Drei Ermittlungen bedrängen Sánchez: Gómez, Koldo und Bruder

Begoña Gómez, der Koldo-Fall und das Vermögen von Sánchez' Bruder: Drei Untersuchungen zu öffentlichen Aufträgen und Empfehlungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Drei Ermittlungen bedrängen Sánchez: Gómez, Koldo und Bruder
Begoña Gómez, Koldo und der Bruder: Die Karte der drei Verfahren

Wie viele laufende Ermittlungen braucht eine Regierung, um nicht mehr von Zufällen zu sprechen? Die Untersuchung gegen Begoña Gómez wegen Einflussnahme und Korruption, die sich noch im Ermittlungsstadium befindet, ist kein isolierter Fall mehr. Zwei weitere Aspekte haben sich daran angeschlossen: die Maskenaffäre des ehemaligen Beraters von José Luis Ábalos, Koldo García, und das Vermögen des Bruders des Präsidenten, David Sánchez. Drei Fronten, drei Gerichte und ein wiederkehrendes Muster: öffentliche Aufträge, Empfehlungsschreiben und zwischengeschaltete Gesellschaften. Keines der drei Verfahren ist abgeschlossen.

Der 3,6-Millionen-Vertrag mit dem CSD und die Briefe für Barrabés

Das Unternehmen Innova Next des Unternehmers Juan Carlos Barrabés erhielt am 27. Mai 2022 einen Vertrag mit dem Hohen Rat für Sport (Consejo Superior de Deportes) über 3.684.317,4 Euro. Die UCO (Einheit für Finanzkriminalität und Korruption) führte anschließend Durchsuchungen durch, um Unterlagen zu dieser Vergabe zu finden. Laut veröffentlichten Informationen soll Begoña Gómez zwei Empfehlungsschreiben zugunsten von Barrabés unterzeichnet haben. Dieser wiederum bescheinigte der Europäischen Union schriftlich – im Einheitlichen Europäischen Dokument für die öffentliche Auftragsvergabe –, dass er keine „Einflüsse“ oder „Vorteile“ erhalten habe, um die Verträge von Red.es, die aus EU-Mitteln finanziert werden, zu gewinnen. Vor Ort deutet die UCO auf ein weiteres Detail hin: Red.es soll die Kriterien seiner Ausschreibungen geändert haben, nachdem Cierco ausgeschieden war und Barrabés 10 Millionen zugesprochen wurden.

Die eingetragene Marke zu Hause und die Software, die Indra, Telefónica und Google zahlten

Begoña Gómez ließ bei der Patent- und Markenamt eine Plattform auf ihren Namen registrieren, die derjenigen ähnelt, die Indra, Telefónica und Google der Universidad Complutense kostenlos zur Verfügung gestellt hatten. Die Universität erklärt, sie habe nichts von diesem Schritt gewusst. Die Gesellschaft, die sie verwaltet und von der sie 100 % der Anteile kontrolliert, bietet genau jene Software an, die die drei Technologieunternehmen ohne Kosten für die Complutense entwickelt hatten. Der Vorstandsvorsitzende von Indra, Marc Murtra, empfing sie persönlich im Unternehmen. In diesem Abschnitt ist die Spur detailliert: Registrierungsdatum, Adresse und gesellschaftliche Eigentümerstruktur. Die vollständige Aufstellung ergibt ein Bild, das in einen Absatz nicht passt.

Der Masterstudiengang, der im August geplant wurde, bevor es den Lehrstuhl gab

Das Dozententeam für Begoña Gómezs Masterstudiengang stand am 12. August 2020 fest, nur zwei Wochen nachdem der Rektor der Complutense Moncloa besucht hatte. Der Lehrstuhl wurde erst zwei Monate später eingerichtet. Barrabés, Dozent des Kurses, half bei der Organisation des Abschlusses, obwohl sie laut verfügbaren Informationen keinen offiziellen Hochschulabschluss besitzt. Die Chronologie ist unbequem: erst der Besuch, dann das Kollegium, später die Struktur.

Masken: Das günstigste Angebot blieb in der Schublade

Am 16. April 2020 kannte Ábalos bereits die Vergabe des Maskenvertrags an Soluciones de Gestión. Dies geht aus einem Bericht der UCO hervor: Sein Berater Koldo García leitete die Dokumentation an drei E-Mail-Konten weiter, eines davon war mit dem Minister selbst verknüpft. Die konsultierten Unterlagen deuten darauf hin, dass die Regierung das teuerste Angebot wählte, während eine Alternative zum halben Preis vorlag. Und das Netz weitet sich: Die UCO stellt Verbindungen zwischen Koldo und dem Besitzer eines bekannten Bordells sowie einem wegen Erpressung in einem anderen Kraftstoffbetrugsfall Festgenommenen her. Keine dieser Verbindungen ist gerichtlich bestätigt.

Der Bruder: 55.500 Euro Gehalt und ein Anwesen mit 425 Quadratmetern

David Sánchez gibt ein Vermögen von über zwei Millionen Euro bei einem Gehalt von 55.500 Euro an. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Thailand kurz bevor sein Vermögen auf 1,7 Millionen Euro anstieg, so die veröffentlichten Informationen. In Portugal bezahlte er bar ein Chalet mit 425 Quadratmetern und fünf Badezimmern mit zwei Schecks der BBVA, was die Richterin des Ermittlungsgerichts Nr. 3 von Badajoz als Rätsel ansieht. Er legte auch einen Personalausweis mit einer Adresse in Badajoz vor, die er vor drei Jahren verlassen hatte. Durch Telearbeit von Portugal aus für die Provinzverwaltung (Fruta) von Badajoz sparte er 76.000 Euro an Steuern. Die Richterin musste beim Finanzamt (Hacienda) einen grundlegenden Vermögensbericht anfordern: Bis dahin hatte der Fiskus ihn nicht überprüft.

Air Europa, Aldamas Nachrichten und ein abgetrenntes Verfahren

Die von der UCO beschlagnahmten Handys von Víctor de Aldama enthalten Nachrichten von Begoña Gómez, so die veröffentlichten Informationen. Die Kommunikation fand mitten in den Verhandlungen zwischen Globalia und Moncloa statt, um Air Europa mit 475 Millionen öffentlichen Geldern zu retten. Richter Pedraz eröffnete im Fall Hidrocarburos ein abgetrenntes Verfahren, um dieses Material zu untersuchen. Dies ist die Front, die am meisten Unbehagen bereitet, da sie den familiären Bereich mit einer Regierungsentscheidung verbindet.

Die Strafanzeige gegen den Richter und die Erzählung vom Schlamm

Am 30. Juli machte Sánchez von seinem Recht Gebrauch, gegen seine Frau nicht auszusagen, und reichte eine Strafanzeige gegen Richter Peinado ein. Die Staatsanwaltschaft unterstützte die Anklage wegen Rechtsbeugung in einem Fall, in dem ein Richter wegen Behinderung eines Betrugs beim Kauf einer Immobilie verurteilt worden war. Ein Teil der Juristen bezeichnet dies als Unsinn; die Regierung sieht darin legitime Verteidigung. Währenddessen aß der Präsident des Verfassungsgerichts mit Zapatero und traf sich mit Sánchez vor den Wahlen in Venezuela, und die Justiz spricht bereits vom „letzten Schlag“ gegen ihre Unabhängigkeit.

Alles zusammen betrachtet, beantwortet sich die Anfangsfrage von selbst: Es passen viele Verfahren hinein, und keines schließt sich von allein. Die Akten sind lebendig, es gibt annullierte Durchsuchungen auf prozessualer Ebene, und die Aktualität begräbt jede Neuigkeit im Tempo der Nachrichtensendungen. Dass der Schlamm trocknet, bevor jemand ihn genau betrachtet, bleibt offiziell eine Hypothese.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1871 Antworten).

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