Díaz: Mieten sind Luxus; nur 16,3 % der Jugend zieht aus

Yolanda Díaz bezeichnet Mietpreise als unerschwinglich und fordert Regulierung. Nur 16,3 % der jungen Menschen in Spanien verlassen das Elternhaus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Díaz: Mieten sind Luxus; nur 16,3 % der Jugend zieht aus
Nur 16,3 % der Jugendlichen ziehen aus – Mietpreisdeckelung als Lösungsweg

Wie ein Eigentümer im Diskurs berichtet, wechselte eine Mietwohnung in Madrid am 29. Januar den Besitzer. Er verkaufte sie und begründete dies damit, dass die Begrenzung der Mieterhöhungen und die Vertragsverlängerungen die Rendite zunichte gemacht hätten und das Risiko zu hoch sei. Eine Wohnung weniger auf dem Markt. Dies ist die Szene, die den Kern des Problems am besten beschreibt: Im Wohnungsbau ist jede Maßnahme zum Schutz der Mieter auch ein Anreiz für Vermieter, sich aus dem Markt zurückzuziehen.

Die Vizepräsidentin Yolanda Díaz formulierte dies in einer Nachricht, die den Startschuss gab: „Wer nicht aus dem elterlichen Haushalt ausziehen kann, wird in seiner Entwicklung gehemmt. Nur 16,3 % der jungen Menschen haben es geschafft, sich selbstständig zu machen. Das Mieten ist zum Luxus geworden.“ Ihre Schlussfolgerung: Alle öffentlichen Verwaltungen müssen sich an der Regulierung der Preise beteiligen. Mit dieser Zahl beginnt alles, und mit ihr sollte man den Rest lesen.

Was plant das Ministerium und wie ist der Stand?

Das Wohnungsbauministerium arbeitet am Referenzindex für Mietpreise, einem Instrument, das es ermöglichen soll, Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt zu erklären und dort die Mieten zu deckeln. Die Prognose des Ministeriums sieht eine Vorstellung im Februar vor, wobei Katalonien die erste Region sein wird, die es anwendet. Andere Verwaltungen hätten laut Angaben des Ministeriums Interesse bekundet.

Auf der anderen Seite hat die Comunidad de Madrid die Regulierung von Zimmermieten und die Erklärung von Spannungsgebieten „vollständig“ abgelehnt. Ihr Argument: Sie greift in das Eigentumsrecht ein, verletzt Zuständigkeiten und treibt die Preise nach oben, weil sie das Angebot reduziert. Zwei Ansätze, die nicht zusammenfinden werden. Eine Verwaltung glaubt, der Index ordne den Markt; die andere behauptet, er verenge ihn.

Das Beispiel, das oft bei Diskussionen über Mietpreisbremsen angeführt wird, ist der regulierte Mietmarkt in Städten wie Stockholm, wo Wartelisten, wie im Diskurs behauptet wird, Jahrzehnte betragen können. Dies beweist nichts allein, aber es bestimmt den Ton der Skepsis: Preisintervention ohne Angebotssteigerung verlagert das Problem oft vom Geldbeutel zur Warteschlange.

Warum werden Wohnungen verkauft statt vermietet?

Der Fall des Madrider Eigentümers ist kein Einzelfall. Die wiederkehrende Klage richtet sich gegen die Rechtsunsicherheit: verlängerte Verträge, gedeckelte Erhöhungen und Zwangsräumungen wegen Zahlungsrückstands, die, so wird argumentiert, spät kommen und teuer sind. Innerhalb dieser Logik ist die Rechnung einfach: Wenn die Rendite sinkt und das Risiko steigt, verkauft der Eigentümer, und der verfügbare Bestand geht zurück. Manche fassen es so zusammen, dass man eine Immobilie nicht zum Vermieten kauft, um sie dann in eine Altrendite umzuwandeln.

Demgegenüber betont die Befürwortung der Regulierung genau das Gegenteil: Dass Mieten zum Luxus geworden sind, liegt daran, dass die Preise jahrelang ungehemmt stiegen, und ohne Deckelung stoppt diese Eskalation nicht von selbst. Der unbequeme Detail bleibt derselbe: Die Norm schafft keinen Wohnraum, sie verteilt nur den vorhandenen.

Bauen oder Regulieren: Die andere Hälfte des Problems

Ein Großteil der Analyse konzentriert sich auf das Angebot. Es wird argumentiert, dass in Spanien genug Bauland vorhanden sei, dass Kommunen die Bebaubarkeit einschränkten und dass die Baukosten gesunken seien, sodass, nach einer kursierenden Berechnung, Wohnraum für etwa 800 Euro pro Quadratmeter errichtet werden könnte. Von diesem Ausgangspunkt aus wirken die Preise im Norden Madrids – verglichen mit Manhattan neben einer Wüste – absurd.

Daraus entstehen Vorschläge für voluminösen Neubau: Millionen von öffentlich geförderten Mietwohnungen mit Mieten um die 200 Euro und ein Regime schneller Räumung bei Zahlungsverzug. Der historische Vergleich taucht immer wieder auf, fast immer derselbe: Während der Ära der großen Bauprojekte wurden ganze Viertel mit gefördertem Wohnraum errichtet, weil die Behörden bauten; heute, so heißt es, werde nur noch Gesetzgebung betrieben. Auf der anderen Seite wird daran erinnert, dass Bauen mit allgemeinen Steuermitteln auch politische Kosten hat und dass die Mehrwertsteuer auf Wohnraum – etwa 10 % beim Kauf – schwerer wiegt als gedacht. Einige Vorschläge empfehlen, sie für Erstbuyer abzuschaffen und ab der dritten Wohnung auf 20 % zu erhöhen.

Zunehmende Nachfrage und Wohnungen für Touristen

Es gibt einen dritten Faktor, den niemand ignoriert: Demografischer Druck und touristische Nutzung. Es wird argumentiert, dass die Konzentration von Arbeitsplätzen in wenigen Großstädten zusammen mit der kontinuierlichen Zuwanderung den Markt belastet, ohne dass der verfügbare Wohnungsbestand wächst. Man sollte dies vorsichtig handhaben: Es sind parteiische Aussagen, keine verifizierten Zahlen. Parallel dazu wurde in Katalonien angeblich ein Dekret verabschiedet, um innerhalb von fünf Jahren 24.000 Ferienwohnungen zu schließen, und auf den Balearen wurde gesetzlich festgelegt, die Mehrheit der Plätze zu eliminieren. Wer saisonal mietet, ist von beiden Trends betroffen.

Das Ende, das verwirrt

Während alle über Deckelungen, Indizes und Spannungsgebiete diskutieren, ist die Zahl, die das Thema eröffnet, kein Preis. Es ist ein 16,3 %. Und dieses Problem lässt sich nicht durch eine Regel lösen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (210 Antworten).

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