zeigen.

Es gibt zwei Einwände. Der erste, dass der treue Käufer trotz Beschwerden jede Saison wieder kauft. Der zweite, unbequemere: Dass laut einem anderen Teilnehmer das Ziel nicht wäre, Geld einzutreiben, sondern kulturelles Terrain zu gewinnen. Wenn das stimmte, würde kein Boykott helfen.

Nostalgie, Festplatten und Kultur des 20. Jahrhunderts

Ein Teil der Konversation löst sich vom Fußball und vom Spiel. Manche konsumieren keinen Film, keine Musik und keine Videospiele nach 2000 und behaupten, zwischen 1950 und 2010 sei mehr Material produziert worden, als man in mehreren Leben genießen könne. Die Namen, die als Gipfel des Genres auftauchen, sind Pro Evolution Soccer 6 und PC Fútbol 4.0. Ein Forennutzer ging weiter: Er speicherte eine eigene Kopie des Internets, mit Bibliothek, Enzyklopädie und sogar einem Offline-KI-Assistenten, um nicht von Katalogen abhängig zu sein, die zurückgezogen werden können.

Dem gegenüber steht eine Nuance, die irritiert. Die Ästhetik der Covers, Frisuren und Merkmale sind keine Auferlegung durch den Illustrator. Der heutige Fußball sieht ziemlich genau so aus, wie gezeichnet wird, und wer ihn jeden Sonntag sieht, weiß das.

Mit diesem Panorama hat der Ärger weniger Überraschung als Bestätigung. Das Spiel gefällt genauso, wird genauso gekauft und die Beschwerde erneuert sich jede Saison. Nützt ein Boykott, den niemand quantifiziert hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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