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Die wahre Magie alter Ziehbrunnen
Brunnen über 100 Jahre alt und Silbermünzen: Wasser trinken, sich verbeugen und den Wunsch für sich behalten. Auch Bronze hat ihren Grund.
Alte Brunnen haben keine nachgewiesenen magischen Kräfte. Was sie tragen, ist eine ganz bestimmte Tradition —Silber oder Bronze statt 2 Euro, Vollmond, der Wunsch bleibt geheim— deren chemischer Teil, die antimikrobielle Wirkung von Silber, seit 1893 dokumentiert ist.
## Was einen Brunnen zum alten Brunnen macht
Ein alter Brunnen ist nicht einfach ein Loch mit Wasser. Die Tradition verlangt, dass er **mehr als 100 oder 150 Jahre alt** ist und mehrere **Generationen** von Anwohnern versorgt hat. Diese fortgesetzte Nutzung sammelt nach Ansicht der Befürworter eine sakrale Aura, die ein neu gebohrter Brunnen nicht hätte.
Springbrunnen in Einkaufszentren fallen raus. Das Argument ist fast rechnerisch: Die Münze kann jeder Vorbeigehende oder direkt der Besitzer der Anlage aufheben, die Einzahlung wird so zur kommerziellen Spende.
Idealerweise, so heißt es, liegt der Brunnen abseits, überwuchert von Brombeeren, ohne Ruhm. Und mit Wasser darin. Ein trockener Brunnen bleibt ein gewöhnliches Loch.
## Silber und Bronze statt zwei Euro
Die Tradition verlangt Münzen aus **Silber** oder Bronze, keine gesetzlichen Zahlungsmittel wie die 2-Euro-Münze. Die Begründung: Der Mineralwert hat eine tiefere historische Verwurzelung als Fiatgeld, dessen Deckung eine staatliche Konvention ist.
Ein Faktum spricht für Silber, wenn auch auf anderem Weg. Der Schweizer Botaniker **Carl Wilhelm von Nägeli** beschrieb **1893** den oligodynamischen Effekt: Silber- und Kupferionen töten Mikroorganismen in sehr geringen Konzentrationen. Deshalb wurde Wasser jahrhundertelang in Silbergefäßen aufbewahrt. Bronze, eine Legierung mit Kupfer, besitzt diese Eigenschaft zum Teil ebenfalls.
Von dort bis zur Behauptung, eine Münze reinige einen Brunnen, ist es ein weiter Weg, den niemand belegt hat. Eine Münze desinfiziert keine tausenden Liter.
## Die Nacht, der Wunsch und das Schweigen
Vervollständigt wird das Protokoll durch den Kalender. Klare Nacht, Vollmond und vorzugsweise der Beginn der Sommersonnenwende, die auf der Nordhalbkugel zwischen dem **20. und 22. Juni** liegt.
Man verbeugt sich, schöpft Wasser mit einem Kessel und trinkt einen Schluck. Danach wirft man die Münze, indem man sie zwischen Daumen und Zeigefinger schnippt, und ruft den Wunsch in den Brunnen. Keine Rache und keine materiellen Güter.
Und eine letzte Warnung: Der Wunsch wird niemandem erzählt.
## Wasser aus dem Brunnen trinken? Keine gute Idee
Wasser aus einem über hundert Jahre alten verlassenen Brunnen besteht keine Gesundheitskontrollen. Es kann Nitrate, Bakterien oder Schwermetalle aus dem Boden enthalten. Keine Tradition ersetzt eine Analyse.
Wer dem Ritual folgen will, lässt den Kessel besser am Boden. Für die Gesundheit zählt, was ein Arzt sagt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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