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Drei Studiumsabschlüsse, zwei Master – und trotzdem arm: Titel nützen nichts
Drei Studienabschlüsse, zwei Master und eine Doktorarbeit schützen nicht vor prekärem Leben, während jemand ohne Ausbildung über 10.000 Euro im Monat verdient. Der Titelwahn auf dem Prüfstand.
Drei Studiumsabschlüsse, zwei Master – und trotzdem arm: Titel nützen nichts
Was nützt es, Titel zu sammeln, wenn jemand, der nicht einmal die Schulpflicht abgeschlossen hat, fünfstellige Monatsbeträge einstreicht? Die Frage ist längst nicht mehr theoretisch. Die Schriftstellerin Lucía Etxebarria, mit drei Studienabschlüssen, zwei Mastern und einer laufenden Doktorarbeit, ist zum Inbegriff der bitteren Kehrseite akademischer Anstrengung geworden: Sie überlebt mit Spenden ihrer Anhänger, während andere Karrieren und andere Familiennamen zehnmal mehr verdienen – ohne einen einzigen Hochschulabschluss.
Der perfekte Lebenslauf, der den Kühlschrank nicht füllt
Der Fall, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist fast eine Karikatur der Leistungsgesellschaft: eine tadellose akademische Laufbahn, Publikationen und Medienpräsenz – und eine Bilanz, die nicht aufgeht. Manche sagen, das Problem sei nicht das Studieren, sondern das Was: „Bastelstudiengänge“, wie sie genannt werden, die sich gegenseitig anerkennen und massenhaft Absolventen für einen Arbeitsmarkt produzieren, der sie nicht mehr braucht. Dagegen steht die These, die Gesellschaft dränge die Menschen mit dem Versprechen wirtschaftlicher Rendite ins Studium – und dieses Versprechen sei gebrochen: Nicht dass der Klempner arm sein müsste, aber er ist es, während der Talkshow-Gast ohne Ausbildung besser lebt als der Ingenieur.
Ohne Titel, mit dem richtigen Namen: die andere Seite des Spiegels
Der Vergleich mit Gonzalo Miró liegt nahe, ebenso mit Sara Santaolalla, die in derselben Runde von Profilen ohne formale Ausbildung, aber mit hohen Einkommen auftaucht. Mirós fehlendem Hochschulabschluss steht eine Fernsehkarriere gegenüber, mit Gehältern, die – den kursierenden Zahlen zufolge – 10.000 Euro im Monat übersteigen. Das ist „Vetternwirtschaft“ in ihrer sichtbarsten Form: der Familienname und Beziehungen als Ersatz für den Lebenslauf. Gerüchte über seine Herkunft, die ihn mit dem Ex-Ministerpräsidenten Felipe González in Verbindung bringen, kursieren seit Jahren und nähren den Verdacht, es gebe eine Abkürzung zum Erfolg, die nicht durch den Hörsaal führt. Eine nüchternere Analyse hält dagegen, dass Begünstigte selten gut enden: Sie übernehmen Posten, die sie nicht ausfüllen können, langweilen sich, kassieren und gehen – und ihr Scheitern ist genauso laut wie ihr Aufstieg. Der Mythos vom glücklichen Schmarotzer zerfällt, wenn Ergebnisse geliefert werden müssen.
Die Berufsausbildung, die ewig Übersehene, die immer recht hatte
Schon in den 80er- und 90er-Jahren warben Kampagnen für die berufliche Ausbildung und sprachen davon, wie viel Klempner verdienten. Jahrzehnte später braucht der Markt weiterhin qualifizierte Hände, die installieren, reparieren und bauen, während die Universitäten Absolventen in Fächern mit schlechten Berufsaussichten hervorbringen. Die Paradoxie: Technische Berufe gelten nicht mehr als ehrenwerte Option, sondern sind zum Plan B für alle geworden, die nicht studieren konnten – ausgerechnet jetzt, wo sie am besten gegen Arbeitslosigkeit gewappnet sind.
Mit diesen Zahlen auf dem Tisch müsste man meinen, die Berufsausbildung wäre zum Bersten voll. Sie bleibt leer, während die Hörsäle der „Bastelfächer“ sich füllen. Die Wirtschaft wird erklären, warum; die Gesellschaft kauf vorerst weiter das akademische Lotterielos und hofft auf den Gewinn. Der Abstand zwischen Lebenslauf und Gehaltszettel ist genau derselbe geblieben: Die einen sammeln Titel, die anderen Einkünfte. Mal sehen, wer zuerst den Witz versteht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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