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Díaz fordert Mindestlohn von 1.400 Euro: doppelt so hoch wie unter Rajoy
Ein Mindestlohn von 1.400 Euro bedeutet laut Berechnungen 21.000 Euro Bruttojahresgehalt und 29.000 Euro Arbeitgeberkosten, was den spanischen Mindestlohn auf 58 % des Durchschnittslohns hebt.
Der Mindestlohn von 1.400 Euro: Wer zahlt die Differenz?
Wie viel muss man verdienen, um netto 1.400 Euro monatlich zu erhalten? Laut den im Diskurs kursierenden Berechnungen sind das etwa 21.000 Euro brutto pro Jahr. Diese Zahl ist der Kleingedruckte Teil des Vorschlags von Yolanda Díaz, den Mindestlohn auf 1.400 Euro monatlich anzuheben, das Doppelte dessen, was Rajoy bei seinem Abgang hinterließ. Die Zahl klingt großzügig auf dem Gehaltszettel, sieht in der Gewinn- und Verlustrechnung des Arbeitgebers jedoch ganz anders aus.
Was kostet ein Mindestlohn von 1.400 Euro wirklich?
Damit ein Arbeitnehmer 1.400 Euro netto erhält, muss das Unternehmen rund 29.000 Euro jährlich aufwenden, wenn man Bruttolohn, Sozialversicherungsbeiträge und damit verbundene Kosten zusammenrechnet, so dieselbe Berechnung. In Branchen mit geringen Margen, wie der Gebäudereinigung, muss jede Rechnung zusätzlich Miete, Strom und Material decken. Das am häufigsten wiederholte Argument ist nicht ideologisch, sondern arithmetisch: Wenn sich die gesetzliche Untergrenze dem Durchschnittslohn nähert, verengt sich der Spielraum für Lohnerhöhungen nach oben ohne Preisanpassungen. Manche fordern, dass diese Informationen einmal jährlich auf der Lohnabrechnung erscheinen, einschließlich einer Aufschlüsselung der indirekten Steuern; die vollständige Berechnung, Posten für Posten, zeigt eine Differenz zwischen den Unternehmenskosten und der tatsächlichen Kaufkraft, die überrascht, wenn man nur auf den Bruttobetrag schaut.
Spanien und Deutschland: Der Mindestlohn frisst den Durchschnittslohn
Der internationale Vergleich wird in beide Richtungen als Argument genutzt. Mit den Daten, die ein Teilnehmer in der Debatte verwendet: Der deutsche Mindestlohn liegt bei rund 23.800 Euro jährlich gegenüber 15.120 Euro in Spanien, aber der deutsche Durchschnittslohn (55.040) ist doppelt so hoch wie der spanische (25.800). Übersetzt in Proportionen entspricht der deutsche Mindestlohn 43 % seines Durchschnittslohns und der spanische 58 %, laut derselben Aufschlüsselung. Die praktische Konsequenz ist, dass hier die Distanz zwischen der Untergrenze und dem typischen Verdienst proportional viel geringer ist. Weniger Stufen, bevor man die Decke erreicht.
Was passiert mit Tarifverträgen und qualifizierter Arbeit?
Wenn die gesetzliche Untergrenze die Tabellen der Tarifverträge erreicht, verschwindet die nächste Stufe. Eine Strömung der Analyse behauptet, dass der Mindestlohn bereits die Mindestlöhne vieler Sektoren übersteigt und dies die Übernahme von Verantwortung entmutigt: Wenn eine Position mit Führungsverantwortung kaum mehr verdient als die eines Regalauffüllers, stirbt die interne Karriereleiter ab. Ein anderer Aspekt betrifft die öffentliche Verwaltung, wo die Basis die Zulagen zieht und die Spanne zum qualifizierten Personal verengt. Die pessimistischste Lesart warnt vor einer Armee von Überqualifizierten in einfachen Jobs und Arbeitnehmern mit eingeschränkter Beschäftigungsfähigkeit, die in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden.
Kann man von 1.400 Euro brutto in Madrid oder Barcelona leben?
Gerundet bleiben von 1.400 Euro brutto etwa 1.200 Euro netto übrig. Bei einer Miete von 700 bis 800 Euro monatlich bleiben 400 bis 500 Euro für Essen, Strom, Nebenkosten und Transport. Daher fordert ein Teil der Analyse, den Mindestlohn an die Lebenshaltungskosten anzupassen: etwa 1.800 Euro in teuren Gebieten und gestaffelte Senkungen bis auf 1.000 Euro in kleineren Orten. Der Einwand kommt schnell: Wenn der Großteil der Ausgaben für Wohnen ist und dieses nicht mit der Provinz sinkt, korrigiert die regionale Anpassung wenig. In Extremadura liegt der Durchschnittslohn bei rund 21.393 Euro, laut den von einem Teilnehmer zitierten Daten, einschließlich des öffentlichen Sektors, wo fast niemand unter 20.000 Euro liegt, und mit einem Mindestlohn nahe 19.000 Euro ist die Statistik sehr komprimiert.
Egalitarismus, die Sowjetunion und die Angst vor Inflation
Der Vergleich mit der Sowjetunion taucht früh in der Diskussion auf: Ein Ingenieur und jemand, der im Supermarkt Regale auffüllt, verdienen gleich viel. Eine im Thread wiedergegebene Aufschlüsselung der sowjetischen Gehaltstabellen, in Rubel, zeigt, dass ein Student mit guten Noten 40–50 Rubel erhielt, eine Krankenschwester 80, ein Junior-Spezialist 120–130, ein Ingenieur nach drei Jahren Tätigkeit 150 und ein Ingenieur mit mehr als vierzehn Jahren Erfahrung 200. Die Skala existierte. Andere Stimmen fügen hinzu, dass Gleichmacherei von unten keinen Wohlstand schafft, prognostizieren mehr Arbeitslosigkeit und sehen ein bedingungsloses Grundeinkommen als nächsten Schritt. Dem wird der gegenteilige Fall entgegengehalten: Länder, die den Mindestlohn stark erhöhten, während die Arbeitslosigkeit sank.
Und es bleibt beim Üblichen. Der Vorschlag häuft Schlagzeilen, bleibt im Kalender stecken und die Gehälter kommen pünktlich, ohne Erhöhung. Den Mindestlohn zu erhöhen ist leicht in einer Pressekonferenz anzukündigen. Ihn zu bezahlen ist Sache einer anderen Abteilung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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