Die 15-Euro-Casio-Haltbarkeit über Jahrzehnte hinweg

Eine 15-Euro-Casio hält 14 Jahre mit der Originalbatterie durch und überlebt Meerwasser ohne Schaden. Im Vergleich zu Luxusuhren stellt sich die Frage nach dem Warum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die 15-Euro-Casio-Haltbarkeit über Jahrzehnte hinweg
Die 15-Euro-Casio, die alles übersteht und nie ausgetauscht wird

Eine Uhr, die zwischen 10 und 20 Euro kostet, 14 Jahre mit der Werksbatterie durchhält, Meer und Sand ohne Kratzer überstanden hat und selbst bei der Zeitumstellung nicht verstellt werden muss. Das behaupten jene, die seit Jahrzehnten eine Casio am Handgelenk tragen, im Gegensatz zu denen, die meinen, eine Uhr müsse nicht nur die Zeit anzeigen, sondern auch stilvoll sein. Die Diskussion, ausgelöst durch das Erscheinen eines neuen Modells, führt zu einer unbequemen Frage: Warum hunderte oder tausende Euro für etwas bezahlen, das eine 15-Euro-Uhr besser kann?

Die Uhr, die nicht einmal bei der Zeitumstellung verstellt wird

Es gibt eine Szene, die sich in den Gesprächen wiederholt: Jemand beschließt, die Zeitumstellung auf den nächsten Tag zu verschieben. Dann auf den übernächsten. Nach drei Monaten kommt er zum Schluss, dass es sich nicht lohnt. Ich habe sie nie wieder umgestellt, fasst ein Teilnehmer zusammen. Die einfachste Casio-Version braucht keine Einstellungen, kein Laden und keine Verbindung zu anderen Geräten. Sie zeigt nur die Zeit an. Und genau das erwarten viele Menschen von einer Uhr.

Die Liste der zugeschriebenen Vorzüge ist lang und konkret: Sie halten jahrelang ohne Batteriewechsel, sind praktisch unzerstörbar bei Stürzen, haben gut lesbare LCD-Anzeigen, sind wasserdicht, besitzen eine Hintergrundbeleuchtung für die Nacht, kosten wenig und fallen auf der Straße kaum auf. Ein bestimmtes Modell läuft seit 14 Jahren mit der Originalbatterie, war jeden Monat in Meer und Sand, ohne dass sich selbst das Armband gelöst hat. Ein anderer Nutzer besitzt vier Modelle: die F91W, den Illuminator, die F59W und die F756.

Das wirtschaftliche Argument wiegt am schwersten. Verglichen mit einer 4.000-Euro-Schweizer Automatikuhr, die in einem Aufziehbox gehütet werden muss, damit sie nicht stehen bleibt, kann eine 15-Euro-Casio auf die Baustelle mitgenommen, geschlagen werden und funktioniert weiter. Eine F91 mit Klettverschluss-Armband ist auf der Baustelle fast unzerstörbar, behauptet jemand, der es getestet hat. Die implizite Frage lautet, warum ein Smartwatch das nicht aushält.

Die Uhr als Modeaccessoire: Wenn Ästhetik zählt

Nicht alle teilen diesen Enthusiasmus. Die häufigste Kritik betrifft die Optik: Was für ein hässliches Ding, sagt ein Teilnehmer über eine G-Shock Frogman. Für 1982 in der Schule war das okay, fügt er hinzu, aber heute sieht das nicht mehr schick aus. Ein anderer ergänzt: Am Arm eines erwachsenen Mannes wirkt sie wie eine Kinderuhr.

Die Antwort kommt mit Sarkasmus: Schick sieht sie nicht aus, aber sie zeigt die Zeit perfekt an. Spoiler: Es ist eine Uhr, kein Kleidungsstück. Die Diskussion verlagert sich dann auf Smartwatches. Befürworter traditioneller Schweizer Uhren räumen ein, dass das Smartwatch gewinnt, wenn die Funktion im Vordergrund steht. Aber sie fügen eine Nuance hinzu: Militärs nutzen sie ständig, und offenbar halten sie alles aus. Der Gegenschlag lässt nicht auf sich warten: Militärs sollten eigentlich die Ersten sein, die weder Smartwatch noch Smartphone nutzen.

Wenn es einen Konsens gibt, dann diesen: Eine Arbeitsuhr kann keine 4.000-Euro-Tudor sein. Für die Baustelle eine 15-Euro-Casio mit Klettverschluss-Armband; für den Ausgang etwas anderes. Das Nebeneinander beider Welten erklärt, warum viele mehrere Modelle sammeln und je nach Anlass wechseln.

Vom Frogman zum Oceanus: Das Modell-Karussell

Das Gespräch entwickelt sich zu einem Defilee von Modellen. Genannt werden die GWF-A1000C-1AER Frogman, die G-Shock G-5600E mit Modul 3160 und Solarakku, die grüne G-Shock 8000, die F91W, die Gulfman mit 14 Jahren Batterielebensdauer, die Pro Trek PRG 330 für Wanderungen, die GA 2100 mit sorgfältiger Verarbeitung, die solarbetriebene GWM5610PC-1 ohne Batterien für Mad Max, die GW-056E-4V, die auf ein MIP-Display mit Solarladung, Gezeiten und Mondphase für unter 150 Euro wartet, sowie die Oceanus T150, die jemand als die beste Casio krönt.

Manche prahlen mit vergoldeten Modellen, andere geben zu, eine „Arme-Leute-Uhr“ zu besitzen, bei der sie das Gummiarmband durch Stoff ersetzt haben. Die Preisspanne ist enorm: von 10 oder 20 Euro für ein Basismodell bis zu 129 Euro für eine Sonderedition, die Skeptikern wie Abzocke vorkommt, obwohl sie zugeben, dass sie cool aussieht. Jemand weist darauf hin, dass die Marke die erste war, die Taschenrechner herstellte, und immer noch unterschätzt wird.

Der unsichtbare Chronograph und andere technische Mängel

Nicht alles ist Lob. Ein Nutzer beschreibt ein spezifisches Problem der GA 2100: Der Chronograph befindet sich in einem kleinen Fenster, das größtenteils von den Zeigern verdeckt wird; es gibt eine Tastenkombination zur Freigabe, die aber umständlich ist, und im Chronographenmodus erscheinen die Minuten viel kleiner als die Sekunden. Genau dafür habe ich die Uhr am meisten benutzt, bedauert er. Die Kritik ist nicht ästhetisch, sondern funktional.

Eine weitere häufige Beschwerde betrifft die Größe. Die G-5600E ist ein bisschen klobig, gibt ein Träger zu. Die GA 2100 hingegen wird als weniger übergroß empfunden als typische Modelle dieser Art, was bei schmalen Handgelenken geschätzt wird. Die implizite Schlussfolgerung lautet, dass nicht jede Casio für jedes Handgelenk passt und der Ruf der Unzerstörbarkeit nicht davon entbindet, das Modell vor dem Kauf genau zu prüfen.

Die wiederauflebende Batterie und die Uhr, die die Zeit zeigt

Unter den Phänomenen, die mit Neugier diskutiert werden, sind Uhren, die mit leerer Batterie scheinbar kurzzeitig wiederbelebt werden, wenn man sie drückt. Jemand fragt nach physikalischen Studien, die dies erklären, ähnlich wie beim Schlagen auf eine Fernbedienung, um noch ein paar Tastendrücke herauszuholen. In der Diskussion gibt es keine technische Antwort, nur die Feststellung, dass es passiert.

Die Debatte endet nie wirklich. Manche werden weiterhin Casios kaufen wegen Preis und Haltbarkeit; andere werden weiterhin tausende für eine Schweizer Uhr zahlen, die bewegt werden muss. Die Grundfrage – ob eine Uhr die Zeit anzeigen oder etwas über den Träger aussagen soll – bleibt genau dort, wo sie begann. Und die 15-Euro-Uhr funktioniert unterdessen weiter.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (93 Antworten).

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