Der 180-Euro-Wein, der wie 5 schmeckt: der Schwindel der Weinsnoberei

Eine Flasche für 180 Euro, die wie 5 schmeckt: Teurer Wein ist nicht besser, und die Weinsnoberei lässt sich mit Daten und einer guten billigen Garnacha entlarven.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der 180-Euro-Wein, der wie 5 schmeckt: der Schwindel der Weinsnoberei

Eine Flasche für 180 Euro, die für einen unvoreingenommenen Gaumen keine fünf Euro wert ist. Ein Crianza für 30 Euro, der schlechter schmeckt als ein Fünf-Euro-Wein. Die wiederholte Erfahrung Tausender Verbraucher zerstört die Erzählung vom Wein als Luxusprodukt: Mehr zu zahlen garantiert keinen besseren Geschmack. Die Weinszene mit ihrem kryptischen Vokabular und ihren theatralischen Verkostungen ähnelt immer mehr der Audiophilen-Szene, in der Leute behaupten, Nuancen zu hören, die nichts als Placebo sind.

Die Sechs-Euro-Grenze

Ein Veteran der Agrarbranche bringt es auf den Punkt: Eine Garnacha für 5 Euro kann der Wein für jeden Tag sein, und was über 180 kostet, ist – von Ausnahmen abgesehen – Protz. Die Erfahrung mit einem Rotwein aus dem Guadiana-Tal in Badajoz, für fünf Euro, den ein Trinker als „spektakulär" bezeichnete, stützt diese These. In der Calle Laurel in Logroño bekommt man für weniger als acht Euro eine Runde junger Rotweine, die jeder Sommelier beneiden würde. Dasselbe gilt für Audio: Tausende Euro für Geräte, die exakt gleich klingen wie eine einfache Anlage – begleitet von einer Erzählung über „Körper" und „Nuancen", die niemand messen kann.

Warum zahlen wir weiter?

Wein ist zum Statussymbol geworden. 30 Euro für eine Flasche auszugeben, die schlechter schmeckt als eine für fünf Euro, ist kein Kaufirrtum, sondern ein Glaubensakt an das Etikett. Die Branche nährt den Mythos mit Verkostungen, Sommeliers und einer Sprache, die niemand präzise definieren kann. Doch die Verbraucher beginnen sich aufzulehnen: Sie ziehen Pfirsichsaft der leeren Rhetorik vor. Wenn guter Wein der Wein ist, der einem schmeckt – warum dann mehr zahlen als nötig?

Die Frage bleibt offen: Wie viel ist das Vergnügen des Trinkens wirklich wert? Solange das Marketing Nebel verkauft, hat die Antwort derjenige, der es wagt, eine 180-Euro-Flasche mit einer für 5 Euro zu vergleichen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (32 Antworten).

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