Der Mercadona-Käse für 8,90 €/kg spaltet die Käsekenner

Mercadonas Valle de San Juan für 8,90 €/kg entzweit die Liebhaber gereiften Käses: Rohmilch, Konservierungsstoffe und der Preisleistungsstreit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Mercadona-Käse für 8,90 €/kg spaltet die Käsekenner
Valle de San Juan: 8,90 € pro Kilo, die die Käsekenner entzweien

Für 8,90 Euro pro Kilo ist Mercadonas gereifter Valle de San Juan zum Schlachtfeld einer Debatte geworden, die seit fast neun Jahren andauert und einen tieferen Nerv trifft: Was bedeutet Preisleistungsverhältnis eigentlich bei einem Produkt mit Herkunftsbezeichnung, Reifung und Rinde? Der Ausgangspunkt ist einfach: ein angeblicher Schafskäse, anderthalb Kilo pro Stück, gekauft bei Mercadona und in seiner Preisklasse als «das Beste, was es in diesem Land gibt» beschrieben. Die Empfehlung kam mit einem Nachsatz, der nach einem Thread über Käse in einem Forum für bewussten Konsum fragte. Und den gab es dann auch.

Was ist der Valle de San Juan und warum wird er mit Boffard oder Flor de Esgueva verglichen

Das Produkt wird als gereifter Schafskäse aus Rohmilch präsentiert, ein Detail, das in der Käsewelt nicht gering zu nehmen ist. Wer in der Branche gearbeitet hat, erklärt es ohne Umschweife: Rohmilch zwingt den Hersteller zu äußerster Sorgfalt, denn jedes Problem im Prozess kann die gesamte Produktion in den Müll befördern. Das treibt die Qualität theoretisch nach oben. In der Praxis teilt sich der Valle de San Juan das Regal mit Namen, die Liebhaber wie ein Mantra wiederholen: Boffard, Flor de Esgueva, Entrepinares, Covap, Marcos Conde, El Pastor, Montelarreina.

Der Vergleich fällt für den Mercadona-Käse bei einem Teil der Verkoster schlecht aus. «Deutlich schlechter als ein Flor de Esgueva oder ein Boffard», urteilt einer. Ein anderer legt nach: Der Boffard sei «überteuerter, übertriebener Müll», und der Flor de Esgueva «sehr lecker, aber eher Durchschnitt». Die Diskussion spitzt sich zu, als jemand daran erinnert, dass der Flor de Esgueva «von allen Seiten überholt wurde, er ist nicht mehr das, was er war». Was zutage tritt, ist ein Markt, in dem die traditionellen Hierarchien wackeln und der Preis eine zwiespältige Rolle spielt: Der Boffard «verliert beim Preisleistungsverhältnis», obwohl er besser ist, weil er einen Euro mehr kostet.

Der Preisleistungskrieg: 8,90 € gegen 20 € pro Kilo

Hier wird die Debatte interessant und auch etwas zäh. Ein Teilnehmer explodiert gegen das Konzept selbst: «Der Preisleistungswahn ist bis zum Käse vorgedrungen». Sein Argument: Alle guten Käse liegen ohnehin zwischen 8 und 11 Euro, also ist das Angeben mit Preisleistung für 8,90 eine elegante Art, nichts zu sagen. Die Gegenrede kommt von der anderen Seite: Es gibt hervorragende Käse für 12 Euro pro Kilo, die «mit denen mithalten, die über 20 Euro kosten». Der Covap Torremilano für 12 Euro bei Hipercor ist das zitierte Beispiel. Und der Boffard Gran Reserva, in der Holzkiste, kostet über 20 Euro pro Kilo.

Die tatsächliche Preisspanne des Marktes zeichnen mehrere verstreute Zahlen nach: der Zamorano Viriato für 14,99 Euro pro Kilo bei supermercados Dani, der Montelueño aus Sanabria für 13 und 14 Euro je nach Reifung, der gereifte Schafskäse von Covap bei Carrefour und der Campos Góticos, den man komplett kaufen muss —2,25 Kilo— zu einem Preis, den ein Veteran um fünf Euro auf einen Schlag steigen sah, bis er aufhörte, ihn zu kaufen. Die Frage, die über dem ganzen Austausch schwebt: Zahlt der spanische Verbraucher zu viel für Marken oder zu wenig für Qualität?

Konservierungsstoffe und Kaliumnitrat: das Kleingedruckte, das niemand liest

Eine der ergiebigsten Wendungen der Diskussion kommt, als jemand zugibt, er hätte den Flor de Esgueva beinahe gekauft, bis er Kaliumnitrat auf dem Etikett sah. Von da an lesen mehrere Teilnehmer die Zutaten laut vor. Das Ergebnis ist unbequem: Die meisten Käse, vor allem Kuhmilch- und Mischkäse, enthalten Calciumchlorid. Der Valle de San Juan enthält laut mehreren Teilnehmern Konservierungsstoffe, bei denen unklar bleibt, ob sie nur für die Rinde bestimmt sind. «Was für ein Dreck», stellt einer fest.

Den Kontrast liefert ein Käse aus Sanabria, dessen Etikett nur Milch und Lab nennt. Und da stellt sich eine Frage, die niemand ganz beantwortet: Warum braucht ein Produkt, das Monate braucht, um zu verderben, Kühlung und Zusatzstoffe? Die Antwort, die sich andeutet: Diese Käse «schwimmen in einer Salzlake, die nie gewechselt wird», und die Rinde isst man besser nicht. Der praktische Tipp: Wer Zusatzstoffe vermeiden will, muss nach Rohmilch, Milchsäurekulturen und Salz suchen. Nichts sonst.

Entrepinares, Lidl und die Alte hinter dem Vorhang: die Käse, die man heimlich kauft

Irgendwann verlässt die Konversation die Kanzel und landet im Einkaufswagen. Mercadonas gerösteter alter Entrepinares erscheint als bessere Alternative zum Valle de San Juan. Der alte Schafskäse von Lidl, aus Toro, wird «unter Verschluss» empfohlen, bis ihn jemand probiert und urteilt, er sei «zu wenig gereift, wenig Geschmack», näher an einem industriellen halbgereiften als an einem echten Schafskäse. Der gereifte Covap-Schafskäse von Carrefour und die Eigenmarke von Aldi vervollständigen die Karte des großen Handels.

Die aufschlussreichste Anekdote ist die von einem Mercadona-Käse, den ein Teilnehmer mit Honig bestrich und kalt aß und der sich als von Quesos La Vasco Navarra aus Olazti, Navarra, herausstellte. Die Rückverfolgbarkeit des Starprodukts einer Handelskette führt zu einem Unternehmen mit Gesundheitsregisternummer 15.00689/NA. Es ist kein Käse von einem Handwerksbetrieb. Es ist ein gut gemachtes Industrieprodukt. Und genau das suchen, so viele, auch.

Wo man gereiften Schafskäse besser kauft als im Supermarkt

Der Rat, der am häufigsten wiederholt wird: das Regal verlassen und eine Käserei suchen. «Am besten kauft man direkt, für 12-14 Euro pro Kilo, bessere Käse als die Handelsware, die in Einkaufszentren für 25-30 Euro pro Kilo verkauft wird». Die Empfehlung ergibt Sinn: Die Handelsspanne frisst den Unterschied auf. In Gijón werden Läden mit Produkten aus Zamora genannt, mit Sanabria-Käse für 13 und 14 Euro. Im Baskenland und in Navarra der Idiazabal. In Extremadura der Ibores aus Ziegenrohmilch. In Kastilien die Payoyos aus Benalup und Alcalá de los Gazules. Und der Páramo de Guzmán, der zu den besten spanischen Schafskäsen gezählt wird.

Die Frage, die in der Luft bleibt: Ist der Durchschnittsverbraucher bereit, 14 Euro für einen Käse zu zahlen, den er nie im Fernsehen gesehen hat? Die Antwort, die die Diskussion selbst gibt: Ja, solange ihm jemand sagt, wo. Und genau da gewinnt die Mundpropaganda weiterhin gegen die Werbung.



Der Valle de San Juan ist nicht der beste Käse Spaniens. Er will es auch nicht sein. Es ist ein Produkt für 8,90 Euro pro Kilo, das seine Arbeit gut macht und dazu diente, dass eine Gruppe Fremder jahrelang darüber diskutiert, was es bedeutet, wenig für etwas Gutes zu zahlen. Die Debatte ist weiter offen. Und das Kaliumnitrat auch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (60 Antworten).

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