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Correos: 200.000 China-Pakete in Madrid gestaut, Preise steigen
In Spanien stauen sich über 200.000 Sendungen aus China am Flughafen Barajas, während der staatliche Postdienst Correos die Tarife um 60 % erhöht.
200.000 China-Sendungen in Barajas gestaut und Correos erhöht Tarife um 60%
Ein Schlüsselanhänger mit Laserpointer, ein Arduino Nano, Angelruten. Einkäufe für wenige Euro in chinesischen Shops, die monatelang unterwegs sind und nun im selben Limbo verharren: Ein Haufen Pakete, die ungeschützt auf dem Vorfeld des Flughafens Barajas gestapelt liegen. Die Zahl, die das Ausmaß des Staus verdeutlicht, wurde von einem nationalen Medium genannt: Die im Madrider Zentrum angestauten Postsendungen überschreiten 200.000, wobei die Mehrheit aus China stammt.
Während dieser Berg wartet, hat Correos eine weitere Tarifanhebung angekündigt. Das offizielle Argument ist die Angleichung an den Rest der EU. Der Widerspruch springt ins Auge. Die Gehälter der Belegschaft wurden nicht an europäische Niveaus angepasst. Und bei sinkenden Spritpreisen und Deflation deutete das wirtschaftliche Handbuch in die entgegengesetzte Richtung: niedrigere, nicht höhere Tarife.
Preise um 60% erhöhen, während sie fallen
Ein konkreter Fall macht die Erhöhung schwarz auf weiß deutlich. Die Rücksendung eines Pakets an einen europäischen Online-Shop kostete zwischen 6 und 7 Euro. Seit dem 1. Januar kostet dieselbe Abwicklung 11 Euro. Eine Steigerung von 60% in einem einzigen Schritt. Diese Anekdote erzählt ein Kunde, der sarkastisch nachfragte, ob wir uns nicht in einer Deflationsphase befänden. Die erhaltene Antwort war wenig relevant: Dass die Angestellte keine Beamtin, sondern vertraglich angestellt sei.
Warum stauen sich China-Pakete in Barajas?
Die Anhäufung fällt mit einer Tarifsteigerung zusammen, die laut einer Analyse darauf abzielt, den Postversand zu verteuern und damit die Importe aus China zu bremsen. Die kursierende These ist unbequem: Correos würde spanische Unternehmen schützen, indem es die internationale Korrespondenz monatelang dem Wetter aussetzt. Andere weisen auf eine weniger verschwörerische und prosaischere Ursache hin: Es gibt deutlich weniger Personal als früher und das Volumen überfordert die Zusteller. Und es gibt jene, die ihre Bestellung einfach ohne Probleme erhalten haben und zur Geduld aufrufen: Zwei Monate seien nicht so viel.
Wo liegt der Engpass: Correos oder Zoll?
Hier bricht die gängige Erzählung zusammen. Wer Correos beschuldigt, Bestellungen absichtlich zurückzuhalten, irrt sich in der Zuständigkeit. Ein Schwellenwert trennt Fiktion von Realität: Alles, was sperrig ist und einen Wert von über 20 Euro hat, wird gestoppt. Die Fälle widersprechen sich auf verwirrende Weise. Manche behaupten, dass 90% ihrer Europa-Sendungen aufgehalten werden, und dass keine einzige aus China durch den Zoll muss. Andere sahen, wie eine Amazon.uk-Bestellung über 124 Euro 24 Euro Zollgebühren verursachte. Die Geografie bestimmt: Von den Kanarischen Inseln aus muss ein Großteil der Online-Käufe durch den Zoll, da ihr Steuerregime anders ist.
Die Hölle des Exports: DUA und acht Tage für den Stempel
Für den privaten Käufer ist das Problem die Wartezeit. Für das Unternehmen, das online verkauft, ist es der Ruin. Ein Export außerhalb der EU durchläuft zunächst die Bearbeitung des DUA (Einheitspapier) bei Correos und dann die Zollkontrollen, die das Paket – mit Glück – acht Tage festsetzen können, bis jemand einen Stempel setzt. In der Zwischenzeit aktualisiert das System den Status nicht und der Käufer, der Expressversand bezahlt hat, sieht seine Bestellung zwei Wochen später eintreffen und lässt seinen Frust am spanischen Verkäufer aus. Mit diesem Ablauf, so wird argumentiert, zerstört Correos jede Möglichkeit, dass Spanien wettbewerbsfähige Online-Handelsunternehmen hervorbringt.
Chinesische Lager in Spanien als Antwort
Der Markt hat bereits seinen eigenen Ausweg gefunden, der nicht über Correos führt. Mehrere chinesische Unternehmen eröffnen Lager in Spanien: Das Tablet, das in China 100 Euro kostet und zwei Monate Lieferzeit hat, kostet aus einem spanischen Lager 110 Euro und kommt in drei Tagen an, ohne Zollüberraschungen. Für den nationalen Versand bieten Plattformen wie Geni oder Packlink bessere Preise, ohne das Haus verlassen zu müssen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist wenig patriotisch: Den Versuch, dem asiatischen Handel logistisch beizukommen, ist Zeitverschwendung.
Die andere Seite: Die Pakete, die ankommen
Mit den Wochen ändert sich der Ton. Bestellungen vom Monatsanfang beginnen aufzutauchen, und manche kommen schlagartig an, drei von vier am selben Tag. Lithium-Akkumulatoren unterliegen immer mehr Einschränkungen für den Lufttransport, was erklärt, warum bestimmte Pakete auf dem Landweg umgeleitet werden und Verzögerungen addieren. Es gibt Fälle von Wartezeiten, die zwei Monate überschreiten und zu einer offenen Reklamation beim Verkäufer führen, mit Rückerstattung bei Käufen unter einem Euro. Geduld, sagen einige. Andere haben bereits gelernt, dass das Paket auftaucht, wenn man aufhört, den Tracker zu beobachten.
Im September 2013 erhielt Correos das Certificado de Excelencia (Zertifikat der Exzellenz) für das Management seines Internationalen Behandlungszentrums in Barajas, wobei die Bearbeitung der internationalen Post „nach höchsten Qualitätsstandards“ erfolgte. Ein und ein halbes Jahr später ist dieses selbe Zentrum die Fläche, auf der 200.000 Pakete warten, bis jemand sich bewegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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