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Der Niedergang des Made in USA: Vom M16 zum Cadillac Cimarron
Nur die Hälfte der Container verlässt die USA beladen. Der industrielle Verfall des 'Made in USA', vom M16-Gewehr bis zum Cadillac Cimarron, in Zahlen.
Vom Norden-Zielgerät zum Cadillac Cimarron: Der Niedergang der USA
Auf hundert beladene Container, die in die Vereinigten Staaten eintreffen, kehren fünfzig leer zurück und weitere fünfundvierzig warten unbeladen auf dem Hof. Nur fünf starten mit Empfänger wieder nach Hause. Dieses Ungleichgewicht – die größte Volkswirtschaft der Welt importiert weit mehr, als sie exportiert – ist der Ausgangspunkt einer unbequemen These: Die USA haben aufgehört, Spitzentechnologie zu produzieren, die sie einst definierte, und sind stattdessen auf die Ausgabe des Papiers spezialisiert, mit dem der Rest bezahlt wird. Vor einem halben Jahrhundert war „Made in USA“ das Siegel für höchste Qualität, vergleichbar mit dem heutigen Swiss Made oder Made in Japan. Heute kann eine moderne Wohnung ohne ein einziges dort hergestelltes Objekt auskommen.
Bulova, Texas Instruments und der Macintosh: Die erloschene Fabrik
Die industrielle Führung der USA war keine nostalgische Erzählung. Bulova brachte die weltweit erste Quarzuhr auf den Markt und Hamilton das erste batteriebetriebene Modell. Tragbare elektronische Taschenrechner stammten nicht aus Japan, sondern von Texas Instruments, und der Hewlett Packard 33, den viele noch immer im Schublade haben, wurde dort gefertigt, ebenso wie der „Little Professor“, der eine ganze Generation begleitete. Die Kodak Instamatic machte etwas so Einfaches wie sofortige Fotos zur alltäglichen Magie. Bis hin zum Apple Macintosh von 1984, der nicht nur entworfen, sondern auch in den USA hergestellt wurde; IBM-Tastaturen trugen bis in die 1990er Jahre ein Herkunftslabel, das heute archäologisch klingt.
Der Jahrtausendwechsel kehrte das Bild um. Mehr als 99 % der Levi's-Jeans werden außerhalb der USA produziert, in Ländern wie China, Japan oder Italien. Die Werkstatt der Welt zog weiter, und mit ihr ging auch das Know-how verloren: Wenn Fabriken abwandern, wird nicht nur Produktion verlagert, sondern technisches Wissen exportiert.
Das M16 in Vietnam und Uniformen, die nicht tarnen
Das härteste Argument in dieser Debatte ist nicht wirtschaftlich, sondern menschlich. Das Gewehr M16 erreichte Vietnam mit einer Versagensrate von zwei pro tausend Schüsse, ein Fehler, der die Waffe mitten im Gefecht unbrauchbar machte und mit hunderten von Opfern in Verbindung gebracht wird. Der F-35 häufte Berichte über Korrosion und Kostenüberschreitungen an. Der Kipprotor V-22 Osprey hatte eine lange Unfallliste und gilt als schwer zu rechtfertigende Laune. Und die UCP-Tarnuniform tat genau das Gegenteil dessen, was versprochen wurde: Träger waren aus der Ferne leichter zu erkennen als Verbündete mit dezenteren Mustern.
Der Fall des HUMVEE im Irak schließt den Kreis. Für den Hinterland-Einsatz konzipiert, fand er sich 2003 im urbanen Krieg ohne ausreichenden Panzerschutz wieder. Die Antwort bestand darin, improvisierte Platten anzubringen – das sogenannte „Hillbilly Armor“ –, bevor man zu industriellen Kits und schließlich zu fabrikgefertigten gepanzerten Fahrzeugen überging. Dass ein Land, das das Norden-Zielgerät herstellen konnte, einen hochgeheimen mechanischen Präzisionscomputer aus dem Zweiten Weltkrieg, jahrelang brauchte, um seine eigenen Transporter zu panzern, sagt viel über den Zustand des Industriekomplexes.
Cadillac verkauft einen Opel: Die Autopsie des amerikanischen Motors
1950 hatte wer ein Luxusauto wollte, zwei vernünftige Optionen: einen Cadillac oder einen Lincoln. Der Cadillac Cimarron war ein verkleideter Opel Angustia, der zum Cadillac-Preis verkauft wurde. Der Chevy Vega, mit dem General Motors beweisen wollte, dass man Kleinwagen so gut wie Europäer bauen könnte, endete in einer Serie von Rückrufen. Die Dekade zwischen 1975 und 1985 nannte die Branche die Malaise Years, und sie hat sich nie ganz davon erholt. Heute ist ein Cadillac auf europäischen Straßen fast eine Seltenheit.
Selbst die Sowjets lachten über den Space Shuttle
Eine Kuriosität am Rande: Als die USA das Space-Shuttle-Programm starteten, glaubte Moskau den Berichten nicht. Ohne erkennbaren Nutzen baute die UdSSR ihre eigene Raumfähre, Buran, mit doppelter Nutzlastkapazität, günstigerem Betrieb und automatischer Landefähigkeit – falls Piloten Probleme hätten. Im Grunde war es derselbe Berechnungsfehler unter anderer Flagge.
Der Dollar: Die einzige noch voll laufende Fabrik
Wenn die Industrie stillstand, musste etwas das Gebäude tragen. Die Antwort in diesen Analysen ist das Münzrecht (Seigniorage): die Fähigkeit, eine Währung auszugeben, die der Rest der Welt als Reserve braucht, sodass der Planet Waren gegen Dollars und Schulden liefert und diese Dollars invertiert an Wall Street zurückkehren. Der Kreislauf funktioniert, solange die Welt Dollars nachfragt. Die Frage lautete zum Zeitpunkt dieser Diskussion, ob der protektionistische Kurs Washingtons dieses Gleichgewicht bricht oder stärkt. Da der Container systematisch leer zurückkehrt, ist noch jemand bereit, die Party zu bezahlen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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