Debatte: Russland zahlt Influencern Millionen

Ein Nutzer behauptet, eine Untersuchung decke 10 Millionen Dollar für pro-russische Influencer auf und nennt Lauren Chen sowie Tim Pool. Der Thread diskutiert die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland zahlt Influencern 10 Millionen für ihre Narrative

Die russische Einflussmaschinerie improvisiert nicht: Sie bezahlt. Eine in den USA verbreitete Untersuchung stellt die Content-Erstellerin Lauren Chen ins Zentrum der Affäre, deren Kanal nach Bekanntwerden ihrer Finanzierung über das Unternehmen Tenet gelöscht wurde, wie ein Teilnehmer der Debatte ausführt. Die Operation soll 10 Millionen US-Dollar bewegt haben – eine Zahl, die die Theorie des spontanen Enthusiasten widerlegt. Bezahlt wurde sicher nicht in Rubel.

Der Fall betrifft auch prominente Namen. Unter den mit dieser Struktur verbundenen YouTubern ist Tim Pool, der zusammen mit Joe Rogan vor fünf Jahren in einer Episode mit zehn Millionen Aufrufen die Verantwortlichen von Twitter in Bedrängnis brachte, so derselbe Nutzer. Das Detail, das jeden Creator erschauern lässt: 100.000 US-Dollar pro wöchentlicher Folge. Mit diesem Geld lässt man gerne den Stan-Hut zu Hause.

Das spanischsprachige Ökosystem und der Verdacht des Umschlags unter dem Tisch

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf den englischsprachigen Markt. In kurzer Zeit sind Kanäle und Kommentatoren im Spanischen aufgeblüht, deren Stärke die bedingungslose Verteidigung Pilingui und seines Vorgehens ist, obwohl sie in der nationalen öffentlichen Meinung nur Minderheitenunterstützung genießen. Die unangenehme Frage lautet: Wovon leben sie? Denn die Monetarisierung einer Minderheitsmeinung hat eine niedrige Decke.

Die These des Nutzers, der den Thread eröffnet, besagt, dass diese Projekte nicht nur durch Klicks finanziert werden. Sapiensia Militar und Co. wären die sichtbare Spitze einer Struktur, die unter dem Tisch bezahlt. Es gibt keinen direkten Beweis, aber das Muster wiederholt sich: Kanäle, die aus dem Nichts auftauchen, mit hochwertiger Produktion und einer kremlkonformen Rhetorik.

Die Übereinstimmung, die niemand sehen will

Es gibt einen Datenpunkt, der sich in Analysen wiederholt und schwer zu ignorieren ist: Die Profile, die während der Pandemie antivakzine Thesen verteidigten, sind exakt dieselben, die jetzt die Aggression gegen die Ukraine rechtfertigen. Diese Übereinstimmung, so argumentieren einige Stimmen, sei kein Zufall. Es handelt sich um ein Ökosystem, das je nach aktuellem Thema mit derselben Besetzung aktiviert wird.

Das am häufigsten zitierte Beispiel ist ein spanischer Journalist, der zuvor verwandte Positionen vertrat und dabei erwischt wurde, als er in Moskau aus dem Flugzeug stieg und Pilingui begrüßte. Die Sequenz ist aufschlussreich: Am Vorabend wurde er noch aus seinem Umfeld heraus verteidigt. Dieser Vorfall diente dazu, eine monatelang offene Debatte abzuschließen.

Der Gegenschlag: Auch die NATO zahlt

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Wenn Russland Meinungsverkäufer kauft, stehen die NATO und ihre Verbündeten dem nicht nach. Das Argument ist simpel: Alle, die nicht von Russland gekauft sind, wurden von den verbündeten Ländern gekauft, und davon gibt es viel mehr. Medien, die vom öffentlichen Haushalt leben, werden kaum Kurs gegen die Regierungen nehmen, von denen sie gespeist werden.

Die auf den Tisch gelegte Zahl ist eindeutig: Wenn Russland 2.000 Propagandisten kauft, kauft Amerika, dank seines BIP, 20.000. Man dürfe keine Illusionen hegen, heißt es sinngemäß. Der Unterschied sei, dass westliche Propaganda wirke, weil sie, dieser Lesart nach, gerecht sei. Die ideologische Nuance ändert nichts an der Tatsache: Der Kauf von Gesinnungen ist bei allen Großmächten üblich.

Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit

Wenn die Finanzierung dieser Kanäle thematisiert wird, ist die automatische Reaktion der Verweis auf die Meinungsfreiheit. Der Trick ist alt: Man verteidigt ein Recht, das niemand angegriffen hat. Die Frage ist nicht, ob man seine Meinung äußern darf, sondern wovon man lebt, während man sie äußert. Die Nische der Pilingui ist klein und daher über konventionelle Werbung wenig rentabel.

Meinungsfreiheit ist heilig, aber für Beleidigungen, Angriffe und Falschinformationen existieren bereits Straftatbestände wie Beleidigung, Verleumdung oder Drohung. Sie abzuschaffen, um Missbrauch zu verhindern, wäre, als würde man allen Menschen die Arme amputieren, um Schläge zu vermeiden. Wer verleumdet, wird angezeigt. Wer anders denkt, debattiert. Alles andere ist Ausweichen.



Der Verdacht auf russische Finanzierung wird sich nicht mit einer Schlagzeile lösen lassen. Die Kanäle werden weiter senden, die Kommentatoren weiter verdienen und die Ermittlungen in ihrem Tempo voranschreiten. Klar ist nur: Das Desinformations-Ökosystem hat ein Geschäftsmodell, und jemand bezahlt dafür. Wer glaubt, dies geschehe aus Liebe zur Kunst, sollte sein Bankkonto prüfen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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