De la Fuente nimmt Applaus zurück – Kritik folgt
Kann man eine Nationalmannschaft weiterführen, nachdem man Rubiales Rede vor der RFEF-Vollversammlung live beklatscht hat? Luis de la Fuente versuchte zu antworten, indem er mit einem Notizbuch ans Rednerpult trat, mit einem Ziel: die Hände, die er Luis Rubiales schenkte, zurückzunehmen. Der Widerruf des Trainers kam mit zwei Zutaten: dem Eingeständnis des Fehlers und der Ausrede. Er sagte, er sei in einen Schock geraten. So trat er vor die Medien.
Die Szene, wie sie später rekonstruiert wurde, sah folgendermaßen aus: Rubiales verteidigte seine Amtszeit vor der RFEF-Vollversammlung und griff den Feminismus an, den er, laut wiederholten Berichten, als Geißel des Landes bezeichnete. Ein Teil des Publikums klatschte. De la Fuente war darunter. Die Geste wurde aufgezeichnet und ließ sich nicht mehr von dem Mann trennen, der ihn ins Amt gehoben hatte. Seitdem ist jeder Auftritt ein Verhör. Laut mehreren Diskussionsteilnehmern wird sein Sinneswandel unter die Lupe genommen, Detail für Detail, bis zur letzten Nuance.
Warum applaudierte Luis de la Fuente Rubiales?
Die offizielle Version lautet, dass er sich dem Applaus anschloss, ohne abzuschätzen, was er unterstützte. Ein Schock, in seinen eigenen Worten. Die Ausrede hat Befürworter und Gegner. Erstere behaupten, eine überraschende Geste definiere niemanden und der Mann habe bereits mit öffentlichem Spott bezahlt; Letztere entgegnen, wer diesen Stuhl besetzt, rechtfertige sich nicht mit Verwirrung. Ein Teil der Diskussion fasst zusammen, er sei blockiert gewesen und habe deshalb geklatscht. Ein anderer Teil kauft die Ausrede nicht und sieht darin reine Überlebenskalkulation.
Das Problem ist nicht nur der Applaus. Es ist der Zeitpunkt des Widerrufs. Er kommt, wenn derjenige, der ihn ins Amt hob, suspendiert ist und wenn der Mediendruck unerträglich wird. Dieser Zeitplan, mehr als die Worte, hat den Trainer verbrannt.
Wird De la Fuente mit zweierlei Maß gemessen?
Es gibt eine Asymmetrie, die sich durch die ganze Angelegenheit zieht. Für mehrere Diskussionsbeteiligte wird ihm sein Meinungswechsel vorgeworfen, während Jenni Hermoso, deren öffentliche Darstellung sich angeblich ebenfalls modifiziert hat, nicht demselben Test unterzogen wird. Die gesamte Männer-Nationalmannschaft stellte sich hinter sie mit einer Erklärung, die Kapitän Álvaro Sarracena vorlas und in der das inakzeptable Verhalten des suspendierten Präsidenten gerügt wurde, weil er den Ansprüchen seiner Institution nicht gerecht werde. Der Kontrast zwischen beiden Behandlungen schwebte über dem Auftritt.
Für manche ist der Unterschied elementar: Einer unterstützte den Beschuldigten, die andere ist das Opfer. Für andere ist das Maß so elastisch geworden, dass es nur vom Feind abhängt, auf den gezeigt wird.
Was riskiert der Trainer mit dem Widerruf?
Den Posten. Und nicht viel mehr. De la Fuente hat eine kurze Amtszeit an der Spitze der A-Nationalmannschaft aufgebaut, mit einem Nations-League-Titel, der ihm, wie oft gesagt wird, durch die Vorarbeit von Luis Enrique serviert wurde. Sein Profil entspricht laut kursierenden Kommentaren nicht dem eines Trainers mit Angeboten auf dem Tisch; es ist das eines Strukturmannes, der seinen Aufstieg demjenigen verdankt, den er nun leugnet. In der Diskussion wird gefragt, ob sein Gehalt bei rund einer halben Million Euro liegt, ohne dass die Zahl bestätigt wird. Wer von der Fédération lebt, verzichtet nicht aus Würde darauf.
Daher wird der Widerruf als Überlebenstaktik gelesen. Ohne echte Alternativen auf dem Markt, so diese Lesart, besteht der einzige Zug darin, den Sturm auszuhalten und abzuwarten, bis er sich legt. Diejenigen, die seinen Kopf fordern, argumentieren, dass der Widerruf ihm nichts gebracht hat.
Stand der Suspendierung von Rubiales?
Der Ex-Präsident bleibt unter der provisorischen Suspendierung der FIFA, festgelegt auf 90 Tage, wie in der Diskussion angemerkt wird, während andere Fronten unterschiedliche Geschwindigkeiten haben. Laut Berichten liegt das Dossier des Verwaltungsgerichts für Sport (TAD) auf dem Tisch: Wenn es als sehr schwerwiegender Verstoß eingestuft wird, könnte die Regierung ihn sofort suspendieren. Während Entscheidungen ausstehen, läuft die Maschinerie des Verbandes weiter, Spiele werden ausgetragen und Kameras spulen zurück auf der Suche nach altem Applaus.
Inszenierung des Widerrufs
Der Auftritt war vorbereitet. Handschriftliche Notizen und ein Skript der Reue. Für mehrere Diskussionsteilnehmer war es kein spontaner Ausbruch der Ehrlichkeit, sondern eine minutengenau getaktete Image-Operation. Laut dem Bericht eines Teilnehmers eröffneten die Nachrichtensendungen am selben Tag mit dem Trainer, der um Vergebung flehte, mit detaillierten Aufstellungen zum Kalender der Suspendierung des Präsidenten und mit einer Bilanz der internationalen Reaktionen. Fast zehn Minuten Nachrichten widmeten sich der Liturgie der Reue.
Es bleibt die Frage, ob solche Inszenierung etwas nützt. Denn ein Applaus lässt sich nicht mit Worten zurücknehmen, schon gar nicht, wenn derjenige, der ihn gab, sich nicht mehr daran erinnert, warum er es tat.
Hexenjagd gegen den Trainer?
Am anderen Ende des Brettes wird Belästigung als Schnellverfahren beschrieben. Ein Teil der Öffentlichkeit spricht von Inquisition, Lynchjustiz und sozialer Verurteilung vor jeglichem Urteil, mit historischen Vergleichen vom Scheiterhaufen bis zum Stalinismus. Dies ist eine Lesart, die sich auf das Klima stützt und nicht auf Beweise. Die Fakten sind vorerst bescheidener: ein Applaus, ein Widerruf und ein Posten, der an einem seidenen Faden hängt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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