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Der Schein der 49.220 Euro Finanzvermögen pro Kopf in Spanien
Das durchschnittliche Finanzvermögen von 49.220 Euro pro Spanier steht im Widerspruch zur fehlenden Medianangabe und einer Verteilung, die zwei Länder zeichnet.
49.220 Euro Durchschnittsvermögen: die Zahl, die die meisten nie sehen
Spanien rühmt sich eines Netto-Finanzvermögens von 49.220 Euro pro Einwohner im Jahr 2024, laut dem globalen Index von Allianz. Die Zahl platziert das Land unter die 25 reichsten Nationen der Welt und in die Top 20, wenn man weitere Familienvermögen hinzurechnet. Doch niemand sollte vorschnell sein Girokonto prüfen: Der Durchschnitt, dieses statistische Biest, isst Hähnchen.
Der klassische Hähnchen-Witz funktioniert wieder: Wenn der eine zehn hat und der andere null, ist der Durchschnitt fünf. Nur einer isst zu Abend. In Spanien zeichnet die Verteilung zwei Länder. Während eine Generation Konten mit sechs Stellen anhäuft, kommen viele junge Menschen nicht einmal auf 1.000 Euro, manche nicht einmal auf 100. Die Frage aller Fragen, wie hoch ist der Median?, bleibt unbeantwortet.
Banco de España und Schulden
Die Banco de España (Spaniens Zentralbank) bietet eine andere Lesart: Jeder Haushalt hortet mehr als 30.000 Euro in Finanzaktiva. Das klingt gut, bis jemand die unbequeme Frage stellt: Wurden öffentliche und private Schulden abgezogen? Das Nettovermögen ist genau das, was übrig bleibt, nachdem abgezogen wurde, was man schuldet.
Dann sind da noch die zehn großen Vermögen, die nach manchen Schätzungen ein Vielfaches des Reichtums aller anderen ausmachen. Schon drei oder vier Milliardärsvermögen genügen, um den Durchschnitt aufzublähen. Die makroökonomische Zahl, makellos, existiert neben der Erfahrung derjenigen, die ihr Gehalt erhalten und trotzdem bis zum Monatsende nicht kommen.
Der statistische Trugbild
Niemand bestreitet, dass Spanien in aggregierter Hinsicht kein armes Land ist. Die Frage ist: für wen. Die Durchschnittswerte beim Vermögen zeichnen eine schmeichelhafte Landkarte, die verschwimmt, sobald die Lupe auf die tatsächliche Verteilung gerichtet wird.
Wenn das Durchschnittsvermögen so hoch ist, warum taucht der Median im Bericht nicht auf? Diese Abwesenheit sagt mehr als die Zahl selbst. Solange das so bleibt, wird der durchschnittliche Spanier die 49.220 Euro nirgendwo finden, weder bei der Bank, noch beim Finanzamt, noch auf dem Kopfkissen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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