Der nächtliche Rosenkranz und die Quatember: Glaube als Dank

Das Evangelium vom 5. Oktober verbindet „Bittet, so wird euch gegeben" mit den Quatembern als Dankzeit und dem Rosenkranzgebet um 22:00 Uhr ab Lourdes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der nächtliche Rosenkranz und die Quatember: Glaube als Dank
Rosenkranz um 22:00 Uhr und Quatember: Glaube als Dank

Das Evangelium von diesem Montag, dem 5. Oktober, beginnt mit einem Versprechen, das für alle unbequem ist, die sofortige Ergebnisse erwarten: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft, so wird euch geöffnet." Die Liturgie bleibt nicht beim Trost stehen. Die erste Lesung, aus dem Deuteronomium, warnt davor, dass der Überfluss eine Kehrseite hat: „dass dein Herz übermütig wird und du den Herrn, deinen Gott, vergisst." Und die zweite, von Paulus an die Korinther, spitzt zu: Wer in Christus ist, „ist eine neue Schöpfung."

Den Tag beschließt das Beten des Heiligen Rosenkranzes um 22:00 Uhr, eine Einladung, die sich jede Nacht wiederholt und diesmal mit den Litaneien und dem Salve Regina aus Lourdes verbunden ist. Das Material, das unter den Teilnehmern kursiert, ist kein gewöhnliches Andachtsbuch: Es führt die Versprechen auf, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden, darunter, dass der Rosenkranz „eine mächtige Waffe ist, um nicht in die Hölle zu kommen", oder dass er die, die ihn andächtig beten, aus dem Fegefeuer befreien wird.

Quatember: Dank nach der Ernte

Die Liturgie des Tages feiert die Quatember, im Messbuch definiert als „Tage des Dankes und der Bitte, die die christliche Gemeinde Gott darbringt, wenn Urlaub und Erntezeit vorüber sind." Der Kalender ist kein Zufall: Das Agrarjahr geht zu Ende, und eine Bilanz ist fällig. Die Betrachtung stammt von Bruder Germán Pravia vom Königlichen Predigerkonvent in Valencia.

Der Text des Deuteronomiums besteht auf der Erinnerung. Das Volk zieht in ein Land mit Bächen, Quellen, Weizen, Gerste, Weinstöcken, Feigenbäumen, Granatapfelbäumen, Olivengärten und Honig. Es wird sich satt essen. Und da kommt die Warnung: „damit du nicht, wenn du dich satt isst, wenn du schöne Häuser baust und darin wohnst (…) übermütig wirst." Der Überfluss, so der Text, vergisst seinen Ursprung.

Der Psalm, der dem Tag den Titel gibt

„Du bist der Herr des Universums" zieht sich durch den heutigen Psalm aus dem ersten Buch der Chronik. Die Formel lässt keinen Spielraum: „Dein, Herr, ist die Größe und die Macht, die Herrlichkeit, der Glanz, die Majestät, denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, ist dein." Der Psalmist schreibt Gott Reichtum, Herrlichkeit und Kraft zu und schließt mit einem Gedanken, der zum Evangelium überleitet: „du machst alle groß und stärkst sie."

Die Stelle aus Matthäus vollendet den Kreis mit einem hausbackenen Vergleich. Wenn ein Sohn Brot bittet, gibt ihm niemand einen Stein; wenn er Fisch bittet, gibt ihm niemand eine Schlange. „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird dann euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!" Die Logik ist die des Vaters, nicht die des Beamten.

Die Rosenkranzversprechen, die verbreitet werden

Das Material zur Einladung enthält die Versprechen, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden. Darunter: „Die Seele, die sich mir im Rosenkranz anvertraut, wird nicht zugrunde gehen", „Ich werde die aus dem Fegefeuer befreien, die den Rosenkranz andächtig beten" und „Sie werden alles erhalten, was sie mich durch den Rosenkranz bitten." Es heißt auch, wer ihn andächtig bete, „werde kein Unglück kennen" und keinen „gewaltsamen Tod" erleiden.

Die Liste enthält eine gemeinschaftliche Dimension: Wer den Rosenkranz verbreite, dem werde ich „in seinen Nöten beistehen", und wer sich beim Beten der Jungfrau anvertraue, werde „im Leben und in der Todesstunde den ganzen himmlischen Hof als Fürsprecher haben." Der Text schließt mit einer Identitätsbekundung: „Meine Kinder sind jene, die den Rosenkranz beten, und Brüder und Schwestern meines einzigen Sohnes, Jesus Christus."

Eine Andacht mit fester Uhrzeit

Die Rosenkranzeinladung um 22:00 Uhr wird als wiederkehrende Initiative vorgestellt, mit einer geschätzten Dauer von 25 bis 30 Minuten. Das Material enthält Anleitungen zum Beten, die Geheimnisse des Tages und die Möglichkeit, sich auf eine Teilnehmerliste setzen zu lassen. Verbreitet wird auch die Rosenkranzkrone der Göttlichen Barmherzigkeit, mit einer Empfehlung zur Uhrzeit: „IDEAL IST ES, DIE KRONE UM 15 UHR ZU BETEN", da dies „die Stunde der Barmherzigkeit" ist.

Das Andachtspaket wird ergänzt durch den Heiligenkalender des Tages, die Predigt von Pater Santiago Martín und die Evangeliumskommentare. Die Struktur ist keine Improvisation: Lesungen, Psalm, Evangelium, Betrachtung und Schlussgebet. Ein Format, das die Anhänger auswendig kennen.

Kann man Dankbarkeit messen? Die Quatember legen der Dankbarkeit ein Datum fest, doch das Evangelium lässt die Tür offen: Wer bittet, empfängt. Wann, sagt der Text nicht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver