Disney verliert 900 Millionen: CEO Iger zeigt sich beschämt

Zum 100. Geburtstag meldet Disney 2023 Verluste von 900 Mio. Dollar. Flops wie Indiana Jones und Haunted Mansion belasten das Geschäft, während CEO Bob Iger erschöpft wirkt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Disney verliert 900 Millionen: CEO Iger zeigt sich beschämt
Disney feiert sein 100-jähriges Bestehen mit 900 Millionen Dollar Verlust

Am 16. Oktober jährt sich zum hundertsten Mal die Gründung der kleinen Animationsfirma durch Walt Disney und seinen Bruder Roy in Los Angeles. Ein Jahrhundert später ist aus dem Atelier der einflussreichste Hollywood-Konzern geworden, der Milliardenumsätze generierende Franchises besitzt und dessen Katalog durch die Übernahme von Konkurrenten gewachsen ist. Der Geburtstag fällt jedoch auf eine schwierige finanzielle Lage: 900 Millionen Dollar Verlust im laufenden Jahr 2023. Und mit einem CEO, Bob Iger, der laut Bloomberg „beschämt und erschöpft“ ist.

Iger leitete das Unternehmen fast zwei Jahrzehnte lang – die erfolgreichsten Jahre –, übergab die Führung an Bob Chapek kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie und kehrte zurück, um den Konzern zu „retten“. Die Einspielergebnisse der letzten Kinostarts und der Rückgang der Besucherzahlen in den Themenparks zeichnen ein anderes Bild.

Die Kinostarts, die das Loch an der Kasse erklären

Indiana Jones und das Rad des Schicksals kostete 300 Millionen Dollar und spielte weltweit 383 Millionen ein. Bei diesem Budget konnte das Ergebnis nur als Enttäuschung gewertet werden. Das Real-Remake von Arielle, die Meerjungfrau, erging es ähnlich: Die Einspielergebnisse waren im Verhältnis zum astronomischen Produktionsbudget unzureichend. Und Haunted Mansion floppte komplett, 150 Millionen Kosten gegenüber 115 Millionen weltweiten Einnahmen.

Die Ausnahme hat einen Namen. Elemental war ebenfalls teuer und startete schwach am ersten Wochenende, sodass viele bereits das große Pixar-Fiasko prophezeiten. Danach erholte sich der Film jedoch bis zu einem zufriedenstellenden Einspielergebnis. Diese Lektion ist unbequem für jene, die schon am Sonntag ihr Urteil fällen: Der Starttag bestimmt nicht das Schicksal eines Films.

Marvel: Vom Triumph der Guardians zur Ermüdung bei The Marvels

Abgesehen von der mäßigen Aufnahme von Secret Invasion steht Marvel nicht vor einer Katastrophe. Ant-Man and the Wasp: Quantumania erzielte gute Zahlen, auch wenn der Film weniger beliebt war als andere Teile, und Guardians of the Galaxy: Vol. 3 war ein ungetrübter Erfolg. Aber die Ermüdung ist spürbar, und The Marvels, der am 9. November erscheint, trägt diese Last: Die Franchise scheint in einen Verfall geraten zu sein.

Hinter den Zahlen liegt ein Kostenproblem. Wenn das Budget explodiert, wird ein Einspielergebnis, das früher als angemessen galt, zu einem buchhalterischen Loch. Eine detaillierte Analyse des Einbruchs zeigt ein deutlich weniger freundliches Bild als die bloße Betrachtung eines schlechten Wochenendes.

Wish und Animation: Die letzte Chance zum Jubiläum

Wish: Das Geheimnis der Sterne, das am 24. November startet, wurde speziell konzipiert, um die 100-Jahr-Feier zu zelebrieren. Es hat Hype durch Aufrufe des Trailers auf YouTube aufgebaut, was beim Marvel-Studios-Film nicht der Fall ist.

Das Umfeld der Animation lädt nicht zum Feiern ein. Lightyear, der vorherige Pixar-Film, lief schlecht, und Strange World von Walt Disney Animation schloss 2022 als größter Flop in der Geschichte dieser Abteilung ab. Vielleicht kann Wish die Kurve kriegen, aber die Stimmung ist alles andere als festlich.

Der Konflikt mit Ron DeSantis und das Label „go proge, go broke“

Zu den wirtschaftlichen Problemen kommt eine politische Front hinzu. Das Unternehmen lieferte sich einen Machtkampf mit dem Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, wegen des Gesetzes, das als „Don’t Say Lgtb“-Bill bekannt ist. Dieser Konflikt wurde als Schutz der Mitarbeiter dargestellt, von der Gegenseite jedoch als offene Rechnung interpretiert.

Hier klafft eine Lücke. Manche argumentieren, dass Verbraucher jahrelang Inhalte bestrafen, die stark ideologisch geprägt sind und Figuren basierend auf Quoten entwickeln, und fassen dies im allgegenwärtigen Slogan zusammen: go proge, go broke. Dem steht ein prosaischeres Argument entgegen: Das Publikum hat nie aufgehört, für gute Drehbücher zu zahlen, und ein Produkt, das niemanden interessiert, lässt sich nicht durch eine Änderung der Botschaft retten, sondern nur durch besseres Schreiben.

Wo die Diagnose scheitert

Die hundertjährige Geschichte steht außer Frage. Das Geschäftsmodell hingegen nicht. Ein Studio, das Franchises kauft, Remakes aneinanderreiht und die Produktion einer Fließbandfertigung überlässt, muss zwar nicht bankrottgehen, aber auch nicht zwangsläufig erfolgreich sein. Die Namen, die das Geschäft aufbauten – Walt und Roy am Anfang, Michael Eisner in den Neunzigern, Steve Jobs und John Lasseter bei Pixar, Stan Lee und Jack Kirby bei Marvel, George Lucas und Steven Spielberg bei Indiana Jones – hatten etwas, das man nicht auf einer Aktionärsversammlung kaufen kann.

Mit 900 Millionen Dollar Verlust, einem CEO, der Erschöpfung zugibt, und zwei teuren bevorstehenden Kinostarts lautet die Frage nicht mehr, ob das Unternehmen überlebt – das wird es. Sie lautet, ob jemand im Management weiß, was verkauft werden soll und an wen. Am 16. Oktober wird es Kuchen, Kerzen und ein Familienfoto geben. Was in der Bilanz fehlt, ist ein Plan. Genau dort stößt die Analyse an ihre Grenzen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (288 Antworten).

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