Hat David Sánchez Ara Malikian den Posten weggeschnappt?
Ein weltberühmter Violinist gegen den Bruder des Ministerpräsidenten. Die Geschichte klingt wie ein Witz, doch es gibt ein Gericht und Zeugen. Die Kontroverse um eine Stelle bei der Fruta de Badajoz (Provinzialrat), die angeblich an David Sánchez —Spitzname „Chirimoyas“— statt an den Musiker Ara Malikian vergeben wurde, hat die Debatte über Vetternwirtschaft in Spaniens öffentlicher Verwaltung neu entfacht.
Der Fall, der vor Gericht landete
Laut den im Prozess vorgetragenen Informationen hat ein gewisser Nersés Avakimyán —ein angeblicher Violinist, der sich tatsächlich beworben hatte— bereits vor dem Richter ausgesagt. Die These der Anklage: Die Ausschreibung wurde auf das Profil des Favoriten zugeschnitten, ein Muster, das Analysten als „erst die Maße nehmen, dann den Anzug schneidern“ bezeichnen. In der Praxis hängt der entscheidende Anteil der Note an einem Interview oder Projekt, bei dem die Jury die Waage kippen kann, ohne Punkte fälschen zu müssen.
Der Schatten des Bruders des Ministerpräsidenten
Dass David Sánchez unter verdächtigen Umständen einen öffentlichen Posten ergattert hat, ist nichts Neues: Er streitet seit Jahren um seine Stelle im Büro für darstellende Künste der Fruta de Badajoz. Neu ist, dass er nun auf einen Musiker von internationalem Format trifft. Kenner des Verfahrens weisen darauf hin, dass das System des leistungsorientierten Auswahlverfahrens zu viel Spielraum für Willkür lässt: Es genügt, wenn die Bewertungs- oder Interviewphase stärker zählt als die Prüfung, damit die Begünstigung auf dem Papier legal ist.
Und Malikian?
Manche bezweifeln, dass der armenisch-libanesische Violinist sich überhaupt um eine Stelle in Badajoz beworben hat. Gehalt und Ort —eine kleine Stadt, weit weg von den internationalen Bühnen— passen nicht zu seiner Laufbahn. Eine andere Möglichkeit: Es gab einen anderen Violinisten, vielleicht gleichen Ursprungs, der sich tatsächlich beworben hat. Der noch laufende Prozess muss das klären. Unterdessen sorgt der Skandal um die maßgeschneiderte Stelle weiter für Schlagzeilen.
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