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Der digitale Dollar: eine endlose Schuldenmaschine, die niemand aufhält
Jeder digitale Dollar ist durch US-Staatsanleihen gedeckt. Der Trick: ein Dollar im Umlauf und eine Anleihe, die das Defizit finanziert. Und die Anonymität?
Die endlose Schuldenmaschine hinter dem digitalen Dollar
Der digitale Dollar ist kein Geld. Es ist die eleganteste Finanzinnovation, die je aus Washington kam: eine Maschine für ewige Schulden, verkleidet als Privatsphäre. Am 10. August fasste eine Analyse auf acratas.net es mit einer Schärfe zusammen, die offizielle Verlautbarungen meiden: Jeder ausgegebene digitale Dollar verwandelt einen echten Dollar in zwei Dinge zugleich – eine Währung, die im Umlauf ist, und eine Staatsanleihe, die das Defizit finanziert.
Grobskizzierend funktioniert der Mechanismus so: Der Nutzer gibt einen Dollar an einen Emittenten wie Circle oder Tether; der Emittent kauft US-Staatsanleihen; der Nutzer erhält seinen Token. Der ursprüngliche Dollar verschwindet nicht: Er zirkuliert als digitaler Dollar, während die Anleihe die US-Schulden anschwellen lässt. Es ist der Traum jedes Finanzministers: sich finanzieren, ohne Geld zu drucken oder Steuern zu erhöhen – auf Kosten derjenigen, die nur Wert ohne Zwischenhändler bewegen wollen.
Das zweite Bein der Erzählung, die Privatsphäre, wackelt. Wer die Anonymität der Wallets verteidigt, übersieht, dass Dollar-Stablecoins gemäß dem GENIUS Act gesetzlich die Möglichkeit enthalten müssen, Adressen zu sperren. Was es gibt, ist Pseudonymität, mit der richtigen Software nachvollziehbar. Und die Bewegung hinterlässt, anders als behauptet, Spuren: Nur Käufer und Verkäufer fallen auf, aber dazwischen können hundert oder tausend Tauschgeschäfte ohne Kontrolle durch die Steuerbehörden liegen.
Das eigentliche Spiel ist jedoch ehrgeiziger. Unter dem Vorwand der Innovation demokratisiert die USA den Zugang zu ihren Anleihen: Jeder mit einem Smartphone wird zum Halter amerikanischer Staatsanleihen. Für Länder mit schwacher Währung ist das eine stille Dollarisierung durch die Hintertür. Das Ergebnis? Ein Mechanismus, der – mit Risiken – den Dollar für Jahrzehnte als Weltreservewährung stützen kann, zum Preis, dass jeder Bürger der Welt zum unfreiwilligen Finanzierer des Defizits wird.
Das Experiment steht auf tönernen Füßen. Wenn die Regulierung verschärft wird oder der Markt platzt, stockt die Maschine. Doch in der Zwischenzeit ist das Design nahezu perfekt: Der Wunsch der Nutzer nach Anonymität wird zum Treibstoff für die ewigen Schulden. Wer es sehen will, sieht es; der Rest wird seinen digitalen Dollar weiter nutzen, ohne zu fragen, wen er damit finanziert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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