Die Praktikumsfalle in Spanien: Der Fall eines 33-jährigen Piloten

Ein 33-jähriger Spanier mit 11.240 € Ersparnissen und ohne Schulden steckt weiter in prekären Praktika. Das spanische ArbeitsSystem macht aus Ausbildung billige Arbeitskraft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Praktikumsfalle in Spanien: Der Fall eines 33-jährigen Piloten
Die Praktikumsfalle in Spanien: Der Fall eines 33-jährigen Piloten

Er ist 33 Jahre alt, hat 11.240 Euro erspart, null Schulden und eine Pilotenlizenz. Trotzdem wohnt er bei seinen Eltern in Vigo und wurde gerade aus einem Praktikum entlassen, weil er die Zeitung gelesen hat. Die Paradoxie ist perfekt: ein Profil mit Ausbildung und Ersparnissen, gefangen im Kreislauf prekärer Praktika.

Das Praktikumssystem als billige Arbeitskraft

Seit 2011 hat dieser junge Mann eine Reihe von Jobs mit weniger als 1.000 Euro Monatsgehalt hinter sich. Nach seiner Pilotenausbildung 2015 war er als Fluglehrer, Zusteller, Koordinator und Trainer tätig. Seine letzte Erfahrung war ein Praktikum in einem Zerspanungsunternehmen, wo man ihm Verwaltungsaufgaben gab und ihn entließ, weil er Stempelzeiten nicht reparieren konnte, die man ihm nie gezeigt hatte. Sein Fall ist kein Einzelfall: Der spanische Arbeitsmarkt ist voller Praktikanten mit 30, weil Unternehmen aus Ausbildung billige Arbeitskraft gemacht haben. Chefs wollen keine Menschen, die denken, sondern willige Hilfskräfte, die keinen Ärger machen. Eigeninitiative, Produktivitätsberichte und Verbesserungsvorschläge werden mit dem Rauswurf bestraft.

Der Ausweg liegt nicht im Ausland

Auszuwandern ist eine häufige Versuchung. Aber mit Konversationsenglisch und nur drei Monaten Berufserfahrung in der Industrie bieten der deutsche oder niederländische Markt keine Chancen. Dort sucht man technische Profile mit Sprachkenntnissen, keine 33-jährigen Praktikanten. Die echte Alternative ist, den Kreislauf zu durchbrechen: entweder ein weiteres Praktikum mit maximal sechs Monaten Laufzeit annehmen oder einen Job suchen, der Geld und Zeit lässt, auch wenn er nicht aus der Branche stammt. Entscheidend ist, den eigenen Wert nicht am Gehalt eines Ausbildungsvertrags zu messen, sondern an der Fähigkeit, aus dem Umfeld herauszukommen, das einen aufzehrt.

Die Frage bleibt offen: Wie viele Profile wie dieses sind dazu verdammt, den Kreislauf bis zum 40. Lebensjahr zu wiederholen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

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