Der Rosenkranz um 22 Uhr: täglich 25 Minuten und Schutzengel

Am 2. Oktober, dem Fest der Schutzengel, vereint der Rosenkranz um 22 Uhr Anliegen, Marienversprechen und Zweifel an der kirchlichen Sprache

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Rosenkranz um 22 Uhr: täglich 25 Minuten und Schutzengel
Der tägliche Rosenkranz um 22 Uhr und der Psalm von den Schutzengeln

Der Heilige Rosenkranz um 22 Uhr ist längst keine Sache für Großmütter mehr. Oder zumindest nicht mehr ganz: Die Andacht ist auf 25 bis 30 Minuten getaktet, wird mit einer festen Liste von Anliegen gebetet und schleppt ein Bündel von Versprechen mit sich, das vom himmlischen Schutz bis zur Befreiung aus dem Fegefeuer reicht. Diesen Freitag, den 2. Oktober, stellt der Kalender zusätzlich eine Eskorte: Exodus 23, Psalm 91 und das Matthäus-Evangelium (Kapitel 18) rücken die Schutzengel ins Zentrum des Tages.

Was das heutige Evangelium sagt: die Schutzengel

Die erste Lesung ist ein Versprechen von Begleitung: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich auf dem Weg behüte." Die sonntägliche Betrachtung des Tages betont, dass dieser Engel nicht der geflügelte der volkstümlichen Ikonografie ist, sondern eine Manifestation der göttlichen Gegenwart, die für den Menschen zugänglich ist – dieselbe, die Israel mit einer Wolkensäule und Feuer führte. Der Gehorsam fungiert dort als Klausel des Bundes: Der Schutz kommt, wenn der Mensch seinen Teil der Abmachung hält.

Das Evangelium schlägt einen anderen Weg ein. Die Jünger fragen, wer der Größte im Himmelreich sei, und die Antwort ist ein Kind, das in ihre Mitte gestellt wird: Wer nicht klein wird wie dieses Kind, kommt nicht hinein. Den Abschluss bildet die Warnung, die Kleinen nicht zu verachten, denn ihre Engel sehen stets das Gesicht des Vaters.

Der Heilige Rosenkranz um 22 Uhr: was gebetet wird und wann

Gebetet wird für alles und alle: Wiedergutmachung für die Beleidigungen gegen Gott, gegen das Heiligste Herz Jesu und gegen das Unbefleckte Herz Mariens; für Priester und ihre Familien; für die Päpste; für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende; für Kinder, Jugendliche und Familien; und für den Schutz der Kreuzwegandachten, mit ausdrücklicher Erwähnung des Kreuzes im Valle de los Caídos. Separat kommt die Barmherzigkeitskrone dazu, empfohlen für 15 Uhr, da dies der Überlieferung zufolge die Stunde der Barmherzigkeit ist.

Dahinter stehen die Versprechen, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden: Schutz, besondere Gnaden, Tugenden, gute Werke, Befreiung aus dem Fegefeuer – und eine Warnung, die keine Grautöne kennt: Die Seele, die sich im Rosenkranz der Jungfrau anvertraut, wird nicht zugrunde gehen. Die vollständige Liste mit ihren fünfzehn Punkten liest man in einer Minute, diskutiert aber deutlich länger.

Ist es anmaßend, von der „Gemeinschaft der Heiligen" zu sprechen?

Hier taucht der einzige echte Reibungspunkt des Tages auf. Manche halten den Begriff für zu groß für die pilgernde Kirche und fordern eine Umbenennung in „Gemeinschaft der Gläubigen". Das Argument ist nicht aus der Luft gegriffen: In den Paulusbriefen wird das griechische Wort hagios für ganze christliche Gemeinschaften verwendet, nicht für einen exklusiven Klub von Heiliggesprochenen. Es galt für gewöhnliche Getaufte, mit sichtbaren Gaben und ohne Medaille.

Neben diesem Einwand steht eine ungewöhnliche Leseempfehlung: die Apophthegmata der Wüstenväter, die alphabetische Sammlung, die im 17. Jahrhundert vom Jesuiten Heribert Rosweyde zusammengestellt und von Guy, Regnault und den Mönchen von Solesmes ins Französische übersetzt wurde. Kurze Maximen, ohne Schnörkel, von der Sorte, die man in fünf Minuten liest und in fünf Tagen verdaut.

Der Abschluss, den niemand unterschreibt

Es bleibt eine Frage offen, die keine der beiden Seiten klärt: Ob das Versprechen schützt, weil man betet, oder weil man glaubt, dass man betet. Bei einer stabilen Andacht und ohne Umfragen, die den Eifer messen, ist die ehrlichste Prognose, dass der Rosenkranz um 22 Uhr weiter an Raum im Alltag gewinnt – und dass die Debatte über die kirchliche Sprache darin genauso lebendig bleibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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