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Das 'Ich bin kein Rassist', das im Netz dem rassistischen Beleidigung vorausgeht
Das 'Ich bin kein Rassist' geht der rassistischen Beleidigung und der Drohung in einem Zehn-Nachrichten-Wechsel voraus. So funktioniert Hassrede.
Das Drehbuch des Hasses: vom 'Ich bin kein Rassist' zur Drohung in zehn Nachrichten
Niemand wird zufällig zum Rassisten: Er braucht ein Umfeld, das ihm glauben macht, die Beleidigung sei eine legitime Reaktion. In kaum zehn Beiträgen hat ein digitaler Austausch das komplette Handbuch nachgestellt: die Floskel 'offensichtlich bin ich kein Rassist', die Beleidigung gegen konkrete Gruppen und der Schlussakkord in Form einer Drohung.
Dieser Beitrag ist nichts Besonderes. Das ist das Problem. Der Verfasser der Tirade eröffnet mit einer rhetorischen Verneinung und wischt sie mit dem Vorwurf 'pogre Sprachgebrauch' beiseite, als wäre Pogre ein Alibi. Danach der Verlust jeder Hemmung: ein Ausbruch über 'Müll-Verhalten von Menschen' und die Warnung, jemand werde 'teuer bezahlen'. Niemand bremst in den zehn Nachrichten. Einer antwortet mit Sarkasmus, ein anderer mit weiteren Beleidigungen.
Das 'Nein, aber': Wie Hassrede entsteht
Die Abfolge hat einen Namen: Verneinung und Projektion. Zuerst wird die rassistische Identität geleugnet, danach die Feindseligkeit dem Verhalten des anderen zugeschrieben. Das ist die Formel, die die Hassrede-Forschung seit Jahrzehnten beschreibt und die die digitale Anonymität so verbilligt hat, dass sie nichts mehr kostet. Die Kosten der Beleidigung liegen nahe null; die Kosten der Anzeige nicht.
In Spanien regelt Artikel 510 des Strafgesetzbuchs die Aufstachelung zum Hass und die Herabwürdigung wegen der Herkunft. Gerichte haben schon Nachrichten verurteilt, die kürzer waren als dieser Austausch. Die Grenze zwischen Ausbruch und Straftat ist nicht verschwommen: Die Drohung überschreitet sie, so allgemein sie auch gehalten ist.
Die Normalisierung wird nicht improvisiert
Das Beunruhigendste am Austausch ist die Abwesenheit von Verwunderung. Niemand ist empört; die Diskussion kippt in Scherz und Sarkasmus. Hassrede braucht keine Prediger: Ihr genügen Zuschauer, die nicht eingreifen. Wenn jemand das nächste Mal mit 'Ich bin kein Rassist, aber …' anfängt, lohnt es sich, auf den zweiten Teil des Satzes zu warten. Solange die Plattformen jede Meldung als Einzelfall behandeln, wird sich das Drehbuch mit anderen Akteuren und denselben Worten wiederholen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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