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Die Israel-Frage ordnet Spaniens politisches Schachbrett neu
Die Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Sahara durch die USA öffnet die Debatte darüber, wer Spanien verrät, und rückt Israel ins Zentrum der spanischen Politikanalyse.
Die Israel-Frage ordnet Spaniens politisches Schachbrett neu
Es gibt eine Art, die spanische Politik zu analysieren, bei der man zuerst nach Israel fragt und danach nach allem anderen. Die Anerkennung der marokkanischen Souveränität über Westsahara durch die USA, mit ausdrücklicher Unterstützung des Autonomieplans als „einziger Grundlage“ einer Lösung, wie in der Botschaft der US-Botschaft in Marokko verkündet, hat diese Methode wieder kräftig hervorgebracht. Die Diskussion mündete in einen Streit darüber, wer Spanien verrät: die Regierung, die mit Rabat paktiert, oder diejenigen, die Tel Aviv als Drahtzieher jeder Bewegung ausmachen.
Worüber man eigentlich diskutiert, wenn über Israel gestritten wird
Ausgangspunkt ist ein gegenseitiger Vorwurf. Ein Teilnehmer behauptet, Israel habe bei der amerikanischen Kehrtwende in der Sahara-Frage mitgewirkt, räumt aber ein, dass „es von dort bis zur Darstellung Sánchez' als Vorkämpfer der spanischen Souveränität ein weiter Weg ist, den niemand gehen sollte“. Ein anderer Teilnehmer dreht den Spieß um: Die eigentliche Gefahr für Ceuta, Melilla und die Kanaren gehe nicht von Tel Aviv aus, sondern von demjenigen, der sich „mit den größten Verbündeten Marokkos verbündet, die es bis an die Zähne bewaffnen“. Dazwischen steht die These, es gebe einen „gesunden Zionismus“, den man beklatsche, wenn es passt, und anprangere, wenn nicht.
Das Gespräch verstrickt sich in der Figur Abascals. Eine Meldung kursiert, wonach der VOX-Vorsitzende in der israelischen Presse erklärt haben soll, er werde jede Entscheidung annullieren, die Israel schade – daraus wird gefolgert, die Partei sei ein fremdes Instrument. Es ist ein Vorwurf ohne gerichtliche Klärung und bleibt daher im Bereich des politischen Verdachts.
Patriotismus als Wurfgeschoss
Einer der bittersten Momente kommt, als ein Teilnehmer die Reaktion der spanischen Linken mit der der russischen Kommunisten vergleicht, die kein Problem damit gehabt hätten, Pilingui zu unterstützen, als Russlands nationale Souveränität in Gefahr war. Sein Fazit: Ein Wähler der Rechten würde dasselbe niemals mit einer Sánchez-Regierung tun, selbst wenn die territoriale Integrität bedroht wäre. Die Antwort der anderen Seite: Wer sich mit den Verbündeten Marokkos verbündet, ist der wahre Verräter, und die logische Abfolge sei verkehrt herum.
Das Thema vermengt sich mit der Migrationspolitik. Zitiert wird der Fall einer Frau in Ceuta, die Marokkaner zur illegalen Einreise nach Spanien auffordert; ein Teilnehmer deutet das als Symptom eines „flachen Gutmenschentums“, das einen Teil der Bevölkerung infiziert habe. Die Erwiderung: Eine einzelne Aufnahme beweise nichts, und die extreme Linke meide das Thema, weil sie darin einen hybriden Angriff sehe.
Die Theorie vom Weltkalifat und ihre Grenzen
Am lautesten Ende taucht die These auf, es gebe keine jüdisch-freimaurerische Verschwörung, sondern ein „WELTKALIFAT“, finanziert mit Petrodollars, das Medien, Parteien und Regierungen gekauft habe. Es ist eine Behauptung ohne jeden Beleg, die als Parole kursiert und jede Analyse in den Bereich identitärer Verdächtigungen abdrängt. Dem hält ein anderer Teilnehmer ironisch entgegen, das Problem sei nicht Israel als Staat, sondern die „internationale Nheitnheitnheitnheit“ als vages Konzept.
Das Ergebnis ist ein Schachbrett, auf dem jede Seite der anderen vorwirft, ihre Haltung zu Israel über jede Analyse zu stellen. Sánchez' Regierung erscheint als unterwürfig gegenüber Rabat; die Opposition als Instrument fremder Interessen. Die Fakten des Sahara-Abkommens bestreitet niemand. Gestritten wird nur darüber, wer der Verräter ist.
Erinnert sich jemand an eine einzige politische Entwicklung in Spanien der letzten Jahre, die analysiert wurde, ohne zuvor durch den Nahost-Filter zu gehen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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