Danke, Herr Ministerpräsident. Und auf Nimmerwiedersehen.

Wohnen entwickelte sich in Spanien von einer Randnotiz 2018 zum größten Problem für 42,8 % der Befragten der CIS-Umfrage im Februar 2026. Ein Rückblick auf acht Jahre.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Als Pedro Sánchez im Juni 2018 an die Spitze der spanischen Regierung kam, war Wohnen für die Spanier ein Randthema; im Februar 2026 nannten es 42,8 % als das größte Problem des Landes. Acht Jahre Gesetze, Mietdeckel und Hilfen später bleiben Kauf und Miete einer Wohnung für einen Großteil der Bevölkerung unerreichbar.

Im Juni **2018** kam Pedro Sánchez durch ein Misstrauensvotum an die Regierungsspitze. Vier Monate zuvor war Wohnen für die Spanier ein Randthema, in den Umfragen fast nicht unter den genannten Problemen zu finden. Acht Jahre später, im Februar **2026**, stufte das **CIS** (Spaniens amtliches Meinungsforschungsinstitut) es als das größte Problem des Landes ein, genannt von **42,8 %** der Befragten. Zwischen den beiden Bildern liegen Gesetze, Erlasse, Deckel, Hilfen und etliche Ankündigungen.

## Wohnen wird vom Randthema zum Problem Nummer eins

Der Kauf einer Wohnung ist für viele Spanier immer weiter aus dem Greifbaren gerückt. Für einen wachsenden Teil der Bevölkerung ist das Problem längst nicht mehr der Kauf, sondern die monatliche Miete. In diesen Jahren folgten sich Regelungen und Maßnahmen, die den Zugang erleichtern sollten – das Ergebnis, gemessen an der Sorge der Bürger, ist das Gegenteil des angestrebten.

Auch der Schutz vor Zwangsräumungen stand im Zentrum der Reden. Die gerichtlichen Räumungen verschwanden nicht: Sie gingen weiter in Zehntausenden von Fällen vor sich, rund **90 pro Tag**, überwiegend im Mietbereich. Genau dort liegt der Abstand zwischen dem Ankündigten und dem, was in den Gerichten geschieht.

## Mieten, Zwangsräumungen und eine höhere Steuerlast als 2018

Bei der Steuerlast wurde Entlastung versprochen. Acht Jahre später ist die Steuerlast höher als **2018**. Darüber kann man streiten, ob dieser Anstieg nötig war und wofür das Geld ausgegeben wurde; der Anstieg selbst ist jedoch ein Fakt.

Ein weiteres Kapitel mit anderem Ausgang als erwartet war das Gesetz "Nur Ja heißt Ja" (ein Gesetz zur sens Zustimmung). Seine erste Fassung führte zu **1.205 Strafmilderungen** und **121 Haftentlassungen**, so die Zählung des **Generalrats der Justiz**. Das Gesetz musste später geändert werden.

## Amnestie, verlängerte Haushalte und der Preis der Investitur

Wiederholt wurde versichert, es gebe keine Amnestie für die Verantwortlichen des Procés (der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung). Nach den Wahlen 2023 erwiesen sich die **sieben Abgeordneten von Junts** als entscheidend für die Investitur Pedro Sánchezes, und die zuvor ausgeschlossene Amnestie wurde doch beschlossen. Die Regierung verteidigte sie als Mittel zur Normalisierung der politischen Lage in Katalonien; ihre Gegner sahen darin den parlamentarischen Preis der Investitur.

In der Haushaltspolitik bekam Spanien unter Sánchezes ersten Regierungen durchaus neue Generalhaushalte. Die letzten vom Parlament verabschiedeten sind jedoch die von **2023**, und 2026 sind sie weiterhin verlängert. Die öffentlichen Finanzen laufen seit drei Jahren nach dem Rahmen der Vergangenheit.

Auch Bahninvestitionen und bessere öffentliche Dienste gehörten zu den Versprechen. Spanien verfügt über ein außergewöhnliches Hochgeschwindigkeitsnetz, doch Verspätungen, Störungen und Zuverlässigkeitsprobleme der Bahn, tödliche Unfälle eingeschlossen, sind für viele Nutzer zur täglichen Sorge geworden.

## Stromausfall, Ceuta und die aufgeschobene Erneuerung

Die Rede war von günstigerer und sichererer Energie. Am **28. April 2025** geschah etwas, das in einer entwickelten europäischen Wirtschaft undenkbar schien: Die Iberische Halbinsel und Portugal erlebten einen totalen Stromausfall. Die anschließende europäische Untersuchung ergab, dass die Regierung ihn nicht vorhergesehen hatte. Stundenlang erlebte ein Land des 21. Jahrhunderts, wie sehr es von dem abhängt, was normalerweise als selbstverständlich gilt.

**2026** kam Ceuta. Innerhalb weniger Stunden überquerten mehr als **70.000 Menschen** von Marokko aus spanisches Gebiet. Zwei Monate später hielten sich dort noch rund **30.000** auf. Eine spanische und europäische Grenze geriet unter außergewöhnlichen Druck, und militärische und polizeiliche Mittel mussten neben humanitären und diplomatischen Ressourcen mobilisiert werden.

Und da ist die demokratische Erneuerung, die noch aussteht. Pedro Sánchez kam 2018 durch ein Misstrauensvotum nach La Moncloa (den Amtssitz des Ministerpräsidenten), dessen zentrales Argument die Korruption war. Acht Jahre später untersuchen oder untersuchten verschiedene Gerichtsverfahren das Verhalten von Personen mit Verbindungen zur PSOE, zur Regierung oder zu ihrem Umfeld. Eine Untersuchung ist keine Verurteilung, und die Unschuldsvermutung ist stets zu wahren. Es ist aber auch nicht angebracht, so zu tun, als gäbe es diese Ermittlungen nicht, oder sie als bereits erledigt zu behandeln.

Eine Regierung verantwortet ihre Entscheidungen, ihre Prioritäten und nach acht Jahren auch ihre Ergebnisse. Die Frage lautet nicht mehr, was versprochen wurde, sondern wie Spanien 2018 aussah und wie Spanien 2026 aussieht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver