Deutsche Industrie-Krise bedroht Spaniens Renten

Der Abschwung der deutschen Industrie gefährdet die Finanzierung von Spaniens Renten und Schulden. Ein Kürzungsszenario von 20 % wird diskutiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Deutsche Industrie-Krise bedroht Spaniens Renten
Der deutsche Abschwung: Die Rechnung, die Spanien nicht sehen will

Félix lebt in Siegen, einer Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern im Süden von Nordrhein-Westfalen. Er wurde in Badajoz geboren und ist eines der Opfer des stockenden deutschen Motors. Und wenn Deutschland niest, bricht in Südeuropa das Ergebnisbudget.

Dies ist der Boden, auf dem eine Angelegenheit diskutiert wird, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Die deutsche Industrie verliert an Tempo. Ein großer Teil der spanischen Wirtschaft baute ihr letztes Jahrzehnt auf der Gewissheit auf, dass deutsches Geld niemals aufhören würde zu fließen.

Der deutsche Abschwung ist keine Hypothese mehr

Mehr als eine halbe Million Spanier wanderten in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland aus. Es wird geschätzt, dass etwa 600.000 dem Ruf des Gastarbeiters, des Gastarbeiters, ohne Grundbildung und ohne Sprache folgten und landeten größtenteils in Fabriken. Viele kehrten nach Spanien zurück; andere blieben und ließen ihre Kinder dort, heute Babyboomer, die den Abschwung einer Industrie erleben, die ihnen einst sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze bot.

Die Kette, die diskutiert wird, ist einfach und wenig freundlich. Wenn die deutsche Industrie erlischt, spürt Spanien es auf zwei Wegen: weniger Aufträge für Exporte und weniger Fähigkeit des Hauptpartners, hier ausgegebene Mittel weiter zu finanzieren. Das ist keine exotische Prognose, sondern die Mechanik einer Währungsunion, in der der Norden früh aufsteht und der Süden, seinen Kritikern zufolge, lange wach bleibt.

Nur eine Gruppe hat Kaufkraft gewonnen

Die zitierten Daten deuten in eine unbequeme Richtung: Die Spanier werden immer ärmer, und nur Rentner haben in den letzten 14 Jahren Kaufkraft gewonnen. Gegenüber steht die andere Hälfte des Problems, die Nachhaltigkeit des Systems: Die Renten, die Spanien „zahlen kann“, müssten um mindestens 20% sinken, um ein Defizit zu vermeiden.

Auf dem Tisch liegt eine wiederholte Berechnung, die man als das nehmen sollte, was sie ist: eine Schätzung ohne Prüfung. Etwa 500.000 Menschen würden in Spanien die Höchstrente beziehen, mit Gehältern, die in einigen Fällen bei rund 3.000 Euro liegen und in konkreten Fällen zwei Leistungen summieren. Mit diesen Zahlen wird die Anpassung politisch toxisch und elektoral unmöglich. Das erklärt, mehr als die Arithmetik, warum niemand daran rührt.

Ausgaben, die nicht laut diskutiert werden

Das andere Bein der Erzählung sind die Sozialausgaben. Manche behaupten, die Europäische Union erhöhe die Hilfen für Spanien so stark, dass Italien als am meisten unterstütztes Land der Gemeinschaft überholt werde, und dass Regionen und Gemeinden Zuschüsse verteilen, als gäbe es kein Morgen, mit Geld, das nicht ihnen gehört, sondern geliehen ist. Das Existenzminimum (Ingreso Mínimo Vital) taucht in fast allen Gesprächen als Symbol dieser Rechnung auf.

Hier wird die Angelegenheit unbequem, weil sie fiskalische Nachhaltigkeit mit sozialer Ungerechtigkeit mischt. Ein Teil der Debatte weist auf Migranten als Begünstigte von Ausgaben hin, die sie nicht finanzieren, während ein anderer daran erinnert, dass Sozialhilfen nicht nach Nationalität unterscheiden und das Problem ein Maßstab ist: Das System wurde für eine wachsende Wirtschaft entworfen, und diese Wirtschaft stirbt aus.

Was ist das echte Zeichen dafür, dass dies zusammenbricht?

Die Indikatoren, die wirklich überwacht werden, sind oft nicht die makroökonomischen. Eines der am häufigsten genannten Zeichen ist die Schließung von Bars: Wenn die Bar herunterlässt und der Beamte seine Lunchbox und den Kaffee von zu Hause zur Arbeit mitnimmt, ist die Anpassung bereits in der Küche angekommen. Andere weisen dieses Thermometer mit Ironie zurück, denn der durchschnittliche Spanier findet immer Platz in der Bar, auch wenn er sie sich nicht mehr leisten kann.

Warum niemand den Euro verlassen kann

Die Frage, die alles überschwebt, ist die alte: Wenn das Konstrukt für manche so schlecht und für andere so teuer ist, warum geht dann niemand? Die technische Antwort, die kursiert, lautet, dass es nicht möglich ist. Die Währungsunion wurde als permanent konzipiert, und ihr Austritt ist nicht geregelt. Auch Deutschland passt es nicht, dass jemand geht, denn das würde den Bankrott der Währung des austretenden Staates und die Zahlungsunfähigkeit der restlichen Schulden bedeuten.

Die historische Lesart, die dieses Argument begleitet, fügt eine weitere Zutat hinzu. Deutschland war am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und lag auf Knien, und genau deshalb wurde in es mit dem Marshall-Plan und einem exorbitanten Kapitalzufluss investiert. Sein Erfolg, so diese Strömung, entstand nicht aus einem überlegenen nationalen Charakter, sondern aus einem Gebiet, das von 48 US-Militärbasen besetzt war und sich an die Richtlinien der Geldgeber hielt.



Mit diesen Bausteinen teilt sich die Analyse zwischen denen, die eine brutale Anpassung erwarten, und denen, die glauben, die Anpassung sei bereits da und mache sich nur im Einkaufskorb bemerkbar. Was noch niemand erklärt hat, ist, warum ein Land, das 600.000 seiner Bürger schickte, um die deutsche Industrie aufzubauen, heute weniger Vertrauen verdient als vor zwanzig Jahren.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (198 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver