Beamter stempelt für Kollegen ein

Ein Bericht deckt auf, wie öffentliche Angestellte für Kollegen die Arbeitszeit erfassen. Dies belebt die Debatte über Zeiterfassung in der spanischen Verwaltung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Beamter stempelt für Kollegen ein
Beamter beim Stempeln für mehrere Kollegen erwischt

Wie Zuschauer des Berichts von En el punto de mira (Cuatro) berichten, lässt ein öffentlicher Angestellter täglich fünf Karten durch das Lesegerät gleiten: seine eigene und die von vier Kollegen, die nicht im Büro erscheinen. Ein anderer kommt im Schlafanzug, stempelt ein und geht wieder nach Hause. Eine dritte Person wird beim Einkaufen während der Arbeitszeit gefilmt. Diese Bilder haben eine klassische Diskussion der spanischen Wirtschaftswelt neu entfacht: den Verdacht, dass die Zeiterfassung in Teilen der Verwaltung reine Formsache ist. Zur Klarstellung vorab: Es handelt sich um konkrete Fälle, und die Mehrheit der öffentlichen Bediensteten leistet ihre Arbeitszeit korrekt.

Was der Bericht über Beamte zeigt, die für andere stempeln

Der zentrale Fund folgt einer einwandfreien ökonomischen Logik. Wer die Karten durchzieht, deckt die Abwesenheit von vier anderen ab. Wenn er nichts erhält, verliert er; wenn er bezahlt wird, ist es ein perfektes Geschäft. Berechnungen nach der Ausstrahlung gehen davon aus, dass jeder Abwesende dem Stempelnden etwa 200 Euro monatlich zahlt: Das ergibt für den Inhaber des Lesegeräts zusätzlich 800 bis 1.000 Euro pro Monat, auf Basis eines öffentlichen Gehalts von rund 40.000 Euro jährlich pro Stelle. Fünf Gehälter, null Arbeitsstunden, ein einziger Stecker.

Auch die Spur ist nicht neu: Ein Teilnehmer erinnert daran, dass ein früherer Bericht 2018 in der Ciudad de la Justicia (Justizstadt) in Valencia gedreht wurde, und die aktuelle Sendung richtet den Fokus erneut auf die Gerichte. Manche vermuten, dass die Wahl des Ortes mehr mit der Einschaltquote als mit geografischem Zufall zu tun hat.

Das SEPE und die Gerichte: sich wiederholende Brennpunkte

Beim SEPE (Spanische Arbeitsverwaltung) hätte einer der Genannten darum gebeten, sein Gesicht unkenntlich zu machen. An den Gerichten schildert ein Teilnehmer die Wartezeit: Termin um 12.00 Uhr, der Beamte ist zum Frühstück gegangen, erscheint um 12.35 Uhr mit vollen Einkaufstüten und bedient widerwillig. Direkte Zeugenaussagen, die sich häufen – Fitnessstudio am Vormittag, tatsächliche Arbeitszeiten von elf bis eins.

Der auffälligste Fall betrifft einen anderen Angestellten, der jahrelang gestempelt haben soll, teilweise im Schlafanzug, nur um sofort nach Hause zu gehen. Und eine Szene, die die Dreistigkeit zusammenfasst: Ein Nutzer berichtet, dass er während eines Praktikums sah, wie ein Mann neben ihm fünf Karten durch das Lesegerät zog, ohne jede Scheu.

Die Vorgeschichte: Abgeordnete, die für Präsenzgeld stempeln

Dieses Phänomen ist nicht auf Beamte beschränkt. Der Bericht verweist auf ähnliche Praktiken bei politischen Mandatsträgern, wo Anwesenheitslisten manipuliert wurden, um Diäten oder Zuschläge zu erhalten. Die Parallele dient dazu, zu zeigen, dass Kontrollmechanismen sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik versagen können, wenn sie nicht streng überwacht werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (92 Antworten).

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