Christliche Theologie als Migrationspolitik: Ökonomie oder Masochismus?

Ist das Christentum schuld an der Masseneinwanderung? Die Debatte zwischen Theologie und Ökonomie stellt Kritiker und Befürworter der Aufnahme gegeneinander. Die Zahlen dahinter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Christentum, Einwanderung und die Kosten, den Mieter zu verzeihen

Manche behaupten, das Christentum habe sich mit seinem Gebot, die andere Wange hinzureichen und den Nächsten zu lieben, zum besten Verbündeten der Masseneinwanderung entwickelt. Die Kritik ist so alt wie das Schießpulver: Die Kirche untergrabe durch die Predigt radikaler Gleichheit und Vergebung jede echte Grenze. Doch diese Lesart, so verbreitet sie in bestimmten Kreisen auch ist, ist zumindest unvollständig.

Dem Streit liegt nicht nur Theologie zugrunde. Es ist ein Kostengefälle: Wer bezahlt das Bett für die Schlauchbootmigranten? Wer die Aufnahme verteidigt, zitiert das Evangelium; die Kritiker weisen darauf hin, dass dasselbe Evangelium zwischen Kindern und Geschöpfen Gottes unterscheidet und dass Barmherzigkeit niemanden verpflichtet, den Nationalstaat aufzulösen. Die Haltung der offiziellen Kirche ist dagegen differenzierter: Der Papst ist nicht der Anführer aller Christen – Orthodoxe und Protestanten haben ihre eigenen Positionen – und tatsächlich stehen die Protestanten in der Einwanderungsfrage meist näher an der politischen Linken.

Das ökonomische Problem ist nicht die Sarracena, sondern die Rechnung. Einwanderer, die in Schlauchbooten ankommen, kommen nicht wegen einer Liebesdoktrin, sondern weil sie mittellos sind. Und die Wirtschaft eines Landes, das ohne Kalkulation aufnimmt, bekommt am Ende ein Loch. Der wahre Blödsinn ist nicht zu glauben oder nicht zu glauben, sondern nicht zu verstehen, wie man die Zahlen zwischen den theologischen Zeilen liest. Unter diesen Vorzeichen wird die europäische Migrationspolitik – die Soziallehre mit dem Bedarf an Arbeitskräften vermischt – ein Dauerkonfliktherd bleiben. Bis wann? Bis jemand die Kosten auf den Tisch legt und entscheidet, ob er sie bezahlen will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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