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DANA-Krise in Spanien: Niemand übernimmt Verantwortung
Nach über 230 Toten durch die DANA in Valencia weigert sich die spanische Regierung, Schuld zu übernehmen. Juristische Ermittlungen belasten das Umfeld des Kabinetts.
Von der DANA-Katastrophe zu den Ermittlungen: Eine Regierung, die keine Verantwortung trägt
In Paiporta fordern Betroffene weiterhin lautstark den Rücktritt von Premierminister Sánchez wegen des Versagens der Zentralregierung. Die offizielle Reaktion bleibt unverändert: Niemand bekennt sich zur Schuld an dem Geschehenen. Die DANA, die die Provinz Valencia verwüstete, forderte mehr als 230 Todesopfer und löste eine Debatte darüber aus, wer die Ressourcen hätte aktivieren sollen, wer sie hätte anfordern müssen und warum die Hilfe tagelang auf sich warten ließ. Vor diesem Hintergrund verstrickte sich die Diskussion in ein Netz aus gerichtlichen Verfahren, einem Rücktritt und gegenseitigen Anschuldigungen, die stets demselben Muster folgen: Die Schuld liegt immer beim anderen.
Wer ist für das Krisenmanagement der DANA in Valencia verantwortlich?
Die Verteilung der Zuständigkeiten eröffnet die erste Konfliktlinie. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass die Regionalregierung (Generalitat) die autonomen Befugnisse besaß, um den Katastrophenalarm – die höchste Warnstufe nach ihrem eigenen Gesetz – auszulösen, dies aber nicht rechtzeitig tat. Auf der anderen Seite wird betont, dass die Zentralregierung wie während der Pandemie einen Alarmzustand hätte ausrufen können, es aber unterlassen hat. Die Frage, welche Verwaltung von Minute eins an die Kompetenz trug, bleibt ungelöst.
Die Rolle des ehemaligen Präsidenten der Region Valencia wurde am stärksten kritisiert. Sein Abgang wurde von einigen mit Erleichterung aufgenommen, doch andere sind der Meinung, dass das Problem nicht durch einen einzigen Rücktritt gelöst wird: Alle müssen gehen, nicht nur er. Der Vergleich mit anderen Krisen – etwa dem Erdbeben in Marokko, auf das laut Aussagen eines Beteiligten innerhalb von weniger als 24 Stunden reagiert wurde – dient als Maßstab für die Langsamkeit der hiesigen Behörden. Die offene Frage lautet nicht, wer zurückgetreten ist, sondern warum die Befehlskette genau an dem Tag versagte, an dem sie nicht hätte versagen dürfen.
Gerichtliche Ermittlungen im Umfeld der Regierung
Zu der Naturkatastrophe gesellte sich eine Reihe laufender Ermittlungsverfahren. Im Umfeld der regierenden Partei befinden sich laut Angaben eines Beteiligten ein ehemaliger Minister und ein ehemaliger Stellvertreter im Amt, gegen die Anklage erhoben wurde; einer davon sitzt in Untersuchungshaft. Hinzu kommen weitere Vertrauenspersonen der Partei. Diese Fälle werden ergänzt durch die Ehefrau des Premierministers und dessen Bruder, beide Gegenstand separater Ermittlungen. Alles befindet sich noch im Stadium der Voruntersuchung: Beschuldigte ohne rechtskräftige Verurteilung.
Manche sehen in diesem juristischen Zeitplan eine Strategie des gegenseitigen Verschleißes, während andere argumentieren, dass die Anhäufung von Fällen die Handlungsfähigkeit der Exekutive angesichts der Katastrophe selbst untergräbt. Die vollständigen Details der Beschuldigungen und deren Chronologie, einschließlich Namen, Daten und Gerichte, zeichnen ein klareres Bild dessen, was auf dem Spiel steht.
Was sagt das Europäische Parlament zur DANA?
Ein Bericht des Europäischen Parlaments wies, wie in der Diskussion hervorgehoben wird, dem Staat Versagen bei der Prävention und Bewältigung während der DANA zu. Dies widerlegt nach Ansicht vieler Teile der offiziellen Darstellung. Die europäische institutionelle Bewertung wurde zum Munitionsmaterial für jene, die vom ersten Tag an eine Übernahme von Verantwortung forderten, die nie kam. Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass die Schuld zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen geteilt wird und die europäische Kritik die Autonomie nicht entlastet.
Paiporta, Leire Díaz und das widersprüchliche Narrativ
Die Demonstration in Paiporta, bei der Anwohner und Betroffene gegen das Management der Regierung protestierten, wurde zum politischen Symbolbild der Affäre. Zu den Protesten kamen später Enthüllungen über die Rolle einer engen Beraterin, Leire Díaz, die angeblich entsandt wurde, um während der Bedenkzeit des Premierministers alles „um jeden Preis“ aufzuräumen, so zumindest die kursierenden Vorwürfe. Jedes Kapitel fügt eine neue Ebene hinzu: erst die Fahrlässigkeit, dann das Management der offiziellen Version, schließlich die gerichtlichen Verfahren.
Das Bemerkenswerte ist nicht, dass es gegensätzliche Darstellungen gibt – das ist in der Politik üblich –, sondern dass keine einzige Verwaltung Fehler eingesteht. Die Zentralregierung verweist auf die Regionalregierung; die Regionalregierung verweist auf den Staat; und währenddessen warten die Familien der Opfer weiterhin auf eine Erklärung, die nicht kommt, und auf Verantwortliche, die namentlich genannt werden.
Das Ergebnis ist ein unbequemes Paradoxon: In einem System, das sich als demokratisch bezeichnet und über eine gefestigte Justiz verfügt, ist die einzige Gewissheit, die den Widerspruch der Versionen überlebt, dass mehr als 230 Menschen starben und niemand, absolut niemand, die Verantwortung übernommen hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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