Die Schlachtordnung, die die Belagerung des Alcázar von Toledo brach

Vier Verbände, 13.000 Milizionäre und ein Maschinengewehrbataillon: die Schlachtordnung, mit der vor 90 Jahren die Belagerung des Alcázar von Toledo gebrochen wurde

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Schlachtordnung, die die Belagerung des Alcázar von Toledo brach
Vier Verbände und 13.000 Milizionäre: die Belagerung des Alcázar

Warum hielt Francos Kolonne vor den Mauern Toledos an, statt auf Madrid zu marschieren? Diese Frage kehrt jedes Jahr am 27. September zurück, und in diesem Jahr steht eine runde Zahl an: 90 Jahre, seit das I. Tabor der Regulares von Tetuán gegen 21:00 Uhr in den Alcázar einzog, dicht gefolgt von der V. Banderas des Tercio. Was die Chroniken jener Zeit als „Befreiung“ feierten, war vor Ort ein Unternehmen von vier Verbänden, deren Schlachtordnung man ohne den Glanz der Hymne betrachten sollte.

Die Schlachtordnung, die die Belagerung brach

Vier Verbände, jeder unter dem Kommando eines Oberstleutnants: Asensio Cabanillas, Fernando Barrón Ortiz, Castejón und Delgado Serrano. Alle nach demselben Rezept: zwei Tabores der Regulares – aus Tetuán, Melilla, Ceuta und Alhucemas –, eine Banderas des Tercio der Legion, eine Artilleriebatterie sowie die Sanitäts-, Verwaltungs-, Pionier- und Kraftfahrzüge. Dahinter die Reserve: das Freiwilligenbataillon von Sevilla, Hundertschaften der Falange aus Sevilla, Cáceres und Kanaren, das Maschinengewehrbataillon von Plasencia und drei Batterien, zwei mit 105 mm und eine mit 155.

Im Inneren war der Perimeter winzig. Moscardó versammelte nahezu die gesamte Guardia Civil der Provinz – rund 800 Gardisten – und etwa tausend Kämpfer, mit ausreichend Wasser und Lebensmitteln sowie Munition aus der Waffenfabrik. Auf der Gegenseite stellte die republikanische Seite rund 13.000 Mann auf, verteilt auf die Kolonnen Bernal, Burillo, Fernández Navarro, Plaza und die sogenannte Geisterkolonne, die dem Namen alle Ehre machte und als erste floh.

Warum die Maschinengewehre in einem eigenen Bataillon waren

Es wirkt seltsam, eine eigene Maschinengewehreinheit zu sehen, statt Züge, die in die Schützenbataillone integriert sind. Die Erklärung ist doppelt: Materialmangel und eine auf der Halbinsel verbreitete Doktrin, nach der das Maschinengewehr als Waffe der Stützpunktunterstützung galt, nicht als organische Waffe der Einheit. Korrigiert wurde das improvisiert, als das italienisch-deutsche Material einzutreffen begann. Von der Falange hingegen griff man nur für die Etappe: Den ernsthaften Kampf bestritten die Regulares und die Legion, die einzige Truppe mit kolonialer Kampferfahrung, während die Freiwilligen sich für die Parade aufsparten.

Die Pointe: Ein halbes Jahrhundert, bevor der deutsche Kampfgruppe in Mode kam, wurden hier bereits Ad-hoc-Verbände mit zusammengewürfeltem Material aufgestellt.

Verzögerte der Alcázar die Einnahme Madrids?

Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Eine Richtung hält die Entscheidung für politisch und nicht militärisch: Der Alcázar war ein symbolisches Kapital, das Franco zur Festigung seiner Alleinherrschaft brauchte, obwohl Varela Spielraum gehabt hätte, weiter auf die Hauptstadt vorzurücken. Die andere Lesart entgegnet, den politischen Schachzug habe zuvor die republikanische Regierung gemacht, die den Stützpunkt um jeden Preis einnehmen wollte, und Franco habe lediglich auf demselben propagandistischen Terrain geantwortet.

Über all dem steht die äußere Unterstützung. Ohne die deutsche Luftbrücke und die italienische Marinehilfe im Juli 1936 überquert die Armee von Afrika nicht die Meerenge: kein langer Krieg, sondern ein Putsch, der in zwei Wochen erstickt wird. Madrid hält im November 1936 stand, weil das sowjetische Material eintrifft, wann es eintrifft, und die Internationalen Brigaden Fleisch an die Front bringen. Im Oktober 1936 war das Gold der Banco de España bereits auf dem Weg nach Moskau.

Die Meerenge und die Flotte, die den Weg nicht versperrte

Die Mannschaften waren mehrheitlich loyal, die Offiziere zu großen Teilen nicht. Als der Konflikt ausbrach, stellten sich auf vielen Schiffen die Matrosen gegen ihre Offiziere oder sperrten sie ein. Das Ergebnis: Schiffe ohne jemanden, der sie zu führen verstand, Komitees, die ruckweise navigierten, und niemand, der die Meerenge sperrte, als es nötig gewesen wäre – in der letzten Juliwoche.

Neunzig Jahre später bewahrt die Tat ihren Anteil an Epik und ihren Anteil an Arithmetik. Wie der sowjetische Widerstand in der Festung Brest 1941, den niemand mittelalterlich nennt. Offenbar hängt das Adjektiv davon ab, wer die Belagerung aushält.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (23 Antworten).

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