Der Vorschlag, in Barcelona öffentliche Supermärkte zu schaffen, entfacht die Debatte über die Wirksamkeit staatlicher gegenüber privater Verwaltung neu – die historische Erfahrung zeigt gemischte Ergebnisse.
## Funktioniert der Staat besser? Die Geschichte spricht nicht immer dafür
Die Vorstellung, dass staatliche Verwaltung der privaten grundsätzlich überlegen ist, insbesondere bei der Bereitstellung lebenswichtiger Güter und Dienstleistungen, ist ein wiederkehrendes Mantra in bestimmten politischen Kreisen. Die Geschichte zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild. Nehmen wir den Fall der Föderativen Demokratischen Republik Jugoslawien, gegründet **1945** unter der Führung von **Josip Broz Tito**. Tito versuchte einen dritten Weg zwischen dem westlichen Kapitalismus und dem sowjetischen Kommunismus und erlaubte gewisse Ansätze von Privateigentum. Nach seinem Tod **1980**, der Auflösung des Landes Anfang der neunziger Jahre und dem darauffolgenden Krieg zeigten sich die Schwächen eines schlecht zusammengefügten Modells. Auf Reisen Ende der achtziger Jahre konnte man in der Praxis feststellen, dass private Bars in Jugoslawien ein deutlich besseres Erlebnis boten als staatliche – eine Beobachtung, die auf die Effizienz und Qualität verweist, die oft mit Wettbewerb einhergehen.
Sozialistische Experimente neigten im Allgemeinen dazu, in einer Verteilung von Mittelmäßigkeit oder im schlimmsten Fall von Elend zu enden, begleitet von der Schaffung extraktiver Oligarchien und einer fortschreitenden Aushöhlung der Freiheiten. Trotz dieser Beweise besteht die Linke oft auf der Überlegenheit des Staates. **Adam Smith**, die zentrale Figur des Liberalismus, erklärte bereits im 18. Jahrhundert, dass nicht die Großzügigkeit des Metzgers oder Bäckers unseren Unterhalt sichert, sondern dessen Eigeninteresse. Diese Maxime zeigt sich in alltäglichen Phänomenen, etwa beim Unterschied zwischen öffentlichen Toiletten in Bahnhöfen, die bei freiem Zugang meist in kläglichem Zustand sind, und jenen, die wie im Bahnhof von **Zaragoza** einen Eintritt von **1 Euro** verlangen und erstaunlicherweise makellose Hygiene und Pflege aufweisen.
Dieser Kontrast wirft eine grundlegende Frage auf: Welches Modell ist wirklich wirksamer? Vergleicht man das verfallene öffentliche **Renfe** mit privaten spanischen Fluggesellschaften oder die Qualität der in Westdeutschland von **Mercedes** und **Volkswagen** gebauten Autos mit dem primitiven **Trabant** der kommunistischen DDR, deuten die Schlussfolgerungen in eine Richtung. Freier wirtschaftlicher Wettbewerb, die Kreativität und der Ehrgeiz der Unternehmer sind Motoren, die der Gesellschaft letztlich sowohl durch die Vielfalt der Angebote als auch durch die geschaffenen Arbeitsplätze zugutekommen.
## Der Vorschlag für öffentliche Supermärkte in Barcelona
Vor diesem Hintergrund hat der jüngste Vorschlag des Bürgermeisters von **Barcelona**, **Jaume Collboni**, öffentliche Supermärkte mit günstigeren Produkten für die Bürger zu schaffen, considerable Debatte ausgelöst. Nach einem Treffen in **New York** kündigte **Collboni** an, eine ähnliche Initiative eines New Yorker Stadtrats nachahmen zu wollen. Das erklärte Ziel ist es, den Warenkorb zu verbilligen, doch Details dazu, wie diese Verbilligung erreicht werden soll, welches Preisnachlass erwartet wird und wer die Differenz zum Marktpreis tragen wird – was zwangsläufig auf den Steuern aller lasten wird –, wurden nicht genannt.
Spanien verfügt bereits über ein außerordentlich vielfältiges Supermarktangebot, sowohl bei der Produktauswahl als auch bei der Preisspanne. Es gibt Ketten, die sich auf die niedrigsten Preise spezialisiert haben, die sogenannten **„Low-Cost-Supermärkte"**, und andere, die ein sehr feines Gleichgewicht zwischen Qualität und Kosten gefunden haben. Auch gibt es gehobene Angebote für Verbraucher mit höherer Kaufkraft. Daher scheint die Idee öffentlicher Supermärkte, als populistische Lösung präsentiert, kaum geeignet, strukturelle Probleme zu lösen. Eher könnte man sie als Propagandamanöver eines Bürgermeisters deuten, der in seiner Stadt mit ernsten Sicherheitsproblemen konfrontiert ist und den Vorschlag als Ablenkungsmanöver nutzt.
Die Äußerungen **Collbonis** spiegeln eine gewisse wirtschaftliche Entfremdung der heutigen Linken wider. Statt Unternehmer zu unterstützen und die Gründung neuer Unternehmen zu fördern, die Arbeitsplätze schaffen und Verbraucher zufriedenstellen, werden diese als Verursacher **„obszöner Gewinne"** bezeichnet und mit hoher Besteuerung verfolgt. Der Vorschlag sozialistischer Supermärkte weckt Erinnerungen an das Kuba der **Castros**, ein Modell, das weit davon entfernt ist, ein Beispiel für Wohlstand zu sein. Es ist verständlich, dass **Collboni** auf den Staat setzt, da seine berufliche Laufbahn vollständig im gewerkschaftlichen und politischen Bereich verlief, bei der **UGT** (einer spanischen Gewerkschaft) und der **PSC** (katalanische Sozialistenpartei), ohne jemals den Zwang gekannt zu haben, sich in der Privatwirtschaft seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen.
## Deng Xiaopings Pragmatismus gegenüber der Ideologie
Der berühmte Ausspruch, der **Deng Xiaoping** Ende der siebziger Jahre zugeschrieben wird, **„Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache, sie fängt Mäuse"**, verkörpert eine pragmatische, ergebnisorientierte Vision. **China** erlebte nach der Übernahme dieser Philosophie und der Öffnung seiner Wirtschaft für den privaten Sektor eine radikale Verwandlung – vom Elend zur globalen Wirtschaftsmacht. Der Schlüssel lag darin, Wirksamkeit und die Fähigkeit, Wohlstand und Reichtum zu schaffen, unabhängig von der zugrunde liegenden Ideologie zu priorisieren.
Im Gegensatz dazu scheint der Vorschlag aus **Barcelona** dieses Prinzip umkehren zu wollen, indem er suggeriert: **„Eine pogre Katze, auch wenn sie keine Mäuse fängt"**. Diese Vision, die Ideologie über Wirksamkeit stellt, ist besorgniserregend, zumal wenn man an **Kataloniens** Vergangenheit als Wirtschaftsmotor in Spanien denkt. Heute scheint die Region von Politiken belastet, die oft als theatralisch und selbstschädigend wahrgenommen werden und weit von der Effizienz entfernt sind, die die moderne Wirtschaft verlangt. Das Streben nach greifbaren Ergebnissen – etwa dem Fangen von Mäusen (oder in diesem Fall dem Angebot günstiger und hochwertiger Produkte) – sollte das grundlegende Kriterium für die Bewertung jeder wirtschaftlichen Initiative sein, unabhängig von ihrer ideologischen Ausrichtung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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